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Versicherer ziehen Schweizer Börse ins Minus

Der SMI schliesst am Mittwoch mit Abgaben. Sika gewinnen deutlich – Swiss Re und Zurich Insurance positionieren sich am Tabellenende.

(AWP/CF) Die Schweizer Börse hat die Talfahrt am Mittwoch fortgesetzt. Der Swiss Market Index (SMI (SMI 9556.14 -0.65%)) büsste ein. Händler verwiesen auf Konjunktursorgen. So hatte US-Präsident Donald Trump überraschend die Verhandlungen mit den oppositionellen Demokraten über neue Konjunkturhilfen bis nach der Präsidentenwahl am 3. November verschoben. Zweifel über die Stärke des Aufschwungs nach dem Einbruch durch die Coronavirus-Krise schürte auch der unerwartete Rückgang der deutschen Industrieproduktion im August.

Schlusslicht im Schweizer Standardwerte-Index waren die Versicherer Swiss Re (SREN 63.5 0.67%), Zurich Insurance (ZURN 301 -0.33%) und Swiss Life (SLHN 305.5 -0.91%). Auch Lonza (LONN 553.2 -0.5%) gaben nach. Ein US-Broker hat das Kursziel für den Pharmazulieferer gestutzt.

Sika (SIKA 226.5 1.25%) profitierten dagegen von einer Analystenempfehlung. Morgan Stanley (MS 48.12 1.91%) stufte die Titel des Bauchemieunternehmens auf «Overweight» hoch und hob das Kursziel auf 274 Fr. an. Dufry (DUFN 34.21 0.09%) zogen gar noch deutlicher an, nachdem die Aktionäre des Duty-free-Shop-Betreibers auf einer Generalversammlung eine Kapitalerhöhung gutgeheissen hatten. Die unter dem Entwicklungsstopp für ein Medikament leidende Pharmafirma Santhera (SANN 3 -0.99%) baute die Vortagesverluste aus.

Eine Übersicht über die Gewinner und die Verlierer finden Sie hier.

Dax-Anleger bleiben in Deckung

Der deutsche Leitindex Dax (DAX 11598.07 0.32%) zeigte sich am Mittwoch kaum verändert. «Die Hoffnung auf ein Ende des Streits über ein weiteres Corona-Hilfspaket ist ein wenig geschwunden», sagte Christian Henke, Analyst beim Brokerhaus IG. Die Kauflaune belastete auch der unerwartete Rückgang der deutschen Industrieproduktion im August.

Bei den Einzelwerten legten Dialog Semiconductor (DLG 33.16 4.47%) zu. Der Chipentwickler hatte mitgeteilt, dass der Umsatz im dritten Quartal durch die anhaltend hohe Nachfrage nach Fitness-Trackern, Notebooks und Tablets höher ausfalle als zunächst erwartet.

Die Anleger an den US-Börsen haben den Schock über den Stopp im Verhandlungspoker um frische Konjunkturhilfen schnell verdaut. Der Dow Jones (Dow Jones 26659.11 0.52%) und der breiter gefasste S&P 500 (S&P 500 3302.3 1.19%) kletterten am Mittwoch. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann ebenso.

Ölpreis fällt – Konjunkturhoffnungen erhalten Dämpfer

Das vorläufige Aus für die Verhandlungen um ein weiteres Corona-Konjunkturpaket in den USA hat den Ölpreisen einen Dämpfer verpasst. Im Mittagshandel am Mittwoch kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 37.9 0.64%) 41,88 $. Das waren 77 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI (WTI 36.27 -3.25%)) fiel um 89 Cent auf 39,78 $.

Der Eurokurs hat sich am Mittwoch teilweise von seinen Vortagesverlusten erholt. Der Euro in US-Dollar (EURUSD 1.16924 0.13%) kostet am Nachmittag 1,1769 mehr als noch am Morgen, als er bei 1,1725 $ notierte.

Auch der Euro in Franken (EURCHF 1.0684 -0.05%) konnte leicht zulegen. Aktuell kostet er 1,0787 Fr. nach Kursen von unter 1,0780 Fr. im frühen Geschäft. Der US-Dollar in Franken (USDCHF 0.9134 -0.21%) geht derweil mit 0,9168 Fr. etwas tiefer um.

Die türkische Lira ist derweil auf ein neues Rekordtief gerutscht. Der Dollar stieg im Gegenzug um 1% auf ein Rekordhoch von 7,8745 Lira. Der türkischen Landeswährung setzen der Kaukasus-Konflikt, die Spannungen mit der EU sowie die geschröpften Reserven der Zentralbank zu. «Seit dieser Woche ist eine Zunahme der Spannungen sowohl in Aserbaidschan als auch in der EU zu beobachten», sagte ein Banker. In diesem Jahr hat die Lira bereits rund ein Viertel an Wert eingebüsst.

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