Märkte / Aktien

SMI schliesst unverändert

Die Schweizer Börse kommt nach klaren Avancen zurück, die Marke von 10'700 fällt. Bei Sika setzen Gewinnmitnahmen ein.

(AWP/SPU) Die Schweizer Börse hat am Donnerstag nach anfänglich kräftigen Gewinnen kaum verändert geschlossen. Der Leitindex Swiss Market Index SMI (SMI 11110.78 -0.39%) stand bei Eröffnung noch 0,6% höher. Im frühen Handel stieg er über die Marke von 10’700. Dieses Niveau konnte er aber nicht halten. Die Kurse bröckelten. Bei Handelsende stand der SMI bei 10’651.

Auch deutlich steigende Kurse in New York liessen die Schweizer Anleger nicht risikofreudiger werden. Dabei lagen die drei wichtigen Wallstreet-Indizes allesamt im Plus. Der Dow Jones (Dow Jones 28992.41 -0.78%) gewann bei Börsenschluss in Europa 0,7%. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 3337.75 -1.05%) avancierte 0,6%. Ein Plus von 0,8% verzeichnete der Index der Technologiebörse, der Nasdaq Composite.

Die Marktteilnehmer beurteilten den Konflikt zwischen den USA und dem Iran nicht mehr als ganz so gefährlich. «Es gibt Anzeichen, die auf eine Entspannung hoffen lassen. Gelöst ist der Konflikt deswegen aber noch lange nicht», sagte ein Händler. US-Präsident Donald Trump hatte moderatere Töne angeschlagen, und US-Vizepräsident Mike Pence hatte gesagt, dass der Iran im Konflikt mit den USA auf Deeskalation setze. Die grössten Ängste vor einem Flächenbrand am Golf seien damit zerstreut worden, hiess es am Markt. Die Entwicklung in der Irankrise bleibe aber ein bestimmendes Thema, das immer wieder für Kursausschläge sorgen könne.

Sika unter Druck

Im SMI schlossen vor allem die Valoren von Sika (SIKA 196.55 4.69%) schwächer. Der Bauchemie- und Klebstoffhersteller war 2019 dank Akquisitionen zwar stark gewachsen, hatte aber dennoch die Analystenerwartungen leicht verfehlt. Die Aktie stand zuvor auf einem Rekordhoch. Die Anleger nahmen Gewinne mit.

Kursgewinne der Pharmaschwergewichte Novartis (NOVN 94.4 -0.17%) und Roche (ROG 345.8 0.04%) stabilisierten den Leitindex. Die Papiere von Nestlé (NESN 109.02 -0.31%), Belastungsfaktor des SMI am Mittwoch, blieben erneut zurück. Seit Wochen können sie nicht mehr mit der Entwicklung des Gesamtmarktes mithalten.

Lonza (LONN 419.6 -0.19%) schalteten einen Gang zurück. Jefferies erhöhte das Kursziel für die Titel des Life-Science-Konzerns von 395 auf 420 Fr. und beliess die Einstufung auf «Buy».

Wenig verändert waren die Banken UBS (UBSG 12.685 -2.61%) und Credit Suisse (CSGN 13.39 -1.29%). Die Luxusgüteraktien entwickelten sich heute in unterschiedliche Richtungen. Während Swatch Group (UHR 244.8 -0.97%) stiegen, fielen Richemont (CFR 72.1 -0.17%).

AMS erneut stärker

Im SMIM (SMIM 2850.26 -0.45%) setzten die Aktien von AMS (AMS 39.59 -1.44%) den Aufwärtstrend fort. Der Kurs des Chipherstellers ist seit dieser Woche im Aufwind. Händler verwiesen auf die Fachmesse CES in Las Vegas und auf die verbreitete Einführung der 5G-Technologie, die viele Chancen für die Branche bieten dürfte. In ihrem Sog rückten auch Temenos (TEMN 160.45 0.5%), Logitech (LOGN 41.64 -0.62%) und U-Blox (UBXN 86.4 0%) vor.

