Märkte / Aktien

SMI schliesst deutlich im Minus

Die Schweizer Börse startet mit klar tieferen Kursen in die neue Woche. Sonova büssen markant ein. Der Euro notiert schwächer zum Franken. Gold und Öl verlieren an Wert.

(AWP/Reuters/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat zu Wochenbeginn klar tiefer geschlossen. Damit setzte sich der Abwärtstrend von Ende vergangener Woche fort. Der Swiss Market Index SMI (SMI 9744.98 -0.62%) notierte bei Eröffnung 0,3% leichter. Im weiteren Handelsverlauf verstärkte sich die Abwärtsbewegung, und der Leitindex rutschte deutlich unter die 9000-Punkte-Marke. Die Vorwoche hatte er nach einem gewissen Zickzackkurs mit einem Abschlag von etwa 0,5% beendet.

Spekulationen auf rascher als gedacht steigende US-Zinsen und ein weiter eskalierender Handelsstreit USA/China belasteten Wallstreet. Der Dow Jones (Dow Jones 25628.9 -2.37%) fiel bei Börsenschluss in Europa 0,4%. Der S&P 500 (SP500 2847.11 -2.59%) verlor ebenfalls 0,4%, der Nasdaq Composite 1%. Vor allem die höheren Renditen bei Staatsanleihen drückten die Kurse, da damit die Bonds gegenüber Aktien an Attraktivität gewinnen.

SMI-Banken schwächer

Deutlich nach unten bewegten sich im Schweizer Leitindex die Aktien von UBS (UBSG 10.345 -0.91%), Julius Bär (BAER 38.29 -1.31%) und Credit Suisse (CSGN 11.225 -1.01%). UBS steht ab diesem Montag in Paris zusammen mit einigen ehemaligen Angestellten vor Gericht. Die Anklage lautet auf illegale Anwerbung von Kunden und auf Geldwäscherei. Der Prozess soll sechs Wochen dauern und könnte die Grossbank teuer zu stehen kommen.

Die Aktien von Schwergewicht Novartis (NOVN 87.34 -0.48%) gaben nach. Der Konzern hatte zuvor mitgeteilt, dass die Zulassungsbehörden in den USA und Europa den Antrag für das MS-Mittel Siponimod zur Bearbeitung angenommen haben. Es wäre das erste, das zur Behandlung einer bestimmten Form der MS eingesetzt werden könnte. Dass der Markt nicht noch deutlich tiefer schloss, war vor allem den beiden Schwergewichten Nestlé (NESN 107.9 -0.37%) und Roche (ROG 271.85 -0.02%) zu verdanken, die sich nahezu stabil hielten.

Einen Tag vor den Umsatzzahlen hielten sich auch die Anteilsscheine von Givaudan (GIVN 2583 -0.31%) etwas besser als der Gesamtmarkt. Analysten gehen bei dem Hersteller von Duft- und Aromastoffen von einem Umsatzplus für die ersten neun Monate aus.

Bei den Zyklikern wie Swatch Group (UHR 267.7 -0.93%) und Richemont (CFR 76.14 -1.07%) sowie Sika (SIKA 137.7 -1.08%) und LafargeHolcim (LHN 45.73 -2.24%) waren klare Verluste auszumachen.

Sonova klar im Minus

Im grossen Stil trennten sich Investoren von Sonova (SOON 228.4 -0.65%). Mit einem klaren Minus waren sie an ihrem dritten Verlusttag in Folge der mit Abstand grösste Verlierer unter den Blue Chips. Von Händlerseite hiess es, kurzfristig orientierte Investoren zögen Mittel aus den Titeln ab. Als Grund wurden die sinkenden Erwartungen für eine Jahresendrally genannt. Zudem betonte eine Studie von Bernstein, dass die US-Zulassung einer Hörhilfe der Firma Bose möglicherweise den Kampf im Einzelhandel eröffnet habe. Veränderungen in diesem Markt sehen die Experten als mögliche Gefahr für Sonova.

Mit etwas Abstand folgten ebenfalls aus dem Gesundheitssektor die Aktien von Vifor Pharma (VIFN 155.75 -0.61%). Auch sie setzten ihren seit vergangener Woche anhaltenden Abwärtstrend damit fort. Aktuell hatte sich UBS in einem Kommentar kritisch über die unmittelbaren Risiken geäussert.

Beim Chiphersteller AMS (AMS 38.98 -3.87%) wiederum folgten Investoren den schwachen Vorgaben aus Übersee und stiessen die Titel verstärkt ab. Zudem wurde im Handel auf eine aktuelle Beteiligungsmeldung verwiesen. Demnach hatte der Investor Wellington Management seinen Anteil von gut 4 auf unter 3% gesenkt. Es gebe Spekulationen, er wolle sich von seiner kompletten Position trennen.

Im breiten Markt reagierten Comet (COTN 80.05 1.01%) eher negativ. Hier fordert die Investmentgesellschaft Veraison, dass das Management des Industrieunternehmens «Optionen prüfen» soll, wie Veraison-Mitgründer Gregor Greber im FuW-Interview sagte.

Asiens Märkte schwächer

Zum Wochenstart schwächelten die asiatischen Börsen, obschon die People’s Bank of China mehr Geld in den Markt pumpte. Der chinesische Blue-Chip-Index CSI 300 sackte 3,6% ab. Der Hang Seng in Hongkong gab 0,9% nach. Die Börse Japan blieb wegen eines Feiertags geschlossen.

Euro schwächer

Der Euro bewegte sich abwärts. Die europäische Gemeinschaftswährung handelte zur US-Valuta bei 1.1473 $ und damit klar tiefer. Ähnlich verhielt es sich mit dem Euro-Franken-Paar, das um 17.30 Uhr MESZ tiefer, bei 1.1395 Fr., handelte. Der Dollar festigte sich dagegen bei einem Stand von 0.9931 Fr.

Goldpreis tiefer

Der Ölpreis knüpfte an die Verluste der vergangenen Woche an und sank weiter. Das Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 58.85 -2.44%) kostete bei Börsenschluss in Europa gut 83 $. Gold (Gold 1526.9 1.91%) lag nach deutlichen Verlusten bei 1186 $ pro Feinunze.

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