Märkte / Aktien

SMI schliesst über 8600

Die Schweizer Börse verzeichnet klare Gewinne. Sika stehen im Fokus. Geberit büssen ein. Wallstreet mit kleinem Plus. Der Dollar hält sich über 0.98 Fr.

(AWP/Reuters/SPU) Die Schweizer Börse hat sich am Dienstag von den Vortagesverlusten erholt und kräftig zugelegt. Händler sprachen von einer Gegenbewegung auf den schwachen Wochenauftakt. Zudem beflügelte die Hoffnung auf eine Entspannung des amerikanisch-chinesischen Handelsstreits, wodurch Anleger zurück in den Markt kamen. Delegationen beider Seiten beraten in Peking über das weitere Vorgehen in dem seit Monaten anhaltenden Disput über höhere Zölle. Der Swiss Market Index SMI (SMI 9571.22 -0.26%) eröffnete 0,3% fester und stieg im frühen Handel weiter. Am Mittag überschritt er sogar die Marke von 8600 Punkten. Er zog zunächst weiter an, baute seine Gewinne aber bis Handelsschluss etwas ab. Am Montag hatte der Leitindex 0,8% verloren.

Auch an Wallstreet stiegen die Kurse. Die drei vielbeachteten Indizes an der New Yorker Börse avancierten. Bei Börsenschluss in Europa lagen die Kurse jedoch klar unter den jeweiligen Höchstnotierungen zu Handelsbeginn an Wallstreet. So stieg der Dow Jones (Dow Jones 26559.54 0.42%) 0,4%, während der breiter gefasste S&P 500 (SP500 2905.03 0.16%) 0,2% avancierte. Der Nasdaq Composite legte minimal 0,1% zu.

SMI dank vieler Avancen im Plus

Bei den Schweizer Standardwerten büssten lediglich Sika (SIKA 151.65 -0.07%), Geberit (GEBN 421.3 0.48%) und Swisscom (SCMN 471.2 0.58%) ein. Der Bauchemiekonzern Sika übernimmt für 2,5 Mrd. Fr. den französischen Mörtelproduzenten Parex. Verkäufer der Gesellschaft mit einem Umsatz von umgerechnet 1,2 Mrd. Fr. ist der Finanzinvestor CVC. Sorgen um die Margenentwicklung belasteten den Aktienkurs.

Geberit gehörten zu den zahlreichen Werten, die durch Analystenkommentare bewegt wurden. Im Fall des Sanitärspezialisten rät Goldman Sachs (GS 205.91 -0.96%) neu zum Verkauf der Titel.

Kursgewinne verzeichneten die zyklischen Valoren von Adecco (ADEN 60.06 1.28%). Die Papiere des Personalvermittlers wurden durch eine Kaufempfehlung der UBS (UBSG 13.44 0.6%) gestützt. Die Anteile von Swiss Life (SLHN 475.4 0.74%) rückten vor. JPMorgan hatte die Empfehlung für den Lebensversicherer von «Neutral» auf «Overweight» angehoben. Lonza (LONN 297.4 2.16%) zogen an, und auch die Bankaktien UBS und Credit Suisse (CSGN 13.68 0%) avancierten. Klar im Plus schlossen ebenfalls die Luxusgüterhersteller Swatch Group (UHR 318.8 -0.78%) und Richemont (CFR 76.04 0.37%).

Die Schwergewichte waren alle bei den Gewinnern anzutreffen, wobei es mit den Pharmapapieren Roche (ROG 263.4 -1.09%) und Novartis (NOVN 77.03 -2.17%) deutlicher aufwärts ging als mit Nestlé (NESN 95.85 0.8%). Novartis profitierten von der Meldung, dass der Pharmakonzern von der US-Gesundheitsbehörde FDA den Status Therapiedurchbruch für seinen Produktkandidaten Crizanlizumab erhalten hat.

AMS weiter auf Erholungskurs

Die Titel des österreichischen Chipherstellers AMS (AMS 35.01 -0.99%) stiegen deutlich nach dem Ausverkauf vergangene Woche. Sie zeigten sich von den Schwierigkeiten im Geschäft der südkoreanischen Technologieunternehmen Samsung und LG Electronics unbeeindruckt. Ebenfalls deutliche Avancen verzeichneten die anderen Techwerte wie Temenos (TEMN 165.9 1.13%) oder Logitech (LOGN 42.1 0.24%).

Am breiten Markt richtete sich das Augenmerk unter anderem auf Comet (COTN 102.5 1.69%), wo der Machtkampf um das Verwaltungsratspräsidium in die nächste Runde geht. Dies bekam den Papieren nicht gut, sie verloren.

Credit Suisse senkte das Kursziel für Sulzer (SUN 110 0.27%) von 110 auf 94 Fr. Die Einstufung lautet weiterhin «Neutral».  Zudem hatte das Industrieunternehmen vom Stahlkonzern ArcelorMittal (MT 20.975 -1.41%) einen Auftrag erhalten. Demnach soll die Division Chemtech von Sulzer Destillerieausrüstung für eine Fabrik im belgischen Gent liefern.

Gemischtes Bild in Asien

Die asiatischen Märkte präsentierten sich uneinheitlich. Japan zeigte sich grün, China und Hongkong unentschlossen, Südkorea rot. In Tokio notierten der Nikkei 225 (Nikkei 225 22171.65 0.37%) 0,8% und der breiter gefasste Topix 0,4% im Plus. Der Hang Seng in Hongkong avancierte 0,2%. Der Shanghai Composite stand mit 0,3 im Minus, während der Kospi in Seoul eine Einbusse von 0,6% aufwies.

Dollar über 0.98 Fr.

Der Euro fiel gegenüber dem Dollar. Um 17.30 Uhr MEZ wurde die Gemeinschaftswährung bei 1.1444 $ gehandelt. Auch zum Franken schwächte sich der Euro etwas ab. Er kostete am Abend 1.1225 Fr. Der Dollar notierte derweil zur Schweizer Währung etwas höher bei 0.9809 Fr.

Ölpreis höher

Der Ölpreis baute seine Gewinne der vergangenen Handelstage aus. Ein Barrel der Nordseesorte Brent (Brent 71.98 0.39%) (159 Liter) kostete bei Börsenschluss in Europa gut 58 $. Der Goldpreis notierte etwas schwächer bei 1284 $ pro Feinunze.

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