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Zinsaussichten stützen Schweizer Börse

Der SMI hat am Donnerstag leicht zugelegt. Gleich mehrere Blue Chips sind im Fokus der Anleger gestanden.

(AWP/Reuters/CF) Die Schweizer Börse hat am Donnerstag den Vorwärtsgang eingelegt. Händler erklärten, die Aussicht auf eine längerfristig ultralockere Geldpolitik der US-Notenbank Fed habe auch an den europäischen Märkten für Schwung gesorgt. Die am Mittwochabend veröffentlichten Protokolle der jüngsten Fed-Beratungen hätten klar gemacht, dass Notenbankchef Jerome Powell den Geldhahn auf absehbare Zeit nicht zudrehen werde, sagte ein Analyst. Der SMI (SMI 11'181.35 -0.51%) zog am Donnerstag an.

Gesucht waren Roche (ROG 306.80 -0.92%). Die Genussscheine des Pharmakonzerns kletterten. Roche will an einem Ärztekongress Daten zum Muskelschwund-Arznei Evrysdi und zum Multiple-Sklerose-Mittel Ocrevus vorlegen. Der Aromenhersteller Givaudan (GIVN 3'764.00 -1.03%) zog ähnlich stark an. Spitzenreiter unter den Bluechips waren die Aktien des Finanzinvestors Partners Group (PGHN 1'317.50 +1.27%). Kuros legten ebenfalls zu. In Australien ist erstmals ein Patient mit Wirbelsäulenversteifung mit dem Knochentransplantat MagnetOs der Schweizer Firma behandelt worden.

Einbussen verzeichneten dagegen Versicherer. Swiss Life (SLHN 475.40 -0.11%) und Zurich Insurance (ZURN 384.40 -0.29%) gaben jeweils über 1% nach. Händler erklärten, die Aussicht auf weiterhin ultratiefe Zinsen dämpfe das Ertragspotential für die Finanzbranche. Bei Zurich ist laut Medienberichten in Grossbritannien in einen Immobilienskandal verwickelt, der ihm milliardenhohe Schadenersatzzahlungen bescheren könnte.

Bei den Aktien aus der zweiten Reihe fielen zudem U-Blox (UBXN 65.45 +0.15%) positiv auf. Der Chiphersteller will eine demnächst fällige Anleihe über 60 Mio. Fr. aus seinen Barmitteln tilgen. Danach betrage der Cash-Bestand des Unternehmens noch rund 40 Mio. Fr. U-Blox verfüge zudem über beträchtliche Kreditlinien bei Banken für zusätzliche Flexibilität.

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Dax wieder auf Rekordkurs

Die Aussicht auf eine längerfristig ultralockere Geldpolitik der US-Notenbank Fed lockte Anleger zunächst auch in den deutschen Aktienmarkt zurück. Der Dax (DAX 15'215.00 -0.13%) schliesst allerdings kaum verändert. Damit liegt er weiterhin knapp unter seinem jüngsten Rekordhoch.

Unter Druck standen Gerresheimer (GXI 85.90 -0.87%). Die Valoren des Anbieters von Verpackungen für die Pharmaindustrie gaben stark nach. Der Start ins Jahr sei gemischt mit einem schwachen Umsatz und Einmaleffekten sowohl im positiven wie im negativen Sinne, kommentierte Analyst Scott Bardo von Berenberg. Gleichwohl erwarte er eine positive Entwicklung in den kommenden Monaten.

Dollar gibt etwas ab

Der US-Dollar hat am Donnerstagnachmittag nach schwachen Daten zum US-Arbeitsmarkt zum Euro und zum Franken nachgegeben. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde am Nachmittag bei 1,1898 US-Dollar gehandelt.

Zur Schweizer Währung sank der Dollar auf 0,9256 Franken, nachdem er am Vorabend noch bei rund 93 Rappen notiert hatte. Der Euro notiert noch auf 1,1011 Franken, nachdem er am Morgen nach positiven Konjunkturdaten aus Deutschland noch bis auf ein Tageshoch von 1,1043 geklettert war.

Ölpreis leicht im Minus

Die Ölpreise sind am Donnerstag gefallen. Am Markt wurde der Verkaufsdruck mit jüngsten Infektionszahlen in der Corona-Krise begründet, wobei ein starker Anstieg in Indien in den Fokus rückte. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 63.32 +0.08%) kostete zuletzt 62,82 US-Dollar. Das waren 34 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI (WTI 59.71 +0.79%)) fiel um 53 Cent auf 59,25 Dollar.

Bitcoin (Bitcoin 60'016.00 0%) steigt und notiert bei 57’000 $. Damit verharrt die Kryptowährung weiter unter der Marke von 60’000 $, die sie in den letzten Tagen zwei Mal kurz überschritten hat.

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