Märkte / Aktien

SMI bei 12’500 ins Wochenende

Die Schweizer Börse liegt zum Wochenschluss klar im Plus. Vor allem Finanzwerte legen zu. Auch Zykliker zeigen sich fester.

(AWP/SPU) Die Schweizer Aktienbörse hat am Freitag fester geschlossen und die Woche versöhnlich ausklingen lassen. Der SMI (SMI 10'770.40 +0.27%) notierte bei Eröffnung bereits 0,9% im Plus. Bei Handlesende in Zürich erreichte der Leitindex gar die Marke von 12’500. Das Geschäft verlief laut Händlern bei guter Stimmung in recht ruhigen Bahnen.

Der Ölpreis zeigte sich weiter volatil. Am Freitagabend kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 100 $. Der Ölpreis hatte zuletzt einen grossen Teil der Aufschläge seit Ausbruch des Ukrainekrieges abgegeben. Er liegt aber immer noch deutlich höher als zu Jahresbeginn. Die Internationale Energieagentur (IEA) hatte am Donnerstag weitere 120 Mio. Barrel an Rohölreserven freigegeben, um die Folgen des Krieges Russlands gegen die Ukraine an den Märkten zu mildern. Ausserdem blicken die Anleger nun auch zuversichtlich der Bilanzsaison entgegen, hiess es weiter. Sie beginnt kommende Woche mit den Quartalsergebnissen der US-Grossbanken.

Positiv sei auch, dass sich die US-Zinskurve normalisiert habe, sagten Händler. Sie ist nicht mehr invers, da die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe mit über 2,65% auf den höchsten Stand seit drei Jahren gestiegen sei, sagte ein Händler. Der Renditeanstieg dürfte noch weitergehen, denn die US-Notenbank will wegen der hohen Inflation die Geldpolitik straffen. Sie geht davon aus, dass die US-Wirtschaft aktuell so stark ist, dass sie einen strafferen Kurs vertragen kann. So waren die Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche auf das niedrigste Niveau seit mehr als einem halben Jahrhundert gefallen.

Anleger an Wallstreet hielten sich derweil zurück. Die drei wichtigen Wallstreet-Indizes suchten bei Handelsende in Zürich noch eine gemeinsame Richtung. Der S&P 500 drehte ins Plus und gewann 0,1%. Der Dow Jones stand mit 0,6% im Plus. Negativ war die Entwicklung an der Technologiebörse. Der Nasdaq Composite büsste 0,6% ein.

Finanzaktien und Schwergewichte stärker

Im SMI verzeichnen unter anderem Finanzaktien Kursavancen. So gewannen die Grossbanken UBS (UBSG 15.29 -0.65%) und Credit Suisse (CSGN 5.42 +0.07%) sowie Partners Group (PGHN 860.40 +0.02%). Vor allem Banken gelten als Profiteure höherer Zinsen, hiess es am Markt.

Die Versicherer Swiss Re (SREN 73.94 -0.05%) und Swiss Life (SLHN 463.90 -0.24%) schlossen fester. Dagegen büssten Zurich Insurance (ZURN 419.90 +1.13%) ein – allerdings war das Minus rein optischer Natur. Der Titel wurde heute ex Ausschüttung von 22 Fr. gehandelt.

Zudem avancierten die Aktien des Luxusgüterkonzerns Richemont (CFR 100.25 -1.38%) erneut deutlich.

Einmal mehr beflügelten die Schwergewichte Nestlé (NESN 112.76 +1.18%), Novartis (NOVN 80.33 -0.64%) und Roche den Markt. Auch Zykliker wie ABB (ABBN 25.25 -0.82%) und Holcim (HOLN 40.70 -0.37%) gewannen.

Im SMIM (SMIM 2'593.65 +0.21%) legten Schindler (SCHP 174.55 +0.26%) zu. Die Valoren des Lift- und Rolltreppenherstellers werden neuerdings von einem beliebten deutschen Investorenbrief zum Kauf angepriesen, wie es am Markt hiess. Da konnte den Titeln auch die Kurszielsenkung durch Citigroup (C 46.87 +1.91%) auf 195 Fr. (von 218 Fr.) nichts anhaben. Auch die Aktien des Logistikkonzerns Kühne + Nagel (KNIN 224.50 -0.66%) verzeichneten Gewinne.

Verkauft wurden hingegen vermehrt Medizinaltechniker wie Sonova (SOON 309.60 +1.84%) und Straumann (STMN 115.30 +0.57%). Am Markt ist von Gewinnmitnahmen bei europäischen Medtechunternehmen die Rede.

In den hinteren Reihen zogen Skan (SKAN 51.70 -0.19%) klar an. Berenberg hatte das Kursziel auf 106 Fr. angehoben und zudem die Kaufempfehlung bekräftigt.

Meyer Burger (MBTN 0.4024 -0.54%) konnten die klaren Avancen aus dem frühen Handel nicht halten. Jefferies hatte zwar das Kursziel für den Solartechniktitel leicht gesenkt, aber die Einstufung «Buy» bestätigt.

Medartis (MED 81.90 -6.83%) büssten ein. Das Medizintechnikunternehmen bläst die geplante Ausgabe einer Wandelanleihe ab. Das Bookbuilding habe die Erwartungen nicht erfüllt, hiess es.

Hierzulande hatte zudem die Luzerner Kantonalbank (LUKN 412.00 -0.72%)mit einem etwas gemischten Resultat – die Berichtssaison zum ersten Quartal eingeläutet.

Gemischtes Bild in Asien

Zum Wochenausklang zeigten sich die Märkte in Asien uneinheitlich. In Tokio verzeichnete der Nikkei 225 ein Plus von 0,4%, der breiter gefasste Topix schloss 0,2% fester. Auf dem chinesischen Festland stieg der CSI 300 um 0,4%, auch der Shanghai Composite handelte 0,4% höher. In Hongkong verzeichnete der Hang Seng ein Minus von 0,4%. Der südkoreanische Kospi rückte um 0,2% vor. In Australien schlossen der ASX 200 und der ASX 300 den Handel mit einem Plus von 0,5% ab.

Euro erholte sich vom Tagestief

Der Euro geriet am Freitag zeitweise erneut unter Druck. Am Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung kurzzeitig 1.0837 $, was der niedrigste Stand seit Anfang März war. Danach fing er sich aber wieder und lag bei Börsenschluss in Europa bei 1,0881 $. Gegenüber dem Schweizer Franken tendierte der Euro praktisch unverändert bei 1.0161 Fr. Und auch der Dollar lag um 17.30 Uhr MESZ zum Schweizer Franken fast gleichauf mit den Kursen vom frühen Morgen und Vormittag bei 0.9351 Fr. Das USD/CHF-Paar hatte allerdings am Nachmittag analog zum USD/EUR-Kursrutsch kurzzeitig auf ein Tageshoch von 0.9375 angezogen.

Der russische Rubel reagierte unterdessen kaum auf eine Zinssenkung der Notenbank. Der Leitzins wurde um 3,0 Prozentpunkte auf 17,0% reduziert. Die Zinsentscheidung kam überraschend. Die Notenbank stellte weitere Zinssenkungen in Aussicht.

Gold und Bitcoin im Plus

Gold tendierte aufwärts. Der Preis pro Feinunze lag bei Börsenschluss in Europa bei 1943 $.

Bitcoin notierte höher. Die grösste Cyberdevise stand am Abend bei knapp 44’000 $.