Märkte / Aktien

SMI geht wenig verändert ins Wochenende

Die Schweizer Börse konsolidiert nach der jüngsten Erholung. Zur Rose werden belastet. Wallstreet uneinheitlich. Der Ölpreis zeigt sich stark.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat zum Wochenschluss wenig verändert geschlossen. Der SMI (SMI 11'961.34 +0.58%) eröffnete am Freitag 0,2% niedriger. Im frühen Handel gab er zunächst deutlicher nach und rutschte unter 11’700. Am Nachmittag dämmte der Leitindex im Anschluss an den US-Arbeitsmarktbericht seine Verluste ein. Nach der kräftigen Kurserholung am Vortag hielten sich die Anleger zurück. Händler sprachen von der Konsolidierung der Vortagesgewinne.

Auch die New Yorker Börsen bewegten sich zum Wochenschluss wenig. Dabei tendierten die drei grossen Wallstreet-Indizes bei Handelsende in Zürich in unterschiedliche Richtungen. Der S&P 500 (S&P 500 4'464.33 -0.22%) bewegte sich 0,1% aufwärts. Der Dow Jones notierte 0,2% fester. Leichte Verluste in Höhe von 0,1% verzeichnete die Technologiebörse Nasdaq Composite.

Die US-Arbeitsmarktdaten fielen schwach aus. Nur 194’000 Stellen waren im September geschaffen worden, verglichen mit den erwarteten 500’000. Die Arbeitsmarktdaten sind wichtig für die Entscheidung der US-Notenbank Fed, wann sie mit der Straffung ihrer ultralockeren Geldpolitik beginnt. Daher dürften sich für einmal sehr schlechte Zahlen eher positiv für die Märkte auswirken. Denn dies liesse darauf schliessen, dass das Fed eher früher als später damit beginnt, die Anleihekäufe zu reduzieren, sagte ein Börsianer.

Am Vortag hatten die Märkte nach der wochenlangen Schwächephase wieder einmal kräftig zugelegt, nachdem sich die Energiepreise leicht entspannt hatten und es zu einer vorübergehenden Einigung im Streit zwischen Demokraten und Republikanern über die US-Schuldenobergrenze gekommen war. Damit kann ein drohender Zahlungsausfall der US-Regierung vorerst abgewendet werden. Die Marktteilnehmer sollten aber trotz allem die anderen Probleme wie steigende Inflation, Lieferkettenschwierigkeiten oder die bevorstehende Normalisierung der Geldpolitik nicht aus den Augen verlieren, hiess es am Markt.

Jahresgewinner schwächer

Zu den Gewinnern unter den Blue Chips gehörten die Bankenwerte UBS (UBSG 15.88 +0.6%) und Credit Suisse (CSGN 9.79 +1.92%). Gestützt werden dürften sie durch den Anstieg der Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen – auch der Schweizer Kassazinssatz notiert derzeit so hoch wie seit gut zweieinhalb Jahren nicht mehr.

Unter Druck standen am Freitag weiterhin einige Aktien, die sich im laufenden Jahr gut entwickelt hatten. Die deutlichsten Verluste erlitten die Aktien der Hörgeräteherstellerin Sonova (SOON 359.60 +0.33%). Klare Abgaben gab es auch bei der auf alternative Anlagen fokussierten Vermögensverwaltungsgruppe Partners Group (PGHN 1'522.50 +0.23%).

Auch die Technologietitel von AMS  oder die baunahen Geberit (GEBN 707.60 +0.97%) notierten im Minus. Sika (SIKA 311.00 +0.91%) gaben derweil einen Teil der Vortagesgewinne nach dem Investorentag wieder ab. Analysten zeigten sich weiterhin positiv für die Titel des Bauchemiekonzern, so hatte Kepler Cheuvreux sein Kursziel nach oben angepasst.

Schwach zeigten sich aber auch die als eher defensiv geltenden Givaudan (GIVN 4'221.00 -0.14%) oder Lonza (LONN 721.80 +0.36%). Auf den Indizes lasteten zudem Abgaben der Schwergewichte Nestlé (NESN 114.82 +0.35%) und Novartis (NOVN 76.93 +0.61%), während Roche (ROG 360.25 +0.87%) den Markt mit deutlichen Avancen stützten.

Die Luxusgüterwerte Richemont (CFR 109.90 +1.2%) und Swatch Group (UHR 251.00 +0.28%) büssten ein. Die beiden Luxusgütertitel waren am Vortag unter den Tagesgewinnern, nachdem sie laut Händlern zuvor auch übertrieben stark abgestraft worden waren.

Zur Rose (ROSE 369.00 +0.82%) fielen mit einem grossen Minus auf. Berenberg hatte die Empfehlung für die Versandapotheke auf «Hold» von «Buy» gesenkt.

Zehnder (ZEHN 101.00 +0.6%) büssten ein. Der Heizkörperhersteller übernimmt 75% an der französischen Firma Caladair mit einem Umsatz von 10 Mio. €.

Kudelski (KUD 3.99 +2.05%) konnten nicht davon profitieren, dass das Technologieunternehmen den Sportartikelhersteller Adidas (ADS 274.40 +2.77%) als Kunden gewonnen hatte.

Asiens Börsen im Plus

An den asiatischen Märkten griffen die Investoren zu. Nach einer einwöchigen Pause kehrten die chinesischen Anleger mit positivem Schwung zurück und brachten der Börse ein Plus ein. In den vergangenen drei Monaten wurden chinesische Aktien durch regulatorische Änderungen, Turbulenzen im Immobiliensektor und in jüngster Zeit durch eine Energiekrise in Mitleidenschaft gezogen. Der japanische Leitindex Nikkei 225 stieg um 1,3%, der breitere Topix um 1,2%. Auf dem chinesischen Festland schloss der Shanghai SE Composite 0,6% im Plus, der Hongkonger Hang Seng notierte 0,2% fester. Leichte Einbussen von 0,1% verzeichnete die koreanische Börse, gemessen am Kospi (Kospi 3'018.22 +1.15%).

Dollar etwas schwächer

Der Dollar schwächte sich am Freitag nach Publikation der US-Arbeitsmarktzahlen zum Euro wie zum Franken etwas ab. Die Gemeinschaftswährung verteuerte sich am Abend etwas auf 1.1576 $. Von dem zur Wochenmitte markierten 15-Monatstief entfernte sich der Euro somit leicht. Zum Franken notierte die US-Währung bei Börsenschluss in Europa bei 0.9266 Fr. nach 0.9290 Fr. am Mittag. Auch der Euro verbilligte sich zur Schweizer Währung minimal auf 1.0731 Fr.

Ölpreis im Aufwind

Der Ölpreis legte am Freitag zu. Bis zu den in dieser Woche markierten mehrjährigen Höchstständen ist es nicht mehr weit. Am Abend kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent gut 83 $.

Gold tendierte leicht aufwärts bei einem Kurs von 1758 $ pro Feinunze.

Bitcoin (Bitcoin 62'003.57 +0.88%) baute seine Position über der 50’00er-Marke relativ komfortabel aus. Die Cyberdevise stand um 17.30 Uhr MESZ bei einem Preis von rund 54’700 $.