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SMI steht nach der ersten Handelswoche 2021 bei 10’800

An der Schweizer Börse tendieren die Kurse leicht aufwärts. Novartis und Roche stützen. Credit Suisse verlieren. Gold fällt unter 1900 $. Bitcoin über 40'000 $.

(AWP/SPU) Der Aufwärtstrend der vergangenen Tage hat sich am Freitag am Schweizer Aktienmarkt fortgesetzt. Damit stand nach der ersten Handelswoche 2021 ein Plus von rund 1% zu Buche. Der Leitindex SMI (SMI 11'262.97 +0.57%) notierte bereits bei Eröffnung 0,3% im Plus. Im frühen Handel baute er seine Avancen aus und festigte sich zunächst über der Marke von 10’800. Am Nachmittag schaltete er kurzzeitig einen Gang zurück. Schwache Daten vom US-Arbeitsmarkt liessen die Gewinne zunächst etwas schmelzen. Bei Handelsende in Zürich stand der Leitindex ganz knapp unter 10’800.

Aus New York kamen verhalten positive Signale. Die drei wichtigen Wallstreet-Indizes tendierten bei Börsenschluss in Europa zwar uneinheitlich aber insgesamt etwas freundlicher. Der S&P 500 (S&P 500 4'176.30 +0.33%) stieg 0,2%. Der Dow Jones (Dow Jones 34'200.67 +0.48%) gab 0,2% nach. Die Technologiebörse Nasdaq Composite legte 0,6% zu. Tesla (TSLA 739.78 +0.13%) ist an der Börse erstmals mehr als 800 Mrd. $ wert. Die von Rekord zu Rekord eilende Aktie des Elektroauto-Bauers steig auf ein Allzeithoch von 884 $. Tesla ist mittlerweile mehr wert als Facebook (FB 306.18 -0.53%) und steht im Ranking der wertvollsten Wallstreet-Unternehmen auf Platz fünf.

Die Hoffnung auf noch umfangreichere Konjunkturhilfen in den USA, nachdem die Demokraten nun die Senatshoheit gewonnen hatten, sowie die globalen Coronaimpfkampagnen sorgten laut Händlern für Zuversicht bei den Anlegern. Zudem gäben erfreuliche Konjunkturzahlen der deutschen Industrie zusätzliche Schützenhilfe.

CS unter Druck

Im Fokus standen die Aktien der Grossbank Credit Suisse (CSGN 9.90 +1%). Wegen eines Hypothekenstreits in den USA bildet sie weitere Rückstellungen und erwartet inklusive einer früher kommunizierten Wertberichtigung auf einer Minderheitsbeteiligung einen Verlust im vierten Quartal 2020. Dies mache es der Bank schwer, ihre Hauptaufgabe, das Anlegervertrauen zurückzugewinnen, zu meistern, schrieb die ZKB. «Die Bank wird immer wieder von Altlasten eingeholt», sagte ein Händler. Händler sprachen aber auch von Gewinnmitnahmen, die den Kurs zusätzlich belasteten. «Schliesslich hat der Titel im laufenden Jahr 10% gewonnen», sagte ein Händler.

Mit UBS (UBSG 14.82 +1.93%) und Partners Group (PGHN 1'321.00 +1.5%) gaben auch andere Werte aus dem Sektor nach. Versichereraktien schlugen sich derweil besser. Die Anteile von Swiss Re (SREN 90.64 +0.49%), Swiss Life (SLHN 473.30 +0.51%) und Zurich Insurance (ZURN 381.60 +0.93%), die seit Jahresanfang ebenfalls kräftig gestiegen sind, schlossen etwas leichter bis kaum verändert. Berenberg hatte für Swiss Life das Kursziel von 450.50 auf 501.80 Fr. erhöht.

Unterstützung für den Gesamtmarkt kam von den Avancen der Schwergewichte. Vor allem die Aktien des Pharmakonzerns Novartis (NOVN 80.87 +0.42%) und die GS von Roche (ROG 309.20 -0.1%) zogen an. Morgan Stanley (MS 78.59 -2.76%) hatte den «Bon Roche» von «Overweight» auf «Equal Weight» gesenkt. Berenberg hatte das Kursziel zudem von 350 auf 325 Fr. reduziert. Erneut ganz oben im SMI-Tableau waren die Aktien des Augenheilspezialisten Alcon (ALC 67.98 -0.15%) zu finden.

Die Valoren von Lonza (LONN 558.40 -0.68%) stiegen nach positiven Analystenkommentaren.

