Märkte / Aktien

SMI schliesst im Minus

Die Schweizer Börse notiert am Mittwoch tiefer. Nestlé stabilisieren den Markt. Der Goldpreis steigt über 1800 $. Der Euro liegt über 1.13 $.

(AWP/SPU) Für den Schweizer Aktienmarkt ging es zur Wochenmitte tendenziell abwärts. Der Swiss Market Index SMI (SMI 10163.6 -0.94%) notierte bei Eröffnung 0,6% im Minus. Damit unterschritt er die Marke von 10’200 deutlich. Vor dem Mittag baute der Leitindex seine Verluste jedoch ab und drehte sogar ins Plus – allerdings nur für kurze Zeit. Bis Handelsende verharrte der SMI in einer engen Spanne zwischen 10’150 und 10’200. Auf Wochensicht notiert er dank der klaren Kursgewinne vom Montag damit immer noch leicht im Plus. Auch an den europäischen Börsen war am Mittwoch davon die Rede, dass Investoren ihre jüngsten Gewinne teilweise versilbern.

In New York zeigten sich die Aktienmärkte unentschlossen. Die drei Hauptindizes bauten bis Börsenschluss in Europa ein ansehnliches Plus aus dem frühen Handel ab. Der Dow Jones (Dow Jones 27931.02 0.12%) und auch der reit gefasste S&P 500 (SP500 3372.85 -0.02%) notierten unverändert. Der Nasdaq Composite der US-Technologiebörse stieg um 0,4%.

Die jüngsten Nachrichten rund um das Coronavirus sorgten für eine gewisse Zurückhaltung. In vielen Ländern sind die Zahlen der Neuinfektionen zuletzt wieder gestiegen, die USA erreichten mit rund 60’000 Coronainfektionen einen neuen Rekord. Das werfe Fragen über die weiteren Lockerungspläne und die wirtschaftlichen Folgen auf, hiess es im Handel. Die Entwicklung in den USA hat erneut auch Vertreter der US-Notenbank Fed auf den Plan gerufen. Sie haben weitere Massnahmen im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen in Aussicht gestellt.

Nestlé stützten den SMI

Dank der Avancen der schwergewichtigen Titel von Nestlé (NESN 108.7 -0.35%) konnte sich der Markt stabilisieren. Roche (ROG 310.7 -1.49%) und Novartis (NOVN 77.25 -0.69%) dienten derweil nicht als Stütze im heutigen Handel.

Zykliker lieferten ein gemischtes Bild. Während ABB (ABBN 23.85 -1.2%) und Sika (SIKA 207.4 -1.8%) zulegten, blieben Adecco (ADEN 47.25 -0.65%) deutlich zurück. LafargeHolcim (LHN 43.97 -1.19%) schlossen ebenfalls im Minus. Bei ABB hatten zuvor die Analysten der Deutschen Bank in einer Studie geschrieben, die jüngsten Makrodaten liessen auf eine schnelle Erholung hoffen.

Zu den Verlierern im SMI gehörten die Aktien der Grossbanken UBS (UBSG 11.215 -1.1%) und Credit Suisse (CSGN 10.43 -0.33%). Mit Swiss Life (SLHN 353.7 -0.06%), Swiss Re (SREN 73.08 -0.65%) und Zurich Insurance (ZURN 344.1 -0.32%) waren auch die Versicherer schwächer aufgelegt.

Schindler erneut im Plus

Im SMIM (SMIM 2592.668 -0.57%) setzten die Titel des Lift- und Roltreppenherstellers Schindler (SCHP 235.3 -0.93%) den Aufwärtstrend fort, nachdem sie gestern durch Analystenkommentare angetrieben worden waren.

Auf der anderen Seite waren Dufry (DUFN 27.62 -2.64%) zu finden. Die Aktien des Reisedetailhändlers büssten stark ein. Auch Flughafen Zürich (FHZN 124.9 -0.72%) schlossen leichter.

Während bei den Technologiewerten die Chipaktien AMS (AMS 16.255 -4.07%) einbüssten, verzeichneten die Valoren des Bankensoftwarespezialisten Temenos (TEMN 136.35 -2.19%) Kursgewinne. Die Valoren des Computer- und Gamingzubehörherstellers Logitech (LOGN 67 -1.85%) kamen kaum vom Fleck.

Die Berichtssaison wird hierzulande in den kommenden Tagen mit einzelnen Unternehmen langsam starten. Am morgigen Donnerstag steht zunächst der Schokoladenkonzern Barry Callebaut (BARN 1947 1.04%) auf der Agenda, bevor am Freitag dann Ems-Chemie (EMSN 795 -1.61%) folgt. Erst in der kommenden Woche beginnt sich der Kalender dann auch mit ersten Blue Chips zu füllen.

Die Aktien der Messebetreiberin MCH Group (MCHN 14.65 -2.33%) legten zu, sie waren am Nachmittag zeitweise vom Handel ausgesetzt gewesen. MCH verhandelt mit Lupa Systems von James Murdoch über eine Kapitalerhöhung.

Kardex (KARN 177.6 0.23%) büssten ein. Das Lagerlogistikunternehmen ist von der Coronakrise stark getroffen worden und erwartet für das erste Halbjahr einen deutlichen Rückgang beim Umsatz und bei der Profitabilität.

Bei den Aktien der Biotech-Unternehmen kam es zu grösseren Kursbewegungen. Molecular Partners (MOLN 20.55 -1.44%) zogen stark an. Das Unternehmen hatte gestern rund 5,5 Mio. neue Aktien platziert. Händler sprachen von einer Gegenbewegung nach dem jüngsten Kurssturz. Erneut ins Minus drehten die äusserst volatilen ObsEva (OBSV 2.5 0.4%). Santhera (SANN 6.64 -1.92%) stiegen. Cosmo (COPN 88.2 -1.12%) bewegten sich relativ wenig. Das Unternehmen wird nach einer Zulassung in Italien eine Meilensteinzahlung von 1,5 Mio. € erhalten.

Gemischtes Bild in Asien

Die asiatischen Aktienmärkte tendierten am Mittwoch uneinheitlich. In Japan notierte der Topix 100 gut 0,9% unter dem Vortageswert, der Nikkei 225 schloss mit einem Minus von 0,8%. Aufwärts ging es dagegen in Hongkong und an den chinesischen Märkten. Der Hang Seng gewann 0,1%. Der Shanghai Composite rückte 1,1% vor, und in Shenzhen avancierte der Shenzhen Composite 1%. Auch in Korea verzeichnete die Börse leichte Verluste. Der Kospi gab gut 0,2% nach.

Euro erreichte 1.13 $

Der Euro legte am Mittwoch im Nachmittagshandel zum Dollar merklich zu. Die Gemeinschaftswährung kostete um 17.30 Uhr MESZ 1.1320 $. Am Morgen hatte der Euro noch deutlich unter 1.13 $ gelegen. Zum Franken bewegte sich der Euro derweil mehr oder weniger stabil und notierte bei 1.0625 Fr. Der Dollar zeigte sich zur Schweizer Währung mit 0.9381 Fr. hingegen schwächer.

Gold über 1800 $

Der Goldpreis setzte seinen Höhenflug fort. Das Edelmetall stieg am Mittwoch über 1800 $ pro Feinunze. Das ist der höchste Kurs seit rund neun Jahren. Der Ölpreis legte leicht zu. Der Handel verlief sehr ruhig, ohne entscheidende Impulse. Bei Handelsende in Europa kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 44.93 -0.53%) rund 43 $.

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