Märkte / Aktien

SMI schliesst im Plus

Die Schweizer Börse erreicht neues Intraday-Allzeithoch. Alcon sind da und schliessen fester. Wallstreet büsst klar ein.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt ist am Dienstag mit Gewinnen aus dem Handel gegangen. Nach einem verhaltenen Start markierte der SMI (SMI 9690.18 0.57%) ein neues Allzeithoch und schaltete dann mehrere Gänge zurück. Das Börsensentiment schien zwar tendenziell weiter eher freundlich gestimmt, der Leitindex profitierte aber vor allem von der Abspaltung der Augenheilmittelsparte Alcon (ALC 56.71 0.94%) von Novartis (NOVN 80.03 2.71%).

Trotz der erneut steigenden Kurse sei an den Märkten eine gewisse Zurückhaltung zu spüren, hiess es am Markt. Vor einer Reihe wichtiger konjunktureller und politischer Termine am morgigen Mittwoch sei die Bereitschaft, sich aus dem Fenster zu lehnen, jedenfalls eher gering gewesen. Am «Super Mittwoch» steht der entscheidende EU-Gipfel im Zusammenhang mit den weiteren Brexit-Plänen im Zentrum. Ebenfalls ist die Veröffentlichung des Protokolls der letzten Sitzung der amerikanischen Notenbank sowie der Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank geplant.

Der SMI notierte bei Eröffnung 0,2% tiefer, drehte aber rasch ins Plus und legte in der Folge weiter zu. Vor dem Mittag erreichte er sein neues Intraday-Allzeithoch bei 9628 Punkten. Der Leitindex baute am Nachmittag seine gesamten Gewinne zwischenzeitlich ab, konnte sich aber bei Börsenschluss in Zürich im grünen Bereich halten.

Belastet wurde der Schweizer Markt am Nachmittag nicht zuletzt von Wallstreet. Alle drei grossen Indizes notierten bei Börsenschluss in Europa mit Abgaben. Deutlich war das Minus beim Dow Jones (Dow Jones 26656.39 0.55%) mit einem Verlust von 0,6%. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 2933.68 0.88%) büsste 0,5% ein. Die Technologiebörse Nasdaq Composite verlor 0,3%.

Alcon im Fokus

In Schweizer Leitindex erfreuten sich die Alcon-Aktien an ihrem ersten Handelstag einer starken Nachfrage. Novartis verloren durch die Abspaltung von Alcon – für fünf Novartis-Aktien hatte man einen Alcon-Titel erhalten – klar (bei Eröffnung –10,5%). Dies ergab für eine Alcon-Aktie einen theoretischen Wert von 46.10 Fr. Da Alcon aber bei 55 Fr. eröffnet hatten und bei 58,05 Fr. schlossen, halten die Aktionäre insgesamt mehr Wert in ihren Depots, was letztlich auch den SMI stützte. Zudem konnten mit Nestlé (NESN 97.08 -0.11%) weitere Indexschwergewichte Kursgewinne verbuchen.

Auf Kosten von Alcon fallen Julius Bär (BAER 50.06 3.22%) aus dem Leitindex, wurden allerdings heute noch ein letztes Mal innerhalb des SMI geführt. Die Papiere der Grossbanken Credit Suisse (CSGN 13.83 2.37%) und UBS (UBSG 13.57 1.31%) stiegen.

Auffälliger waren die Verluste von Richemont (CFR 76.4 -0.1%) nach einer Abstufung durch Credit Suisse auf «Underperform». Swatch Group (UHR 318.5 -0.16%) büssten ebenfalls ein.

Sika (SIKA 153.05 -0.26%) drehten nach einem schwachen Start ins Plus. Der Bauchemie- und Klebstoffhersteller hatte für das erste Quartal ein solides Wachstum ausgewiesen und dabei die Erwartungen der Analysten erfüllt. Givaudan reagierten trotz der guten Zahlen zum Startquartal kaum.

AMS wieder an SMIM-Spitze

Im SMIM (SMIM 2576.792 0.22%) setzten AMS (AMS 35.4 1.4%) den steilen Kursanstieg von letzter Woche fort. Insgesamt war das Bild bei den Tech-Werten uneinheitlich. So verloren Temenos (TEMN 168.35 0.39%) und Logitech (LOGN 42.72 1.47%). Zu den Gewinnern zählten ausserdem Ems-Chemie (EMSN 624 -0.16%).

Flughafen Zürich (FHZN 177 0.68%) gehörten zu den grössten Verliererwerten im SMIM, ohne dass es Nachrichten gab. Auch Lindt & Sprüngli (LISN 78700 -0.13%) verzeichneten Einbussen.

Landis+Gyr (Landis+Gyr 68.8 0.15%) profitierten von einer Erhöhung des Kursziels durch Credit Suisse mit der Bestätigung der Einstufung «Outperform». Auch Cosmo (COPN 94.7 0%) legten zu, dies nach der Einreichung eines Zulassungsgesuchs für das Produkt Remimazolam bei der US-Behörde FDA.

Gemischtes Bild in Asien

Die asiatischen Börsen tendierten uneinheitlich, nachdem Peking neue Schritte bekannt gegeben hatte, die Wirtschaft über Infrastrukturausgaben anzuschieben. In Tokio stieg der Nikkei 225 um 0,2%, der breiter gefasste Topix sank dagegen um 0,1%. Der Hang Seng in Hongkong legte 0,2% zu, und Chinas Leitindex CSI 300 schloss unverändert. Der südkoreanische Kospi gewann 0,2%, der australische S&P/ASX 200 verlor 0,1%.

Euro fester

Der Euro konnte seine Gewinne vom Wochenauftakt ausbauen. Die Gemeinschaftswährung kostete zum Greenback bei Handelsschluss in Europa mit 1.1275 $ etwas mehr. Auch gegenüber dem Franken bewegte sich der Euro nach oben. So wurde er um 17.30 Uhr MEZ zu 1.1278 Fr. gehandelt. Der Dollar stieg wieder auf Parität und wechselte zu 1 Fr. den Besitzer.

Ölpreis korrigierte

Der Ölpreis konsolidierte, blieb aber in der Nähe seines fünfmonatigen Höchststands. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 74.32 0%) kostete bei Börsenschluss in Europa mehr als 70 $. Nach wie vor sorgten grosse Angebotsrisiken für Preisauftrieb. Marktteilnehmer verwiesen auf eine lange Liste mit Risiken für das ohnehin knappe Rohölangebot. Die Krise im erdölreichen Libyen droht sich eher zu verschärfen als zu beruhigen.

Fester notierte der Goldpreis. So kostete die Feinunze 1305 $.

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