Märkte / Aktien

SMI taucht zum Wochenschluss

Die Schweizer Börse schliesst unter der Marke von 9300. Luxusgüterhersteller und Banken geben nach. Swissquote brechen ein. Der Ölpreis verliert klar.

(AWP/Reuters/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat nach einer insgesamt schwachen Woche am Freitag tiefer geschlossen. Nachdem am Donnerstag zunächst die EZB den Wachstumssorgen der Investoren neue Nahrung gegeben hatte, sorgten am Freitag enttäuschende Arbeitsmarktdaten aus den USa sowie die jüngsten Exportdaten Chinas für Schocker.

Der Leitindex Swiss Market Index SMI (SMI 11154.53 -0.96%) verlor bei Eröffnung 0,6%. Zwischenzeitlich konnte er sein Minus etwas eindämmen. Doch gegen die Mittagszeit waren die Abgaben wieder markant. Noch deutlicher wurde das Minus am Nachmittag mit der Publikation der US-Konjunkturdaten.

An Wallstreet büssten die drei grossen Indizes ein, auch wenn sie sich bei Börsenschluss in Europa von ihren anfänglichen Tiefständen erholten. Der Dow Jones (Dow Jones 29219.98 -0.44%) verlor 0,5%, der breiter gefasste S&P500 gab 0,7% nach. Die Technologiebörse Nasdaq Composite verzeichnete einen Verlust von 0,5%.

SMI-Banken erneut unter Druck

Unter den Schweizer Blue Chips sah das Bild ähnlich aus wie am Donnerstag. Bei den Uhrenherstellern verschärften die schwachen Exportdaten aus China die ohnehin grosse Verunsicherung über die dortigen Absatzmärkte noch weiter, wobei Swatch Group (UHR 247.2 -0.32%) deutlich stärker nachgaben als Richemont (CFR 72.22 -0.96%).

Die Aktien der Grossbanken UBS (UBSG 13.025 0.89%), Credit Suisse (CSGN 13.565 0%) und Julius Bär (BAER 48.36 -1.77%) knüpften an den schwachen Vortagestrend an. Informationen über den Bankenstresstest der US-Notenbank Fed hatten schon am Donnerstag für schwächere Notierungen gesorgt.

Die Konjunktursorgen setzten speziell Zyklikern wie ABB (ABBN 23.9 -0.67%), Adecco (ADEN 58.42 0.76%) und LafargeHolcim (LHN 49.08 -0.35%) zu.

Als defensiv geltende Titel wie Swisscom (SCMN 574.4 -0.21%) und Givaudan (GIVN 3387 -0.24%) oder die Schwergewichte Nestlé (NESN 109.36 -0.09%) und Novartis (NOVN 94.56 -1.31%) hielten sich besser als der Gesamtmarkt.

Swissquote brachen ein

Die stärksten Kursausschläge fanden aber einmal mehr in den hinteren Reihen statt. Im SMIM (SMIM 2863.245 -0.47%) sackten VAT Group (VACN 152.35 -1.84%) nach den Jahreszahlen und einem ernüchternden Ausblick ab.

Anleger waren nach dem Rekordergebnis von Swissquote (SQN 61.3 -1.37%) erschreckt über den Gewinnausblick der Onlinebank.

Deutlich waren auch die Abgaben bei den volatilen Chipherstelleraktien AMS (AMS 40.17 -0.3%). Zudem büssten die anderen Tech-Werte um Temenos (TEMN 159.65 -3.01%) und Logitech (LOGN 41.9 -1.06%) ein.

Euro höher zum Dollar

Der Euro gewann am Freitag nach zuletzt starken Verlusten am Vortag. Die Gemeinschaftswährung handelte zum Greenback bei Börsenschluss in Europa bei 1.1231 $. Gegenüber dem Franken tendierte sie mit einem Kurs von 1.1313 Fr. unverändert. Zum Dollar schwächte sich der Franken ab auf 1.0077 Fr.

Goldpreis fester

Der Ölpreis notierte klar tiefer. Am Markt wurde als Begründung auf jüngste Konjunktursorgen verwiesen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 59.35 0.32%) kostete bei Börsenschluss gut 64 $. Der Goldpreis stieg wieder in Richtung 1300 $. Die Feinunze des Edelmetalls kostete 1298 $.