Märkte / Aktien

SMI schliesst im roten Bereich

Die Schweizer Börse gibt nach. Swiss Life, Adecco und LafargeHolcim stehen im Fokus. Wallstreet handelt verhalten. Der Euro gerät unter Druck.

(AWP/Reuters/SPU) Die Schweizer Börse ist den ganzen Handelstag in der Verlustzone stecken geblieben und hat folglich leichter geschlossen. Der Swiss Market Index SMI (SMI 8769.45 -0.49%) eröffnete 0,4% im Minus und verharrte im weiteren Handelsverlauf auf diesem Niveau. Gestern hatte er 0,8% gewonnen.

Vor der Erklärung von US-Präsident Donald Trump zur Zukunft des Atomabkommens mit dem Iran am Abend hielten sich auch die Anleger an Wallstreet zurück. Bei Börsenschluss in Europa notierten mit dem Dow Jones (Dow Jones 24465.64 -2.21%), dem S&P 500 (SP500 2641.89 -1.82%) und dem Nasdaq Composite alle drei grossen Indizes unverändert.

Adecco büssten deutlich ein

Bei den Schweizer Blue Chips standen die Quartalszahlen von LafargeHolcim (LHN 44.66 -2.34%), Swiss Life (SLHN 371.6 -2.7%) und Adecco (ADEN 47.07 -0.97%) im Fokus. Die Aktien von LafargeHolcim schlossen klar tiefer. Die widrigen Wetterverhältnisse in Europa und Nordamerika hatten den Zementriesen zu Jahresbeginn gebremst. Er zeigt sich indes zuversichtlich, die Ziele 2018 zu erreichen.

Adecco gerieten nach der Publikation der Geschäftszahlen zum ersten Quartal unter Druck und fielen auf ein Jahrestief. Der Gewinn des Personaldienstleisters war in den ersten drei Monaten stärker gesunken als von Analysten befürchtet, um gut ein Viertel auf 130 Mio. €. Der Umsatz war mit 1,69 Mrd. € wie erwartet geringfügig niedriger. «Das Umsatzwachstum betrug im März/April 5 bis 6%, was auf eine weitere leichte Abschwächung im zweiten Quartal hindeutet», erklärte Vontobel-Analyst Michael Foeth. Er geht davon aus, dass die Margen vorerst unter Druck bleiben und erst in der zweiten Jahreshälfte eine Produktivitätssteigerungen eintritt.

Swiss Life stiegen derweil. Der Versicherer hatte Bruttoprämien, Policengebühren und erhaltene Einlagen im ersten Quartal gesteigert und damit die Erwartungen übertroffen. Ebenso legten Swiss Re (SREN 87.5 -1.15%) zu.

Deutlich gaben die Aktien des Lifesciencekonzerns Lonza (LONN 295.8 -1.33%) ab, nachdem sie gestern klar gestiegen waren. Die Titel der Schwergewichte Nestlé (NESN 83.5 0.24%) und Roche (ROG 247.55 0.43%) belasteten den Index.

Auf der Verliererseite zu finden waren neben konjunkturzyklischen Werten wie dem Elektrotechnikkonzern ABB (ABBN 19.63 -1.23%), der Sanitärtechnikfirma Geberit (GEBN 376.8 -0.16%) und dem Bauchemieunternehmen Sika (SIKA 121.1 -2.5%) auch Bankvaloren wie Credit Suisse (CSGN 11.76 -4.55%), UBS (UBSG 13.26 -2.32%) und Julius Bär (BAER 40.4 -7.19%).

Dufry im Plus

Auch der breite Markt – gemessen am Index der mittelgrossen Unternehmen SMIM (SMIM 2217.891 -1.16%) – zeigte sich verhalten, schloss aber nur minimal im Minus.

Dufry (DUFN 101.5 -1.36%) schlossen fester. Sie legten bei Eröffnung 2,1% zu und zogen bis zu 5,3% an. Der Reisedetailhändler hatte sich im ersten Quartal operativ gesteigert. Unter dem Strich blieb wegen Sondereffekten ein Minus.

Vifor Pharma (VIFN 127.05 -0.55%) profitierten kaum von einer Meldung aus den USA. Das Pharmaunternehmen hat eine weitere Zulassung für das Medikament Veltassa erhalten.

Die Aktien von Schmolz + Bickenbach (STLN 0.586 -1.68%) büssten ein, obwohl der Stahlproduzent den Gewinn im ersten Quartal auf 59 Mio. € vervielfacht hatte.

Leonteq (LEON 43.4 0.09%) setzten nach den deutlichen Gewinnen im gestrigen Handel ihren Kursanstieg fort.

Temenos (TEMN 119.3 -3.4%) verbuchten Gewinne. Der Bankensoftwareanbieter hatte mit der St. Raphael’s Garda Credit Union einen Auftrag aus Irland erhalten.

Dagegen beendeten Sonova (SOON 146.65 -2.23%) den Handelstag klar leichter

Asien im Plus

An den Handelsplätzen in Fernost überwogen die positiven Vorzeichen. Am stärksten präsentierte sich in der Region der Hongkonger Hang Seng (Hang Seng 25840.34 -2.02%) Index mit einem Anstieg von 1,4%. Die Börse in Schanghai legte 0,9% zu. Dank einem kräftigen Handelsbeginn lag der Nikkei 225 in Tokio 0,2% im Plus. Der breiter gefasste Topix stieg 0,4%. Der Kospi (Kospi 2080.58 -0.71%) an der südkoreanischen Börse büsste 0,6% ein.

Euro unter 1.19 Fr.

Der Eurokurs gerät unter Druck und notiert unter 1.19 $. Die europäische Gemeinschaftswährung fällt auf 1.1873 $ und erreicht so den tiefsten Stand in diesem Jahr. Auch zum Franken schwächt sich der Euro nach einer zuletzt stabilen Phase ab. Er handelt derzeit zu 1.1980 Fr. Der Dollar notiert stabil auf 1.0027 Fr.

Ölpreis deutlich leichter

Öl der Sorte Brent kostete pro Barrel (159 Liter) nach einem Verlust von 3% noch knapp 74 $. Gold handelte leichter bei 1308 $ pro Feinunze.

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