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Schweizer Börse schliesst im Minus

Trotz Zollstreits mit den USA legt China starke Konjunkturdaten vor. Den heimischen Aktienmarkt konnte das nicht positiv bewegen. Die Sanktionen gegen den Iran wiegen schwerer.

(AWP/Reuters/VA) Nach einem freundlichen Vortag gab die Schweizer Börse am Mittwoch Gewinne ab. Der Leitindex SMI (SMI 8997.72 0.8%) und der breite SPI (SXGE 10718.33 0.75%) schliessen im Minus.

Zu den Gewinnern zählten ABB (ABBN 22.24 1.14%), Richemont (CFR 84.6 1.27%), Lonza (LONN 311.5 -0.03%), SGS (SGSN 2562 0.87%) und Adecco (ADEN 58.08 1.11%). Abgeben mussten LafargeHolcim (LHN 48.69 1.08%), Roche (ROG 239.2 0.82%), Geberit (GEBN 428.4 1.28%), Sika (SIKA 138.4 2.22%) und Swisscom (SCMN 452.9 -1.14%).

Im breiten Markt standen nach der Veröffentlichung von Halbjahreszahlen Vifor Pharma (VIFN 177.8 1.31%) unter Druck. Daneben verzeichneten DKSH (DKSH 70.4 0.43%) nach einer Herabstufung durch die Analysten von Credit Suisse (CSGN 14.865 0.68%) Verluste.

Aryzta (ARYN 9.46 0.77%) handelte mit Abschlägen, nachdem der US-Konkurrenten Hostess Brands eine Gewinnwarnung herausgegeben hatte. Nach guten Halbjahreszahlen konnten Schmolz + Bickenbach (STLN 0.798 2.97%) erst zulegen, handelten aber in der Verlustzone.

Auch der deutsche Leitindex Dax (DAX 12237.17 0.61%) handelte am Mittwoch im Minus. Anleger hatten erwartet, dass die überraschend starken Konjunkturdaten des wichtigen Handelspartners China stützend wirken würde.

Trotz des Zollstreits mit den USA stiegen die chinesischen Exporte im Juli 12,2% und die Importe sogar 27,3%. Daneben hellten Spekulationen auf ein Konjunkturprogramm der Regierung in Peking die Stimmung der Investoren auf, sagten Aktienhändler.

Importe aus China mit einem Volumen von 16 Mrd. $ würden ab 23. August mit zusätzlichen Zöllen belastet, teilte das Büro des US-Handelsbeauftragten mit. Insgesamt 279 Produktgruppen seien von den Zöllen betroffen. China reagierte mit gleichwertigen Massnahmen.

Seit Dienstag sind zudem die US-Sanktionen gegen den Iran in Kraft. Dem Land ist es nun unter anderem verboten, US-Dollar zu kaufen und mit Gold (Gold 1174.3 -0.05%), Metallen, Kohle (Kohle 99 0%) und Industrie-Software zu handeln. Zudem warnte US-Präsident Donald Trump Firmen vor Verstössen gegen die neuen Strafmassnahmen.

Einige Länder, darunter die Schweiz, wollen nicht bei den Sanktionen mitziehen. Unternehmen sind dagegen besorgt. Der Zughersteller Stadler Rail hat bereits Konsequenzen gezogen.

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