Märkte / Aktien

SMI schliesst tiefer – Wallstreet schwach

Die Schweizer Börse gibt nach, erholt sich aber vom Tagestief. Schwergewichte stabilisieren den Markt. Der Ölpreis rutscht unter 40 $.

(AWP/SPU) Die Schweizer Börse hat am Dienstag eingebüsst. Der SMI (SMI 10325.44 -2.03%) lag bei Eröffnung noch 0,3% im Plus und damit über der Marke von 10’300. Im frühen Handel kam der Leitindex jedoch zurück und drehte ins Minus. Die Anschlusskäufe seien abgeebbt, hiess es am Markt. Am Nachmittag weitete der SMI seine Verluste aus und rutschte unter die Marke von 10’200. Vom Tagestief bei 10’150 erholte sich der Leitindex aber spürbar im späten Handel und schloss bei 10’250.

In New York gaben die Aktienmärkte nach dem langen Wochenende deutlich nach. Die wichtigen Wallstreet-Indizes büssten bei Handelsende in Zürich allesamt ein. So verlor der S&P 500 (SP500 3281.06 -1.16%) 2%. Der Dow Jones (Dow Jones 27147.7 -1.84%) handelte 1,7% leichter. Klare Verluste von rund 3% verzeichnete die Technologiebörse Nasdaq Composite. Ein Grund hierfür sei die Nachricht, dass die japanische Beteiligungsfirma Softbank am Terminmarkt mit Milliardenbeträgen auf US-Technologiewerte gesetzt hatte, um Geld aus Anteilsverkäufen vorübergehend anzulegen, sagte Ken Peng, Chef-Anlagestratege für Asien bei der Citibank. Wer sich in den vergangenen Monaten Kaufoptionen gesichert habe, stehe bislang sehr gut da. «Aber das wird später zu einem Problem, wenn diese Positionen wieder aufgelöst werden.»

Zu den Verlierern gehörten die grossen Technologiekonzerne wie Amazon (AMZN 2960.47 0.19%), Apple (AAPL 110.08 3.03%), Facebook (FB 248.15 -1.73%) oder die Google-Mutter Alphabet (GOOGL 1430.14 -1.44%). Die Papiere von Tesla (TSLA 449.39 1.64%) brachen ein, nachdem S&P Dow Jones dem Elektroauto-Bauer die allgemein erwartete Aufnahme in den S&P 500 verwehrt hatte. Der Index-Anbieter gab Firmen mit einem deutlich geringeren Börsenwert, aber häufigeren Quartalsgewinnen den Vorzug.

Zudem keimten auch wieder politische Sorgen, die zuletzt wegen der Coronapandemie etwas in den Hintergrund geraten waren. So hat US-Präsident Donald Trump vor der Presse sein Ziel bekräftigt, die wirtschaftlichen Bande zwischen den Vereinigten Staaten und China weiter zurückzufahren, und damit den Zollstreit wieder auf das Parkett gebracht. Ein anderer Faktor ist der Brexit, bei dem jüngste Entwicklungen auch ein ungeregeltes Ausscheiden Grossbritanniens aus dem europäischen Binnenmarkt nicht ausschliessen.

Swiss Re gegen den Trend

Im SMI drehten die meisten Valoren ins Minus, dabei hatte alle zwanzig bei Eröffnung noch im Plus gelegen. An der Spitze des SMI schlossen die Aktien des Luxusgüterherstellers Swatch Group (UHR 210.7 -2.27%). Gefragt waren zudem Swiss Re (SREN 69.6 -4.92%). Der Rückversicherer erwartet Preiserhöhungen in allen Segmenten. Grund dafür sind tiefe Zinsen, Grossschäden und wachsende Risiken.

Derweil drehten mit den Aktien von Swiss Life (SLHN 353.9 -4.17%) und Zurich Insurance (ZURN 331.4 -3.72%) ins Minus. Besonders schwach notierten die Bankaktien von UBS (UBSG 10.305 -6.15%) und Credit Suisse (CSGN 9.174 -6.31%). Bei den Life-Science-Titeln Lonza (LONN 572 -0.04%), den stärksten SMI-Aktien im Jahresverlauf, setzten erneut Gewinnmitnahmen ein. Auch die Bauchemiewerte Sika (SIKA 217.1 -2.91%) gaben nach.

Die Schwergewichte verhinderten grössere Abgaben. Die Aktien des Nahrungsmittelriesen Nestlé (NESN 108.42 0%) gaben leicht nach. Die Genussscheine von Roche (ROG 338 -1.49%) beendeten den Tag im Plus. Der Pharmakonzern hatte von der US-Gesundheitsbehörde FDA die Zulassung für einen Test auf das humane Polyomavirus (BK-Virus) erhalten.

