Märkte / Aktien

SMI geht mit 9000 Punkten ins Wochenende

Die Schweizer Börse bewegt sich zum Wochenschluss abwärts. Die Schwergewichte verhindern ein Abrutschen. Ems-Chemie sind klar im Plus.

(AWP/Reuters/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat nach einer ausgedehnten Seitwärtsphase am Freitag seine Abwärtsbewegung fortgesetzt. Wegen der vielen Unsicherheitsfaktoren würden sich die Anleger vor dem Wochenende keinen unnötigen Risiken aussetzen, sagten Händler. «Die Investoren sind ein wenig nervös. Sie fürchten, dass der Handelsstreit der USA mit China und der Brexit die schwächelnde Wirtschaft weiter bremsen.» Der Swiss Market Index SMI (SMI 9965.15 0.43%) notierte bei Eröffnung 0,1% tiefer und pendelte im frühen Handelsverlauf um den gestrigen Schlusskurs. Am Nachmittag rutschte der Leitindex klarer ins Minus. Die Marke von 9000 Punkten fiel am Nachmittag. Mit einem Kraftakt im späten Handel konnte der SMI über dieser Marke schliessen. Am Vortag hatte der Leitindex 1,2% verloren.

Verluste verzeichneten ebenfalls die Märkte in den USA. An Wallstreet büsste der Dow Jones (Dow Jones 27219.88 0.18%) bei Börsenschluss in Europa 1% ein. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 2991.34 0.21%) verlor 0,7%. Die Technologiebörse Nasdaq Composite fuhr ein Minus von 0,6% ein.

5G-Schub verpuffte

Im SMI schwächten sich die meisten Blue Chips ab. Die Aktien des Telecomkonzerns Swisscom (SCMN 481.2 -0.17%) und die am breiten Markt gehandelten Sunrise (SRCG 72.55 -0.34%) bauten ihre Gewinne ab. Swisscom, Sunrise und Salt hatten sich neue Mobilfunkfrequenzen für insgesamt 380 Mio. Fr. ersteigert und können damit die zukunftsträchtige 5G-Technologie in Angriff nehmen.

Hingegen zeigten sich die Bankvaloren von ihrer schwächeren Seite. UBS (UBSG 12.12 2.62%), Credit Suisse (CSGN 12.42 2.48%) und Julius Bär (BAER 43.07 -0.78%) gaben allesamt nach. Gewinnmitnahmen belasteten die Aktien des Zürcher Vermögensverwalters, die an den vergangenen Tagen jeweils gut nachgefragt worden waren.

Die Schwergewichte verhinderten stärkere Verluste im Leitindex. Bei den defensiven Pharmaschwergewichten legten Novartis (NOVN 92.45 -0.05%) und Roche (ROG 264.05 -0.25%) leicht zu. Ein unerwartet gutes Ergebnis von L’Oréal hielt Nestlé (NESN 103.1 0.47%) stabil. Der Nahrungsmittelkonzern ist massgeblich an dem Kosmetikkonzern beteiligt.

Ems-Chemie im Plus

Im breiten Markt stiegen die Aktien Ems-Chemie (EMSN 623.5 1.96%). Der Kunststoffspezialist hatte im vergangenen Jahr Umsatz und Gewinn erneut gesteigert und will den Aktionären wieder eine höhere Dividende ausrichten.

Dätwyler (DAE 148.6 2.91%) gaben nach. Das Industrieunternehmen hatte sich 2018 zwar steigern können, die Prognosen der Analysten aber verfehlt.

Kaum Impulse verspürten die Papiere von Basilea (BSLN 34.18 -1.56%). Das Biopharmaunternehmen kommt mit dem Verkauf des Antimyotikums Cresemba durch den Pharmagiganten Pfizer (PFE 42.955 0.32%) voran und erhält vom US-Konzern eine erste umsatzabhängige Meilensteinzahlung in der Höhe von 5 Mio. $.

Die Aktien von DKSH  standen weiter unter Druck. Die ZKB hatte im Anschluss an das am Vortag vorgelegte Jahresergebnis die Empfehlung für den Handelskonzern von «Marktgewichten» auf «Untergewichten» reduziert.

Massive Abgaben verzeichneten auch die Aktien des Technologieunternehmens U-Blox (UBXN 78.3 1.95%).

Asien mit Verlusten

In Asien sanken die Börsen. In Tokio handelte der Nikkei 225 knapp 2% und der breiter gefasste Topix 1,9% tiefer. Der Hongkonger Hang Seng büsste 0,4% ein. Auf dem chinesischen Festland blieben die Börsen geschlossen. In Südkorea notierte der Kospi 1,2% tiefer.

Dollar weiter über 1 Fr.

Der Euro handelte zum Dollar relativ stabil bei 1.1328 $. Zum Franken bewegt sich der Greenback mit 1.0002 Fr. abwärts, konnte die Paritätsmarke aber halten. Das Euro-Franken-Paar notierte mit 1.1331 Fr. leichter.

Ölpreis im Plus

Der Ölpreis stieg klar. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 62.91 -0.87%) kostete bei Handelsschluss in Europa knapp 62 $. Der Goldpreis lag etwas höher bei 1315 $ pro Feinunze.

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