Märkte / Aktien

SMI geht vom Schock erholt ins Wochenende

Die Schweizer Börse klettert nach dem Ausverkauf höher. Aktien gewinnen auf breiter Front. Besonders zuletzt gebeutelte Werte steigen. Die Opec-Sitzung beflügelt den Ölpreis.

(AWP/Reuters/SPU) Die Schweizer Börse hat nach mehreren Tagen mit starken Kursverlusten zum Ende der Handelswoche wieder zugelegt. Die Erholung sei aber nicht fundamental, sondern eine technische Gegenreaktion, hiess es aus dem Handel.

«Die Nervosität auf dem Börsenparkett bleibt hoch, während die Chancen auf eine Weihnachtsrally allmählich schwinden», schrieb ein Marktanalyst. Er verwies dabei vor allem auf die Festnahme der Huawei-Finanzchefin, die die Hoffnung auf eine anhaltende Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China zunichtemacht. Für eine leichte Aufhellung der Stimmung sorgten dagegen IWF-Chefin Christine Lagarde und US-Notenbankchef Jerome Powell mit positiven Aussagen zur US-Konjunktur. Der US-Arbeitsmarkt sendete jedoch ein schwaches Signal, weil im November weniger neue Stellen als erwartet geschaffen worden waren.

Der Swiss Market Index SMI (SMI 8713.68 -1.15%) eröffnete 1% höher und legte zwischenzeitlich noch stärker über die Marke von 8800 Punkten zu. Am Nachmittag schaltete er einen Gang zurück und büsste einen Teil seiner Gewinne ein. Am Vortag war er um 3,1% auf 8660 Punkte abgestürzt – der grösste Tagesverlust seit zweieinhalb Jahren.

In den USA zeigten sich Anleger zurückhaltend. Die drei grossen Indizes an Wallstreet fielen. So verlor der Dow Jones (Dow Jones 24100.51 -2.02%) 1,6%, auch der breiter gefasste S&P 500 (SP500 2599.95 -1.91%) büsste 1,4% ein. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite gab 1,7% nach.

Nestlé klar fester, Novartis leichter

Viele Titel im Schweizer Leitindex gewannen. Unterstützung erhielt er vor allem von den Schwergewichten Roche (ROG 249.9 -1.69%) und Nestlé (NESN 83.84 -1.06%), die klar stiegen. Novartis (NOVN 87.02 -0.57%) drehten jedoch ins Minus und belasteten den SMI. Zu den Gewinnern zählten auch die Versichereraktien um Swiss Re (SREN 89.56 -0.69%), Swiss Life (SLHN 383.4 -0.78%) und Zurich Insurance (ZURN 297.6 -0.97%).

Die Bankaktien um UBS (UBSG 12.505 -0.79%), Credit Suisse (CSGN 11.2 -0.97%) und Julius Bär (BAER 37.12 -2.06%) notierten im frühen Handel noch markant höher, konnten die Avancen aber nicht bis Börsenschluss verteidigen. Julius Bär verloren sogar. Die Bankwerte waren gestern am heftigsten unter die Räder gekommen.

Ebenfalls nach oben ging es für die jüngst gebeutelten Luxusgüterhersteller Swatch Group (UHR 290.2 -2.49%) und Richemont (CFR 63.56 -1.97%).

Erholung auf breiter Front

Im Aufwind waren vor allem Aktien, die in den letzten Tagen deutliche Verluste aufgewiesen hatten. Die Gesundheitstitel um Sonova (SOON 161.6 -0.86%) und Vifor Pharma (VIFN 120.2 -1.56%) legten zu. Tech-Werte büssten ihre Avancen jedoch ein, sodass AMS (AMS 22.05 -8.05%) und Temenos (TEMN 127.2 -0.86%) sogar im Minus schlossen.

Der Liftbauer Schindler (SCHP 199.6 -1.48%) profitierte von einem Analystenkommentar. Barclays (BARC 158.06 -0.57%) erhöhte die Empfehlung von «Equal Weight» auf «Overweight».

Am breiten Markt fielen Meyer Burger (MBTN 0.665 21.13%), nachdem sie stark in den Handel gestartet waren. Der grösste Einzelaktionär fordert vom Hersteller von Produktionsanlagen für die Solarzellenindustrie einen grundlegenden Strategiewechsel. Am Vortag waren sie um fast 11% eingebrochen.

Im Plus standen Georg Fischer (FI-N 757.5 -6.77%) nach einer Ratingerhöhung. Die Bank Julius Bär änderte ihre Empfehlung von «Hold» auf «Buy». Die Strategie des Industriekonzerns, seine Aktivitäten defensiver und ausbalancierter aufzustellen, zahle sich aus, schrieb die Analystin der Bank zur Begründung.

Asien fester

Die Börse in China trat am Freitag auf der Stelle, der Shanghai Composite schloss unverändert. Es hielten sich Sorgen um eine neue Zuspitzung des Handelskonflikts mit den USA im Zuge der Festnahme der Huawei-Finanzchefin Meng Wanzhou. In Japan hingegen legte der Nikkei 0,8% zu, in Hongkong bewegte sich der Hang Seng nicht, in Südkorea machte der Kospi 0,3% gut.

Euro bei 1.13 Fr.

Der Euro pendelte um die Marke von 1.13 Fr. Die Gemeinschaftswährung kostete zur Schweizer Valuta bei Börsenschluss in Europa 1.1296 Fr. Zum Dollar notierte der Euro mit 1.1391 $ trotz Avancen weiter unter der 1.14er-Marke. Der Dollar zeigte sich zum Franken leichter bei 0.9918 Fr.

Öl schoss nach oben

Der Ölpreis zog nach der Einigung des Ölkartells Opec auf eine Förderkürzung massiv an. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 60.15 -0.99%) kostete bei Börsenschluss in Europa 63 $. Gold (Gold 1238.52 -0.23%) handelte mit 1245 $ pro Feinunze fester.

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