Die Valoren von Novartis (NOVN 81.58 -1.63%) zeigten sich stabil. Der Roche-Konkurrent wird am Fachkongress Actrims-Ectrims eine Vielzahl an Daten zur Behandlung der multiplen Sklerose vorstellen. Wie er am Dienstag angekündigt hatte, werde man mit 48 sogenannten Abstracts an der Tagung vertreten sein.

Partners Group konnten sich nicht im Plus halten

Nach anfangs steilen Avancen schlossen die Anteile von Partners Group (PGHN 833.4 -2.44%) in der Verlustzone. Der Vermögensverwalter hatte im ersten Halbjahr wegen der Coronakrise zwar weniger Umsatz gemacht und weniger verdient, aber dennoch die Analystenerwartungen übertroffen. Unter dem Strich stand ein um gut ein Fünftel tieferer Reingewinn von 313 Mio. Fr.

Die Technologietitel AMS (AMS 17.475 -3.98%), Temenos (TEMN 129.25 -4.15%) und Logitech (LOGN 65.54 1.17%) litten unter Gewinnmitnahmen. Tiefer notierten auch die reisenahen Werte von Dufry (DUFN 27.74 -9.35%) und Flughafen Zürich (FHZN 125.5 -3.91%).

Bei Zyklikern war das Bild uneinheitlich. Während Dormakaba (DOKA 503 -4.55%), OC Oerlikon (OERL 7.62 -3.85%) oder Clariant (CLN 18.45 -2.77%) verloren, gewannen Kühne + Nagel (KNIN 174.1 -1.86%) sowie Schindler (SCHP 248.1 -3.24%).

Am breiten Markt lagen die Papiere von Zur Rose (ROSE 230.5 -1.71%) im Plus. Die Versandapotheke und der Krankenversicherer KPT lancieren gemeinsam ein digitales Angebot, den neue Assistenten Medi+, der Patienten beim Umgang mit Medikamenten unterstützen soll.

Anleger machten bei Bachem (BANB 375 0%) Kasse. Die Aktien haben dank einer sehr starken Geschäftsentwicklung des Biochemieunternehmens zuletzt markant gewonnen.

Höher waren Poenina (PNHO 49.5 -0.4%). Die Haustechnikfirma überzeugt die Anleger mit optimistischen Aussagen zum weiter hohen Auftragsbestand.

Unter Angaben litten Wisekey (WIHN 1.23 -1.6%). der Cybersecurity-Anbieter hatte im ersten Halbjahr einen Betriebsverlust von 7,3 Mio. $ erlitten.

Asien mit Avancen

In Asien drehten die Aktienmärkte am Dienstag nach einem schwachen Start ins Plus. US-Präsident Donald Trump verschärfte seinen Ton gegenüber China, indem er erneut eine Entkopplung der amerikanischen und der chinesischen Wirtschaft propagierte. In Tokio steig der Nikkei 225 um 0,8% und der breiter diversifizierte Topix um 0,7%. Der Hongkonger Hang Seng kletterte 0,2% hinauf, und auf dem chinesischen Festland gewann der CSI 300 0,4%. Der koreanische Kospi avancierte 0,7%.

Dollar zeitweise bei 0.92 Fr. – Euro unter 1.18 $

Der Dollar zeigte sich zur Schweizer Währung am Dienstag bei Börsenschluss in Europa wenig verändert bei 0.9166 Fr. zu. Zwischenzeitlich stieg er auf einen Kurs von 0.92 Fr. Das war der höchste Stand seit rund einem Monat. Der Kurs des Euros sank zum Dollar. Um 17.30 Uhr MESZ wurde die Gemeinschaftswährung wieder unter 1.18 $ bei 1.1795 $ gehandelt. Gegenüber dem Franken zeigte sie sich ebenfalls etwas leichter. Am Abend kostete der Euro 1.0814 Fr.

Ölpreis unter 40 $

Der Ölpreis büsste nach überwiegend schwachen Entwicklungen der vergangenen Handelstage auch am Dienstag klar ein. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 41.64 -0.05%) kostete am Abend 39.50 $. Damit rutschte er zum ersten Mal seit Juni unter die Marke von 40$. Gold (Gold 1912.61 -1.95%) zeigte sich nach zwischenzeitlich deutlichen Verlusten wenig verändert bei einem Kurs von 1908 $ pro Feinunze.

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