Märkte / Aktien

Handelsstreit lastet auf dem SMI

Am Schweizer Aktienmarkt schliessen die meisten Valoren tiefer. In New York fallen die Kurse. Der Ölpreis testet erneut die Marke von 70 $.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat den Dienstag deutlich im Minus beendet. Nach einer Startphase sowohl mit positiven als auch negativen Notierungen rutschte der SMI (SMI 9898.47 -0%) ab. Der wieder in den Fokus gerückte Zollstreit zwischen den USA und China blieb das beherrschende Thema an den Aktienmärkten. Die Stimmung an den Börsen bleibe fragil, hiess es in Marktkreisen.

Der Swiss Market Index SMI stand bei Eröffnung noch unverändert. Im frühen Handel pendelte er um seinen gestrigen Schlussskurs. Seit der Mittagszeit verharrte er im roten Bereich. Am Nachmittag weitete der SMI sein Minus aus und schloss letzlich klar unter der Marke von 9600 Punkten.

Daran änderte ein schwacher Handel in New York freilich nichts. An der Wallstreet gaben die drei vielbeachteten Indizes bei Börsenschluss in Zürich klar nach. Der Dow Jones (Dow Jones 26548.22 -0.67%) verlor 1,3%. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 2917.38 -0.95%) büsste ebenfalls 1,3% ein. Und der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite handelte 1,5% tiefer.

Wenige Gewinner im SMI

Im Schweizer Leitindex legten Adecco (ADEN 57.66 -0.21%) leicht zu. Der Personaldienstleister hatte im ersten Quartal zwar weiter unter der wirtschaftlichen Abschwächung in Europa gelitten und etwas weniger Umsatz erzielt. Unter dem Strich war er aber profitabler geworden. Gewinne fuhren zudem die Aktien des Telecomkonzerns Swisscom (SCMN 488.6 -0.31%) ein.

Die Pharmaschwergewichte Novartis (NOVN 89.79 -1.22%) und Roche (ROG 275.7 -0.22%) konnten sich nicht gegen den Abwärtstrend stemmen. Beide hatten an einem Fachkongress in Philadelphia über neue Produkte informiert. Nestlé (NESN 101.28 0.28%) bewegten am Tage einer Investorenveranstaltung seitwärts.

Zu den schwächsten Werte im SMI-Tableau zählten ABB (ABBN 19.46 0.65%) und SGS (SGSN 2521 -0.55%). Zudem verzeichneten die Bankaktien um UBS (UBSG 11.46 1.51%) und Credit Suisse (CSGN 11.56 2.08%) klare Verluste. Schwächer präsentierten sich auch die Luxusgüterhersteller Richemont (CFR 82.2 0.27%) und Swatch Group (UHR 273.6 0.89%).

OC Oerlikon verloren 

Im SMIM (SMIM 2502.891 0.01%) büssten OC Oerlikon (OERL 11.78 0.51%) nach Zahlen ein. Das Industrieunternehmen hatte für das erste Quartal gemischte Zahlen vorgelegt. Während das Geschäft mit Oberflächenlösungen sowohl beim Auftragseingang als auch beim Umsatz zulegte, fiel der Auftragseingang bei Manmade Fibers nach dem rekordhohen Wert aus dem Vorjahr deutlich zurück.

Auf der anderen Seite waren PSP (PSPN 113.4 -0.35%) zu finden. Dank guter Quartalszahlen deckten sich Anleger mit den Papieren des Immobilienunternehmens ein. Avancen verbuchten auch AMS (AMS 33.18 4.05%). Die Aktien des Chipherstellers machten die markanten Verluste des gestrigen Handels teilweise wett. Zudem zeigten sich die Gesundheitstitel im SMIM stärker. Neben Straumann (STMN 856 -1.09%) stiegen auch Sonova (SOON 221.2 -1.29%).

Clariant (CLN 19.47 0.85%) gaben erneut deutlich ab. Den Aktien kam dabei nicht zu Hilfe, dass der Chemiekonzern gemeinsam mit dem Partnerunternehmen Wuxi Xiyuan in China zwei neue Projekte zur Produktion von chemischen Formaldehyd-Verbindungen begleitet.

Im breiten Markt profitierten SIG Combibloc (SIGN 10.84 -0.18%) von einem guten Start in das neue Jahr. Das Industrieunternehmen hatte sich sowohl in Sachen Umsatz als auch Gewinn gesteigert.

Schaffner (SAHN 214 -3.6%) gaben nach schwachen Zahlen zum ersten Semester nach.

Ypsomed (YPSN 130.6 -0.15%) stiegen. Das Medizinaltechnikunternehmen hatte einen Erfolg mit einem Autoinjektionssystem verbucht. Der Generikahersteller Teva wird künftig ein vorgefülltes Ypsomed-Produkt für den Vertrieb eines Medikaments gegen Multiple Sklerose verwenden.

Cosmo (COPN 92.3 2.78%) erhielten von einer Aufstufung durch die Credit Suisse auf «Outperform» Auftrieb.

Ex Dividende wurden am Dienstag Helvetia (HELN 123.5 0.49%), Interroll (INRN 2470 -0.6%), Lindt & Sprüngli (LISN 78400 -0.38%), LLB (LLB 60.9 -0.65%), Metall Zug (METN 2190 1.86%) und Zuger Kantonalbank (ZG 6180 -0.32%) gehandelt.

Japan schwächer

Die Aktienmärkte in Asien erholten sich am Dienstag nur zum Teil, nachdem Chinas wichtigster Index CSI 300 zu Wochenbeginn mit fast –6% so stark an einem Tag gesunken war wie seit Februar 2016 nicht mehr. Japans Börsen handelten nach einem Feiertag am Montag dagegen klar im Minus.

In Tokio sank der Nikkei 225 um 1,5%, und der breiter gefasste Topix verlor 1,1%. Der Hang Seng in Hongkong gab 0,1% ab, und Chinas Leitindex CSI 300 handelte minimal leichter, nach anfänglichen Kursgewinnen. Der südkoreanische Kospi (Kospi 2120.36 -0.03%) verlor 1%, der australische S&P/ASX 200 lag dagegen 0,2% im Plus.

Gemischtes Bild beim Euro

Der Euro zeigte gegenüber Dollar und Franken uneinheitlich. Die Gemeinschaftswährung kostete zum Greenback 1.1187 $ und notierte damit leichter. Gegenüber dem Franken zog sie an und lag um 17.30 Uhr MESZ mit 1.1433 Fr. über der Marke von 1.14. Der Dollar erstarkte zur Schweizer Valuta und verteuerte sich auf 1.0221 Fr.

Ölpreis tiefer

Der Ölpreis zeigte sich bei Börsenschluss in Europa klar schwächer. Die Nordseesorte Brent (Brent 65.84 1.12%) kostete 70 $ pro Barrel (159 Liter). Der Goldpreis legte zu und notierte bei 1284 $ pro Feinunze.

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