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SMI legt nach US-Jobdaten zu

Schwache Daten zum US-Arbeitsmarkt wecken die Hoffnung auf eine Zinssenkung.

(AWP/Reuters/RB)  Der Schweizer Aktienmarkt schliesst am Freitag deutlich im Plus. Der Leitindex SMI (SMI 10463.88 0.97%) ist nach Vorlage der US-Arbeitsmarktdaten kurz getaucht, hat aber gleich darauf neue Tageshöchststände erklommen.

Angeführt wurde der Leitindex von Sika (SIKA 173.7 -0.26%), Swiss Re (SREN 109 3.02%), Lonza (LONN 340.5 1.1%) und Geberit (GEBN 546.8 1.07%). Die einzigen Titel mit Verlusten sind Credit Suisse (CSGN 12.99 1.33%) und Novartis (NOVN 91.28 0.93%), die den Abgang ihres Pharmachefs bekannt geben musste. Gut aufgenommen wurde die Nachricht von Swiss Re, die nun Schritte zum IPO ihrer Tochter ReAssure in Grossbritannien einleitet.

Bei den im SMIM (SMIM 2731.226 0.87%) zusammengefassten dreissig nächstgrösseren Titeln führen die Technologieunternehmen das Feld an. VAT Group (VACN 151.7 0.93%), AMS (AMS 48.4 1.32%) und Temenos (TEMN 152.45 2.69%) legen alle mehr als 2% zu. Positiv vorgelegt hatten der US-Telecomausrüster Ciena mit guten Quartalszahlen und die Papiere des Chipherstellers AMD, die ein Bericht der Bank Goldman Sachs (GS 224.61 3.44%) beflügelt hatten.

Im breiten Schweizer Markt verzeichnen Metall Zug (METN 2170 0%) nach einer Gewinnwarnung deutliche Abgaben. Zu den Gewinnern gehöre APG SGA (APGN 287.5 -0.17%), Kardex (KARN 165.6 0.73%), Warteck Invest (WARN 2060 0.98%) und Inficon (IFCN 730.5 0.76%).

US-Daten wecken Hoffnung auf Zinssenkung

Die schwachen Arbeitsmarktzahlen bewegten den Dollarkurs deutlicher als die Aktienmärkte. Zum Franken fiel der Dollar unter die Marke von 0.99 Fr. Der Euro sank wieder deutlicher unter 1.12 Fr., die er zuvor kurz überschritten hatte. 1 € kostet nun mehr als 1.13 $.

Die jüngsten Arbeitsmarktdaten aus den USA wurden von Anlegern einerseits als Enttäuschung aufgenommen. Andererseits nährten die schwachen Daten Spekulationen auf eine Zinssenkung der US-Notenbank, sagte Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. «Allerdings kann das Fed nur reagieren, wenn sich das Lohnwachstum nicht weiter beschleunigt.» Anleger taxieren die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung an der Fed-Sitzung am 19. Juni inzwischen auf 35%. Vor Bekanntgabe der Zahlen waren es lediglich 24%.

Zwar verharrte die Arbeitslosenquote im Mai mit 3,6% auf dem tiefsten Stand seit beinahe fünfzig Jahren, gleichzeitig blieben aber die Beschäftigungszahlen hinter den Erwartungen zurück. Die US-Wirtschaft hatte mit 75’000 deutlich weniger Arbeitsplätze geschaffen als die 185’000, die Analysten im Schnitt erwartet hatten. Die Zahlen seien ein Zeichen dafür, dass die Zollstreitigkeiten der Trump-Regierung auf die Wirtschaft durchschlagen, kommentierte ein Händler den Bericht.

Öl und Gold steigen

Die Ölpreise zeigten ein ähnliches Muster wie die Aktienmärkte. Zunächst reagierten sie mit Abschlägen auf die Jobdaten, danach kletterten sie auf neue Tageshochs. Ein Barrel der Nordseesorte Brent (Brent 64.36 1.59%) kostete 63.30$, die amerikanische Sorte West Texas Intermediate (WTI (WTI 59.19 1.25%)) überwand die Marke von 54$.

Gold (Gold 1461 -1.02%) schoss nach dem Arbeitsmarkttermin ins Plus und notierte bei mehr als 1340 $ pro Unze.

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