Trotz einer Reihe positiver Analystenkommentare gaben LafargeHolcim (LHN 58.44 +2.06%) nach. So hatten CS, Julius Bär (BAER 60.12 +1.54%) und JPMorgan ihr Kursziel erhöht und die Kaufempfehlung bestätigt. Die Analysten begrüssen die Übernahme von Firestone Building Products, die der Zementkonzern am Vortag angekündigt hatte. Zudem dürfte die Firma von umfangreichen Konjunkturhilfen in den USA profitieren.

Die Titel der Luxusgüterhersteller hinkten hinterher. Die Aktien von Richemont (CFR 96.20 -0.48%) und Swatch Group (UHR 279.80 +0.25%) hatten gestern deutliche Gewinne eingefahren.

Tech-Werte gesucht

Im SMIM (SMIM 3'209.16 +0.92%) fiel der High-Tech-Wert VAT Group (VACN 274.80 +2.46%) mit überdurchschnittlichen Avancen auf.

Gesucht waren zudem Technologiepapiere wie Temenos (TEMN 145.15 +0.03%), AMS (AMS 18.72 -0.64%) und Logitech (LOGN 103.90 +1.91%). Händler verwiesen auf positive Nachrichten aus der Branche. STMicroelectronics sowie Samsung (SMSN 1'888.00 +0.08%) hatten starke Quartalszahlen veröffentlicht. Zudem stellte US-Konkurrent Micron (MU 90.66 +0.43%) einen überraschend hohen Umsatz in Aussicht.

Zur Schwäche neigten U-Blox (UBXN 66.00 +0.46%). Nachdem die Titel des Halbleiterherstellers in den vergangenen beiden Tagen noch knapp 13% angezogen hatten, wurde am Donnerstagabend bekannt, dass die britische Telit die Fusion mit U-Blox abgelehnt hat. Nun würden Gewinne eingestrichen, sagten Händler.

Interroll (INRN 3'390.00 -0.29%) waren stark unter Druck. Credit Suisse senkte das Rating für die Aktien des Logistikspezialisten auf «Underperform» von «Neutral», erhöhte aber das Kursziel auf 2073 von 1998 Fr.

Gewinnmitnahmen belasteten im breiten Markt derweil Meyer Burger (MBTN 0.44 -0.54%). Zudem hatte Research Partners die Empfehlung für den Solarwert von «Halten» auf «Verkaufen» umgestuft.

Delisting belastet Chinaaktien

Die US-Sanktionen gegen drei chinesische Telco-Anbieter belasteten die Märkte im Reich der Mitte, während im Rest Asiens freundliche Stimmung herrschte. Der Nikkei 225 notierte mit einem Aufschlag von 2,4%. Beim Hang Seng in Hongkong geht es 1,2% rauf. Der koreanische Kospi legt gar 4% zu. Der Shanghai Composite dagegen fällt 0,4%.

Nach dem Delisting von China Mobile (CHL N 27.51 +5.4%), China Telecom und China Unicom Hong Kong an der Wallstreet fallen die Papiere demnächst nun auch aus wichtigen Indizes von MSCI und FTSE Russell. China Mobile sanken darauf 6%, China Telecom und China Unicom je 8%.

Euro gab nach

Der Euro bewegte sich am Freitag zum Dollar und zum Franken abwärts. Bei Börsenschluss in Europa kostete die Gemeinschaftswährung zum Greenback 1.2250 $. Der zuletzt erreichte mehrjährige Höchststand von etwas mehr als 1.23 $ gerät zusehends ausser Reichweite. Gegenüber dem Franken verlor der Euro ebenfalls und notierte um 17.30 Uhr MEZ bei 1.0825 Fr. Der Dollar bewegte sich zur Schweizer Valuta abwärts und kostete 0.8840 Fr.

Goldpreis tiefer – unter 1900 $

Der Ölpreis legte am Freitag zu. Am Abend kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 66.70 -0.18%) 55.50 $. Zurzeit kostet Erdöl so viel wie seit dem Einbruch während der ersten Coronawelle im Frühjahr 2020 nicht mehr. Gold (Gold 1'776.53 +0.73%) notierte deutlich leichter. Der Kurs des Edelmetalls konnte sich mit 1858 $ nicht über der Marke von 1900 $ pro Feinunze halten.

Bitcoin setzt Rekordlauf fort

Anleger trieben Bitcoin (Bitcoin 61'406.00 -2.84%) in neue Höhen. Die älteste und wichtigste Cyber-Devise legte zu und notierte über der Marke von 40’000 $.