Märkte / Aktien

SMI schliesst unverändert

Die Schweizer Börse handelt wenig dynamisch. Einige Aktien notieren ohne Dividende. Die Libyenkrise treibt den Ölpreis wieder über 70 $.

(AWP/SPU) Die Schweizer Börse hat sich am Montag auf Richtungssuche befunden. Die Ausschläge waren eher gering. Händler sprachen nach einem bisher guten Lauf im April von einer gewissen Zurückhaltung vor dem Start in die nächste Berichtssaison. Hierzulande verlangsamte sich der Handel noch weiter wegen des lokalen Feiertages «Sächsilüüte» in der Bankenmetropole Zürich.

Der Swiss Market Index SMI (SMI 9594.31 -0.53%) notierte bei Eröffnung um 0,1% leichter. Im frühen Handel bewegte sich der Leitindex zunächst etwas tiefer, gegen die Mittagszeit konnte er das Minus dann aber ganz abbauen. Am frühen Nachmittag fand er den Weg ins Plus und stieg zwischenzeitlich auf 9574 Punkte, doch mit Eröffnung der Wallstreet gab er seine Gewinne preis.

Die Aussicht auf schrumpfende Unternehmensgewinne drückte die Stimmung an den US-Aktienmärkten. Der Dow Jones (Dow Jones 25490.47 -1.11%) Index der Standardwerte notierte bei Börsenschluss in Europa 0,4% schwächer. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 2822.24 -1.19%) gab 0,1% nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite bewegte sich kaum von der Stelle.

Pharmawerte stützten SMI

Insgesamt sind sich Investoren derzeit uneins, was sie von der bevorstehenden Berichtssaison erwarten sollen. Einige Stimmen warnen, dass es zu einem Gewinnrückgang kommen könnte, während andere dies als Schwarzmalerei abtun. Auf die Schweizer Investoren warten diese Woche vor allem zwei Neukotierungen. Am Dienstag wird der Augenheilkonzern Alcon von seiner Muttergesellschaft Novartis (NOVN 84.7 0.62%) abgespalten und gleich – an die Stelle von Julius Bär (BAER 41.14 -2%) – in den SMI aufgenommen. Und am Freitag steht der Börsengang von Stadler Rail (SRAIL 44.8 -0.09%) auf der Agenda.

Die freundliche Tendenz im SMI war vor allem den anziehenden Kursen der beiden Pharmaschwergewichte zu verdanken. Novartis und Roche (ROG 269.5 0.8%) gewannen. Möglicherweise griffen einige Investoren, die beim morgigen Spin-off dabei sein wollen, bei Novartis noch zu. Für fünf Novartis-Aktien erhalten sie ein Alcon-Papier.

Nestlé (NESN 99.32 -0.36%) traten auf der Stelle. Mit einem Jahresplus von fast 20% standen die Valoren des Nahrungsmittelkonzerns für knapp die Hälfte des bisherigen Gewinns im SMI im Jahr 2019.

Banken standen auf der Verliererseite. So sanken Julius Bär. Allerdings hatten sie in der Vorwoche, auch aufgrund von Übernahmegerüchten, um mehr als 10% zugelegt. Mit Credit Suisse (CSGN 11.63 -2.39%) und UBS (UBSG 11.83 -1.78%) fielen weitere Titel aus diesem Sektor überdurchschnittlich. Am Freitag hatte die Anlagestiftung Ethos mitgeteilt, sich erneut gegen die Managerlöhne CS zu stellen. Auch Glass Lewis und z-Rating empfinden die Vergütungen als zu hoch.

Swatch Group (UHR 271.2 -1.67%) waren stabil. Swatch-Group-Chef Nick Hayek hatte in einem Interview gegenüber «Finanz und Wirtschaft» betont, dass der Konzern nicht nur in China, sondern in vielen Teilen der Welt auf Wachstumskurs ist. Eher schwächer zeigten sich Richemont (CFR 73.82 -1.2%). Die Titel des Genfer Luxusgüterkonzerns verloren.

