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SMI zieht an und schliesst bei 10’300

Nach dem schwachen Wochenabschluss erholt sich die Schweizer Börse am Montag klar. Es kommt zu Avancen auf breiter Front.

(AWP/SPU) Die Schweizer Börse hat zum Wochenstart deutlich zugelegt. Der SMI (SMI 10325.44 -2.03%) notierte bei Eröffnung bereits 0,7% höher. Im frühen Handel baute der Leitindex seine Avancen aus und festiget sich dadurch auf dem Niveau von 10’250. Bis in den frühen Nachmittag hielt er zunächst sein Niveau. Nach weiteren Avancen erreichte er gegen 15 Uhr die Marke von 10’300. Noch deutlicher wurden die Gewinne im weiteren Handelsverlauf. Kurz vor Börsenschluss kamen die Kurse aber wieder etwas zurück, sodass der SMI bei 10’298 schloss. Am Freitag hatte der SMI 0,7% nachgegeben, und auf Wochensicht ergab sich ein hauchdünnes Minus von 0,1%.

Angeführt von Aktien zyklischer Firmen machte der Markt die Vorwochenverluste mehr als wett. Das Geschäft verlief laut Händlern allerdings mit unterdurchschnittlichem Umsatz. Auslöser der Aufwärtsbewegung waren erfreuliche Konjunkturzahlen und die Erholung an den US-Börsen, die sich am Freitag im späten US-Handel noch angebahnt hatte. Die Nervosität habe sich merklich gelegt, sagte ein Händler. Das Angstbarometer der Börse, der Volatilitätsindex des SMI, fiel denn auch um 10%.

In der Vorwoche hatten von der US-Börse Nasdaq Composite ausgehende Gewinnmitnahmen in heissgelaufenen Technologietiteln für Zweifel an der Fortsetzung der Hausse gesorgt. Nun müsse es sich zeigen, ob dies lediglich eine Phase der Gewinnmitnahmen oder der Anfang einer stärkeren Korrektur gewesen sei. Die US-Börsen blieben am heutigen Montag wegen des Labor Day geschlossen.

Zykliker gefragt

Sämtliche zwanzig SMI-Titel schlossen höher. Swiss Life (SLHN 353.9 -4.17%) stiegen deutlicher. JPMorgan hatte das Rating für den Lebensversicherer von «Underweight» auf «Neutral» erhöht. Zudem erhöhte die US-Bank die Kursziele für Baloise (BALN 140.4 -3.84%), Swiss Re (SREN 69.6 -4.92%) und Zurich Insurance (ZURN 331.4 -3.72%).

Überdurchschnittlich stark präsentierten sich zyklische Werte. So notierten die Luxusgüteraktien Swatch Group (UHR 210.7 -2.27%) und Richemont (CFR 61.42 -3.67%) klar fester. Auch ABB (ABBN 22.92 -3.78%) zogen an. Sika (SIKA 217.1 -2.91%) wurden kaum gebremst. SocGen hatte die Anlageempfehlung für den Bauchemiewert von «Buy» auf «Neutral» gesenkt.

Zu den besten Werten gehörten die in jüngster Zeit etwas zurückgebliebenen Aktien des Life-Science-Konzerns Lonza (LONN 572 -0.04%). Auf Jahressicht sind sie aber nach wie vor die grossen Gewinner im SMI.

Schwergewichte wie Nestlé (NESN 108.42 0%) zeigten sich freundlich, blieben aber hinter dem Gesamtmarkt zurück. Zu den Gewinnern zählten auch die Pharmariesen, die laut Händlern mit positiven «Apothekermeldungen» aufwarteten. Demnach verzeichnete Novartis (NOVN 81.58 -1.63%) einen Erfolg mit dem Asthmamedikament Enerzair Breezhalers. Rivale Roche (ROG 338 -1.49%) profitierte davon, dass Tochter Genentech für das Medikament Gavreto gegen eine bestimmte Form von Lungenkrebs die US-Zulassung für Erwachsene erhalten hatte.

