Märkte / Aktien

SMI-Erholung scheitert

Der Schweizer Aktienmarkt beendet einen Handelstag mit grossen Ausschlägen im roten Bereich. Es ist der vierte Minus-Tag in Folge.

(AWP/Reuters/RI) Die Schweizer stieg bis zum Mittwochmittag deutlich, ehe die Kurse zu bröckeln begannen belastet von tieferen Kursen an Wallstreet und den starken Einbussen des Schwergewichtes Novartis (NOVN 85.78 -0.14%). Wichtiges Thema am Markt blieben die Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China und mögliche wirtschaftliche Folgen. Etwas Hoffnung schöpften Investoren jedoch aus der Tatsache, dass die chinesische Zentralbank den Referenzkurs des Dollar unterhalb der psychologisch wichtigen Marke von sieben Yuan festsetzte.

Erholungstendenzen vieler Blue Chips standen Einbussen beim Schwergewicht Novartis entgegen. Die US-Gesundheitsbehörde FDA wirft dem Schweizer Pharmakonzern das Verschweigen manipulierter Testdaten vor der Zulassung der Gen-Therapie Zolgensma vor.

Gegenbewegungen waren bei Swatch Group (UHR 264.1 -3.72%) auszumachen. Sie hatten besonders deutlich unter den US-chinesischen Spannungen in dieser Woche gelitten. Die grössten Gewinne im SMI (SMI 10018.84 0.05%) strichen Nestlé (NESN 106.94 0.04%), Givaudan (GIVN 2788 0.5%) und Lonza (LONN 342.9 1.24%) ein.

Die beiden Grossbanken UBS (UBSG 11.34 0.35%) und CS verloren deutlich, nachdem die italienischen Steuerbehörden bei der Schweiz eine Gruppenanfrage für UBS-Kundendaten gestellt hatten.

Beim Stahlhersteller Schmolz + Bickenbach (STLN 0.2075 -2.12%) waren Umsatz und bereinigtes Betriebsergebnis wie angekündigt rückläufig. Unter dem Strich wurde ein Verlust ausgewiesen. Das bremste die Aktien jedoch nicht.

Im breiten Markt taten sich Ascom (ASCN 9.94 -0.4%) positiv hervor. Grund für das Plus dürfte die Nachricht sein, dass Veraison Capital, Luxempart und Loys Investment zusammen eine Aktionärsgruppe bei der Technologiefirma gebildet haben. Im Nachgang zum Zahlenset vom Dienstag avancierten auch Galenica (GALE 55.15 0.09%) nochmals.

Die auf Frauenheilkunde spezialisierte Obseva (OBSV 10.3 0%) weitete den Verlust aus, erhielt aber eine weitere Finanzierung. Nachdem am Vormittag keine Aktie den Besitzer wechselte, fielen die Titel anschliessend deutlich zurück.

USA erneut im Minus

An der Wallstreet hielten sich die Anleger ebenfalls zurück. Die wichtigsten Indizes Dow Jones (Dow Jones 27147.08 0.13%), S&P 500 (SP500 3006.73 0.03%) und Nasdaq 100 (Nasdaq 100 7888.556213 -0%) notierten bei Handelsschluss in Europa alle im Minus.

Zu den grössten Verlieren gehörten Walt Disney (DIS 136.8 0.36%), die mit den Geschäftszahlen hinter den Markterwartungen zurückblieben.

Euro leicht höher

Der Euro ist am Mittwoch wieder über die Marke von 1.12 $ gestiegen. Am Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung knapp 1.1220 $. Am Mittag hatte sie noch unter 1.12 $ notiert.

Auch EUR/CHF notierte am frühen Abend mit 1.0920 wieder etwas höher, nachdem im Tief die 1.09er-Marke nicht mehr weit entfernt war. USD/CHF wurde derweil mit 0.9735 rund einen halben Rappen tiefer gehandelt als am Vorabend.

Schwächer notierte auch der chinesische Yuan. Nach einer starken Abwertung am Montag und einer leichten Erholung am Dienstag setzte die chinesische Notenbank den Mittelkurs zum Dollar wieder etwas niedriger fest.

Öl unter Druck Gold im Hoch

Der Höhenflug beim Goldpreis ging derweil weiter: Am Mittwoch knackte der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) erstmals seit sechs Jahren wieder die Marke von 1500 $. Im Nachmittagshandel stieg der Preis für das Edelmetall zeitweise bis auf 1500,25 $ und damit auf den höchsten Stand seit Frühjahr 2013.

Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 63.5 -2.02%) kostete am Mittwochnachmittag 57.41 $ und damit 1.53 $ weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI (WTI 58.18 -2.19%)) fiel um 1.44 $ auf 52.18 $. Seit Mitte Juli sind die Erdölpreise um gut 10% gefallen. Es wird befürchtet, dass der Handelsstreit die ohnehin geschwächte Weltwirtschaft zusätzlich belastet. Dies würde die Nachfrage nach Rohöl und Ölprodukten wie Benzin belasten.

 

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