Märkte / Aktien

SMI schliesst bei 9800

Die Schweizer Börse notiert klar im Minus. Autoneum, Aryzta sowie AMS und VAT stehen unter Druck. Die Wallstreet verliert ebenfalls.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Dienstag klar im Minus beendet. Nachdem der Swiss Market Index SMI (SMI 10048.75 0.85%) am Montag noch Erholungstendenzen gezeigt hatte, büsste er nun deutlich ein. Der Leitindex notierte bei Eröffnung noch nahezu unverändert. Vor dem Mittag rutschte er jedoch ab. Am Nachmittag weitete er seine Verluste aus und schloss an der Marke von 9800.

Auch in New York zeigten sich die Anleger zurückhaltend. Die drei viel beachteten Wallstreet-Indizes gaben bei Börsenschluss in Europa deutlich nach. Der Dow Jones (Dow Jones 27024.8 0.89%), der breiter gefasste S&P 500 (SP500 2995.68 1%) und auch der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite büssten jeweils etwas mehr als 1% ein.

Händler wurden denn auch nicht müde zu betonen, dass Investoren anfällig für politische Schlagzeilen bleiben. Am Donnerstag sollen die USA und China ihre Handelsgespräche wieder aufnehmen. Allerdings hätten beide Seiten im Vorfeld mit einem gewissen Säbelrasseln für Unruhe gesorgt. So erklärte die chinesische Seite, sie sei nicht unbedingt an einer breit angelegten Einigung mit den USA interessiert. Zudem hatte sie offenbar die Themen, über die sie zu verhandeln bereit ist, eingeschränkt. Gleichzeitig hatten die USA weitere chinesische Firmen auf eine schwarze Liste gesetzt.

Nur Verlierer im SMI

Gewinner waren im Schweizer Leitindex nicht vorhanden. Die schwergewichtigen Titel von Nestlé (NESN 105.94 -0.11%) und Roche (ROG 290.25 0.71%) hielten sich besser als der Gesamtmarkt, obwohl auch die Aktien des Nahrungsmittelmultis und die Genussscheine des Pharmakonzerns im Minus schlossen. Novartis (NOVN 86.33 0.43%) konnten von der US-Zulassung für das Augenmittel Beovu sowie positiven Studienergebnissen nicht profitieren. Derweil hatten die Pharmaaktien am Vortag noch von ihrer defensiven Natur profitiert und deutlicher gewonnen.

Konjunktursensitive Valoren wie Adecco (ADEN 56.5 1.84%), LafargeHolcim (LHN 47.94 1.05%), ABB (ABBN 18.78 1.65%) oder auch die Aktien der Luxusgüterhersteller Swatch Group (UHR 264.6 1.19%) und Richemont (CFR 73.1 1.11%) gaben nach. Gerade die beiden Uhrenhersteller leiden immer wieder unter den anhaltenden Unruhen in Hongkong.

Im Minus lagen auch die Bankaktien um UBS (UBSG 11.235 1.49%) und Credit Suisse (CSGN 12.245 2.25%).

VAT Group mit klarem Minus

Stabil bis freundlich präsentierten sich die Valoren der Gesundheitsunternehmen im SMIM (SMIM 2618.348 0.68%) wie Vifor Pharma (VIFN 156 0.22%), Straumann (STMN 861 0.51%) und Sonova (SOON 228.2 0.44%).

Mit AMS (AMS 45.46 4.55%) und Logitech (LOGN 40.8 0.25%) hatten Technologiewerte einen schweren Stand. Dabei waren die Aussagen des koreanischen Handyherstellers Samsung an sich als positiv gewertet worden. Eine boomende Nachfrage nach dem neuen Smartphone Galaxy Note 10 dürfte den Gewinneinbruch etwas schwächer ausfallen lassen als befürchtet, hatte das Unternehmen mitgeteilt.

VAT Group (VACN 128.95 1.06%) fielen mit deutlichen Verlusten auf. Dass es die Papiere des Vakuumventilherstellers stärker erwischte, war auf eine Branchenstudie der Royal Bank of Canada zurückzuführen. Speziell zu VAT hiess es, die Geschäftssituation bleibe angespannt. Gleichzeitig äusserten sich die Experten zu den europäischen Industriefirmen eher skeptisch. Die Abschwächung der Wirtschaft hinterlasse zunehmend Spuren, hiess es in dem Report.

Autoneum klar tiefer

Im breiten Markt büssten die Aktien von Aryzta (ARYN 0.883 3.2%) nach eher schwachen Zahlen und vorsichtigem Ausblick ein.

Auch die Papiere des Autozulieferers Autoneum (AUTN 107.3 3.87%) sackten nach einer weiteren Gewinnwarnung und einem CEO-Wechsel ab.

Die Aktien des Biotechunternehmens Addex legten zu. Auslöser war die Nachricht, dass der Forschungspartner Indivior dem Unternehmen weitere finanzielle Mittel zur Verfügung stellt.

Asien fester

Die asiatischen Börsen notierten im Plus. Der Nikkei in Tokio gewann 1%, auch der Shanghai Composite (+0,5%) und der Hang Seng (+0,6%) standen höher. Ebenso avanciert der Kospi in Seoul (+1,2%). Der Hongkonger Börsenbetreiber Hong Kong Exchanges & Clearing  ist nicht mehr an der Übernahme der Londoner Börse LSE interessiert.

Euro tiefer

Der Euro schwächte sich am Dienstag ab. Die Gemeinschaftswährung notierte zum Dollar tiefer, bei Börsenschluss in Europa lag der Kurs bei 1.0959 $. Gegenüber dem Franken notierte sie ebenfalls tiefer und ging um 17.30 Uhr MESZ zu 1.0883 Fr. um. Der Dollar verlor zum Franken. Er kostete 0.9930 Fr.

Das britische Pfund geriet ebenfalls unter Druck. Die britische Regierung glaubt Medienberichten zufolge nicht mehr an einen Erfolg der Gespräche über ein EU-Austrittsabkommen. Zum Dollar sank das Pfund auf 1.2195 $. Dies ist der niedrigste Stand sei Anfang September.

Goldpreis bei 1500 $

Der Goldpreis festigte sich leicht und arbeitete sich über die Marke von 1500 $. Die Feinunze stand am Dienstag bei 1503 $. Der Ölpreis fiel dagegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 59.12 -0.22%) kostete gut 58 $.

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