Julius Bär (BAER 47.91 -0.93%) bewegten sich kaum. Der Vermögensverwalter sieht sich mit der Klage einer litauischen Gesellschaft in der Höhe von mehr als 335 Mio. € konfrontiert. Die Bank weist die Forderung «nach wie vor entschieden zurück», teilte sie am Donnerstag mit.

Flughafen Zürich (FHZN 170.2 -1.45%) gehörten erneut zu den schwachen Titeln im Index der mittelgrossen Aktien. In der Zürcher Politik werden die Auslandsinvestitionen hinterfragt. Grüne Kantonsräte wollen vom Zürcher Regierungsrat wissen, ob bei den Auslands-Aktivitäten auch ökologische und menschenrechtliche Aspekte berücksichtigt werden und ob es überhaupt Richtlinien dazu gibt.

Am breiten Markt stiegen Newron Pharma (NWRN 6.52 -2.69%) klar. Die Biotechnologiefirma hatte eine neue klinische Studie mit dem Schizophrenie-Kandidaten Evenamide gestartet. In ihrem Sog zogen auch die Branchennachbarn Molecular Partners (MOLN 23.4 2.86%), Addex (ADXN 1.7 -1.16%), ObsEva (OBSV 3.36 0.6%) und Idorsia (IDIA 32.4 0.31%) an.

Gewinne fuhren Pierer Mobility (PMAG 51.1 -1.73%) ein. Die vormals unter dem Namen KTM Industries kotierten Titel profitierten von starken Verkaufszahlen des österreichischen Fahrzeugsherstellers.

Die TX Group (TAMN 100.6 -3.27%), ehemals Tamedia (Herausgeberin von «Finanz und Wirtschaft»), verkaufte ihren Ticketvermarkter Starticket an den britischen Wettbewerber See Tickets. Zum Verkaufspreis wurde zwischen den Parteien Stillschweigen vereinbart.

Klares Plus an Asiens Börsen

In Asien legten die Börsen zum Teil kräftig zu. Nach den deutlichen Verlusten vom Vortag knüpften die asiatischen Börsen am Donnerstag an die guten Vorgaben aus den USA vom Mittwoch an und drehten umso klarer ins Plus. In Japan gewann der Nikkei 225 (Nikkei 225 23386.74 -0.39%) 2,3%. Der Hang Seng in Hongkong legte 1,2% zu und der chinesische Shanghai Composite 0,6%.

Euro tiefer

Der Euro setzte am Donnerstag die Kursverluste der vergangenen Handelstage fort. Die Gemeinschaftswährung wurde zum Dollar leichter gehandelt, um 17.30 Uhr MEZ bei 1.1096 $. Der Euro notierte zum Franken bei 1.0799 Fr. Die Einheitswährung war zuvor mit 1.0783 Fr. auf den tiefsten Stand seit Frühling 2017 gefallen. Der Dollar handelte zum Franken unverändert bei 0.9732 Fr.

Deutlich gab das britische Pfund nach. Der scheidende Chef der britischen Notenbank, Mark Carney, hatte eine Lockerung der Geldpolitik in Aussicht gestellt. Es seien möglicherweise weitere Anreize nötig, um die Erholung zu stützten. Darüber werde derzeit im geldpolitischen Ausschuss diskutiert. Der Leitzins liegt auf der Insel derzeit bei 0,75%. Das britische Pfund fiel auf 1.3050 $. Am Morgen hatte es noch über 1.31 $ notiert.

Ölpreis erholte sich

Der Ölpreis legte am Donnerstag minimal zu und erholte sich von den starken Verlusten des Vortages. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 58.44 -1.53%) kostete bei Börsenschluss in Europa gut 65 $. Der Goldpreis verlor und notierte bei 1546 $ pro Feinunze.

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