Tech-Werte höher

Auf Erholungskurs befanden sich zudem die dem Technologiesektor zugeordneten und in der Vorwoche unter die Räder geratenen Aktien von AMS (AMS 17.475 -3.98%), Logitech (LOGN 65.54 1.17%) und Temenos (TEMN 129.25 -4.15%).

Auch zyklische Industriewerte wie Georg Fischer (FI-N 935.5 -3.26%) oder OC Oerlikon (OERL 7.62 -3.85%) avancierten. Positiv war auch die Anlegerstimmung betreffend die Gesundheitsaktien. So stiegen die Valoren der Branchvertreter Sonova (SOON 211.5 -3.95%), Vifor Pharma (VIFN 133 -5.03%) und Straumann (STMN 898 -4.39%) überdurchschnittlich.

Am breiten Markt fielen die Aktien der österreichischen Fahrzeuggruppe Pierer Mobility (PMAG 56 -0.71%) mit Gewinnen auf. Hier hatte das Management zuletzt Zuversicht ausgestrahlt.

Nach der Vorlage der Halbjahreszahlen legten die Aktien des Elektroinstallateurs Burkhalter ein. Auch die Valoren des Orthopädieunternehmens Medacta avancierten nach den Semesterzahlen klar.

Klar höher schlossen auch Biotech- und Biopharmaaktien wie Molecular Partners (MOLN 16.06 -3.37%), Santhera (SANN 6.36 -2.75%) oder ObsEva (OBSV 2.59 -7.5%).

Die Tech-Titel Kudelski (KUD 3.505 -2.64%) kamen markant zurück. Sie waren am Freitag um 16% gestiegen nach einer Mitteilung, dass die Westschweizer Firma einen Auftrag von Amazon (AMZN 2960.47 0.19%) erhalten hatte.

Asien eher leichter

Die Aktienindizes in Asien bewegten sich am Montag nur wenig, nachdem sie letzte Woche noch von einer Korrektur an den US-Handelsplätzen gebeutelt worden waren. Nach einem deutlichen Rückgang am Freitag tendierte der japanische Leitindex Nikkei 225 erneut negativ und sank um 0,4%. Der breiter gefasste Topix gab ebenfalls 0,4% nach. Der Hongkonger Leitindex Hang Seng war nahezu unverändert. Der in Festlandchina dominante Shanghai Composite verlor 0,6%. Im Gegensatz dazu lagen die Börsen in Korea über dem Schluss vom Freitag: Der Kospi notierte 0,6% im Plus. In Australien schloss der S&P/ASX 200 um den Eröffnungskurs.

Euro und Pfund tiefer

Der Euro und das britische Pfund standen zu Wochenbeginn unter Druck. Händler nannten die sich zuspitzende Debatte über ein ungeregeltes Ausscheiden Grossbritanniens aus dem EU-Binnenmarkt als Grund. Das Pfund wurde hierdurch jedoch deutlich stärker belastet als der Euro.

Am Abend kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1.1825 $ und damit etwas weniger als am Morgen. Zum Franken zeigte sich der Euro hingegen etwas erholt und notierte bei Börsenschluss in Europa bei 1.0818 Fr. Der Dollar gewann zur Schweizer Valuta leicht und lag um 17.30 Uhr MESZ bei 0.9150 Fr. Im Fokus stand das britische Pfund, welches zum Dollar um etwa ein Prozent zurückfiel. Gegenüber dem Euro gab es ebenfalls nach, allerdings nicht ganz so stark wie zum Dollar.

Ölpreis höher

Der Ölpreis stoppte am Montag die zum Teil steile Talfahrt der Vorwoche. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 41.64 -0.05%) lag bei Börsenschluss in Europa höher, bei gut 42 $. Marktbeobachter verwiesen darauf, dass mit Saudi-Arabien einer der wichtigsten Ölförderer den Preis für Rohöl mit Lieferung im Oktober gesenkt habe. Ausserdem kämpfen viele Industriestaaten mit hohen Infektionszahlen in der Coronakrise.

Gold (Gold 1912.61 -1.95%) zeigte sich wenig verändert. Die Feinunze kostete 1930 $.

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