AMS machten Pause

Im SMIM (SMIM 2448.115 -1.52%) arbeiteten sich Temenos (TEMN 179.1 -0.69%) an die Spitze. Auch Sunrise (SRCG 70.3 0.43%) legten zu. Im Handel gab es gemäss AWP Spekulationen, wonach bald die Genehmigung für die geplante Übernahme von UPC Schweiz eintreffen könnte.

Nach einem kräftigen Anstieg von nahezu 20% in der vergangenen Woche gönnten sich AMS (AMS 36 -4.56%) eine Atempause.

Die Aktien des Zuger Industrieunternehmens Bossard (BOSN 147.5 -3.59%) waren gesucht. Mit dem im ersten Quartal erwirtschafteten Umsatz hatte das Unternehmen den obersten Bereich der Schätzungen erreicht.

Im breiten Markt wurden verschiedene Valoren mit Dividendenabschlag gehandelt. Es waren dies Bobst (BOBNN 63.6 -2.75%) (1.50 Fr.), Intershop (ISN 501 0%) (22 Fr.), PSP (PSPN 110.3 0.18%) (3.50 Fr.) und Rieter (RIEN 139.2 -0.57%) (5 Fr.).

Comet (COTN 87.95 -2.01%) präsentierten sich fester. Im Streit um die Macht beim Röntgenspezialisten hatte der aktivistische Aktionär Veraison Rückendeckung vom einflussreichen US-Stimmrechtsberater ISS erhalten. ISS unterstützt den von Veraison als Nachfolger von Comet-Präsident Hans Hess vorgeschlagenen Heinz Kundert. Ethos schlägt sich nach Angaben von Comet auf die Seite des Verwaltungsrats.

Leicht fallende Kurse in Asien

Die asiatischen Märkte knüpften am Montag nicht an die positiven Vorgaben aus den USA an. In Japan verlor der Topix 0,2%, der Nikkei 225 gab 0,4% nach. Auch in China tendierten die Aktienbörsen abwärts. Der Shanghai Composite gab 0,5% nach. Deutlicher nach unten zeigte der Shenzhen Composite (–0,4%). Eine Ausnahme bildete der Aktienmarkt in Hongkong. Dort rückte der Hang Seng 0,2% vor.

Dollar wieder bei 1 Fr.

Der Euro notierte deutlich fester und zum Dollar weiter über der Marke von 1.12 $. Die Gemeinschaftswährung kostete bei Börsenschluss in Europa zum Greenback 1.1263 $. Der Franken verlor klar. So lag der Euro bei 1.1252 Fr. Der Dollar handelte zur Schweizer Währung weiter um den Paritätskurs bei 0.9991.

Ölpreis wegen Libyenkrise auf Fünfmonatshoch

Der Ölpreis erreichte angesichts hoher Angebotsrisiken neue fünfmonatige Höchst. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 67.33 -4.91%) kostete bei Börsenschluss in Europa rund 71 $. Marktteilnehmer nannten die drohende Eskalation der Krise in Libyen als einen Grund für die Preisaufschläge am Ölmarkt. In dem ölreichen Opec-Land sieht sich die international anerkannte Regierung einer militärischen Offensive des einflussreichen Generals Chalifa Haftar ausgesetzt.

Der Goldpreis legte zu. Die Feinunze des Edelmetalls lag jedoch weiterhin unter 1300 $ bei 1298 $.

Leser-Kommentare

Philip Hjelmer 08.04.2019 - 17:51

Zu vermerken wäre noch, dass sowohl der SPI wie auch der SMI Total Return Index heute intraday auf Allzeithöchst notierte.

Philip Hjelmer 09.04.2019 - 00:48
Der Schweizer Aktienmarkt, gemessen am SPI, erreichte heute sowohl intraday mit 11’418.91 wie auch mit Schlusstand von 11’394.33. Die Schweizer Blue Chips, gemessen am SMI Total Return Index, erreichten heute sowohl intraday mit 19’917.88 wie auch mit einem Schlusstand von 19’863.19 ebenfalls einen neuen Höchststand. Mit anderen Worten: Die Schweizer Aktien haben heute neue Allzeit-Höchststände erreicht. Eine Berichterstattung über die… Weiterlesen »