Märkte / Aktien

SMI schliesst minimal fester

Die Schweizer Börse arbeitet sich zurück ins Plus. Banken und Luxusgüterhersteller gewinnen. Auch Tech-Werte präsentieren sich freundlich.

(AWP/SPU) Die Schweizer Börse hat sich am Donnerstag insgesamt freundlich präsentiert. Nach einem festen Start, bei dem der Swiss Market Index SMI (SMI 10463.88 0.97%) ein neues Rekordhoch erreicht hatte, verlor der Markt am Vormittag an Schwung. Zwischenzeitlich rutschte er gar ins Minus und unter die Marke von 10’300. Am späten Nachmittag fand der Leitindex zurück in die Gewinnzone und schloss etwas fester.

Die Wallstreet verzeichnete Kursrekorde. Die drei US-Leitindizes zogen bei Börsenschluss in Europa allesamt an. Der Dow Jones (Dow Jones 28015.06 1.22%) legte 0,8% zu. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 3145.91 0.91%) notierte 0,5% höher. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite avancierte 0,7%.

Die Einigung der USA mit China auf eine schrittweise Reduzierung der gegenseitig erhobenen Strafzölle sorgte laut Händlern zwar für Zuversicht. Bis zu einem definitiven Abkommen dürfte aber ein Rest Unsicherheit bleiben. «Wir wurden zudem schon mehr als einmal enttäuscht», sagte ein Händler in Zürich. Daher könnten trotz der guten Nachrichten und wegen des hohen Kursniveaus Gewinnmitnahmen nach dem Motto «Sell on good news» nicht ausgeschlossen werden, sagte ein Händler. «Aber eigentlich müsste der Weg nun doch frei sein für eine Jahresendrally», sagte ein anderer Börsianer.

Diese Einigung werde Bestandteil eines ersten Teilabkommens sein, sagte der chinesische Regierungssprecher Gao Feng am Donnerstag in Peking. Das Abkommen solle innerhalb der nächsten Wochen unterzeichnet werden. Das Ausmass der Zollreduzierung hänge vom konkreten Inhalt des Abkommens ab, sagte Gao. Händler hoffen, dass diese Einigung nun auch umgesetzt wird.

Im Schweizer Leitindex waren dementsprechend die Profiteure eines Zollabkommens gefragt: Richemont (CFR 75.26 2.09%) und Swatch Group (UHR 277.3 1.13%). Fester präsentieren sich zudem die Bankaktien UBS (UBSG 11.945 1.27%) und Credit Suisse (CSGN 12.99 1.33%).

Auch Zurich Insurance (ZURN 396.4 1.12%) gewannen. Der Versicherer hatte im laufenden Jahr nach neun Monaten in der Schadenversicherung mehr an Prämien eingenommen. Dagegen gingen die Einnahmen im Neugeschäft der Lebensversicherung zurück. Die Gruppe sieht sich aber auf Kurs, die Ziele für 2019 zu übertreffen.

SGS (SGSN 2621 1.39%) büssten an Wert ein. Gemäss Aussagen an einem Investorentreffen in Fernost spürt der Inspektionskonzern das schwieriger gewordene Marktumfeld. Gepaart mit der Einstellung bestimmter Verträge werde der Umsatz der zweiten Jahreshälfte 2019 organisch wohl im tiefen einstelligen Prozentbereich zulegen, hiess es.

Verluste der schwergewichtigen Titel belasten den SMI. Nestlé (NESN 103.9 1.33%) und Novartis (NOVN 91.28 0.93%) gaben nach. Auch Roche (ROG 305.35 0.28%) blieben hinter dem Gesamtmarkt zurück.

Tech-Werte im Plus

AMS (AMS 48.4 1.32%) lässt wie angekündigt nicht locker. Der Spezialchiphersteller hatte am Donnerstag offiziell die zweite Offerte zum Kauf des Leuchtenkonzerns Osram vorgelegt. Er bietet weiterhin 41 € je Osram-Aktie. Aber die Annahmeschwelle liegt mit 55% nun tiefer als beim ersten Angriff mit 62,5%. Die Papiere gewannen. Gut aufgelegt waren auch die anderen Tech-Werte im SMIM (SMIM 2731.226 0.87%), namentlich Temenos (TEMN 152.45 2.69%) und Logitech (LOGN 43.34 1.07%).

An der Spitze der mittelgrossen Valoren lagen die Aktien von OC Oerlikon (OERL 11.17 0.9%). Auch Bucher (BUCN 325 1.31%) Industries avancierten klar.

Sonova (SOON 222.3 0.36%) legten zu. HSBC (HSBA 562.2 1.57%) hatte die Abdeckung mit «Buy» und einem Kursziel von 267 Fr. wieder aufgenommen.

Schwächer waren Barry Callebaut (BARN 2018 0.6%). Goldman Sachs (GS 224.61 3.44%) hatte das Kursziel von 2430 auf 2400 Fr. gesenkt, beliess die Empfehlung aber auf «Buy».

Ascom (ASCN 9.97 -0.5%) stiegen klar. Beim Technologieunternehmen gibt es an der Spitze personelle Veränderungen. Zudem wurden die Prognosen am Investorentag bestätigt.

ObsEva (OBSV 4.42 5.74%) stürzten ab. Das Produkt Nolasiban des Biopharmaunternehmens war in einer zulassungsrelevanten Studie gescheitert.

Gemischtes Bild in Asien

In Asien waren die Börsen am Donnerstag uneinheitlich gelaufen. In Tokio steig der Nikkei 225 um 0,1% und der Topix 0,2%. Der Hongkonger Hang Seng verlor 0,4%, und auf dem chinesischen Festland notierte der CSI 300 unverändert. Der koreanische Kospi stagnierte ebenfalls.

Euro etwas tiefer

Der Euro gab am Donnerstag zwischenzeitliche Kursgewinne wieder ab. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde bei Börsenschluss in Europa mit 1.1049 $ gehandelt. Am Morgen hatte sie noch etwas höher notiert. Zum Franken notierte der Euro stabil, lag aber wieder unter der Marke von 1.10. Um 17.30 Uhr MEZ lautete der Kurs 1.0994 Fr. Der Dollar verteuerte sich zum Franken und kostete 0.9950 Fr.

Ölpreis nach Verlusten fester

Der Ölpreis erholte sich am Donnerstag nach deutlichen Verlusten am Vortag. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 64.36 1.59%) kostete gut 62 $. Der Goldpreis gab klar nach und lag bei Börsenschluss in Europa bei 1467 $ pro Feinunze.

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