Märkte / Aktien

SMI geht mit leichtem Plus ins Osterwochenende

Der Schweizer Aktienmarkt schwankt und sucht die Richtung. Die Grossbankaktien legen zu. Defensive belasten. Wallstreet liegt im Plus.

(AWP/SPU) Auch am Donnerstag war eine Unsicherheit am Schweizer Aktienmarkt zu spüren. Der Swiss Market Index SMI (SMI 10183.77 2.33%) gewann bei Eröffnung 0,2%. Wenige Minuten später lag er rund 1% im Plus und damit über der Marke von 9500. Noch vor dem Mittag gab der Leitindex seine Avancen preis und drehte ins Minus. Er weitete seine Abgaben zunächst aus, drehte dann aber wieder ins Plus. Mehrere Male im Handel wechselte er die Richtungen. Am Ende resultierte ein leichtes Plus von 0,2%, während die Wochenavancen sich auf rund 2% belaufen.

In New York lagen die drei Hauptindizes zum Zeitpunkt des Handelsendes in Zürich im Plus. Der Dow Jones (Dow Jones 26269.89 2.05%) stieg 1,5%. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 3122.87 1.36%) legte 1,4% zu. Die Technologiebörse in Form des Nasdaq Composite notierte 0,7% fester.

Zum einen stützten Ankündigungen der US-Notenbank Fed über weitere Massnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft. Zum anderen fielen die Erstanträge für Arbeitslosenhilfe in den USA nicht mehr ganz so hoch wie in der Vorwoche aus.

Grundsätzlich sorgten die jüngsten Coronastatistiken bei einigen Marktteilnehmern für Hoffnung, dass Infektionszahlen und Sterberate sehr bald in vielen Ländern den Höhepunkt erreichen werden. Einige Börsianer warnten hingegen weiterhin, dass sich viele Investoren noch kein rechtes Bild davon machen, wie heftig die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise sein werden.

Banken profitieren von Dividendenklarheit

Im Schweizer Leitindex standen vor allem die Grossbanken UBS (UBSG 11.17 4.69%) und Credit Suisse (CSGN 9.812 6.37%) mit Aussagen zu ihrer Dividendenzahlung in der Gunst der Anleger. So werden beide Banken ihre ursprünglich für diesen Frühling vorgesehene Dividende für 2019 halbieren. Die Kürzung der Ausschüttung geschieht auf Druck der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (Finma). Die zweite Hälfte der Dividende soll im Herbst ausgezahlt werden.

Die defensiven Schwergewichte um Nestlé (NESN 103.86 0.91%), Novartis (NOVN 82.48 -0.13%) und Roche (ROG 339.1 1.27%) belasteten den Leitindex. Auch Swisscom (SCMN 504 1.35%) lagen im Minus. Alcon (ALC 61.94 1.84%) bildeten eine Ausnahme. Die Aktien des Augenheilspezialisten avancierten

Tendenziell schwächer zeigten sich mit den Luxusgüteraktien von Swatch Group (UHR 204.5 5.06%) und Richemont (CFR 61.32 4.78%) auch zyklische Werte. Zu den Verlierern zählten zudem die Aktien des Sanitärprodukteproduzenten Geberit (GEBN 483.3 3.07%), während sich die Zementherstellertitel LafargeHolcim (LHN 42.9 4.99%), die Aktien des Baustoffkonzerns Sika (SIKA 174.25 1.31%) und die Industriekonzernwerte ABB (ABBN 20.6 5.1%) im Plus behaupten konnten.

Kühne + Nagel unter Druck, AMS stark aufgelegt

Im SMIM (SMIM 2542.917 1.92%) büssten Kühne + Nagel (KNIN 148.9 2.9%) ein. Der Logistikkonzern hatte angekündigt, die Dividende vorerst zu sistieren, was vom Markt als negative Überraschung gewertet wurde.

OC Oerlikon (OERL 8.25 3.64%) fielen mit einem grossen Minus auf, sie wurden aber mit einem Dividendenabschlag gehandelt.

Technologiewerte wie AMS (AMS 16.4 7.86%), Temenos (TEMN 146.05 0.38%) oder Logitech (LOGN 55.62 0.14%) waren unter den Gewinnern zu finden. Allen voran die Titel des österreichischen Chipherstellers zogen massiv an.

Leonteq brachen ein

Darüber hinaus hatten sich im breiten Markt verschiedene Unternehmen über den weiteren Geschäftsverlauf geäussert. So hatte der Finanzdienstleister Leonteq (LEON 37.05 2.07%) wegen der Coronaviruskrise seine Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr nach unten angepasst, was den Aktien stark zusetzte.

Der Bauzulieferer Arbonia (ARBN 8.99 3.57%) war zwar solide ins erste Quartal gestartet, kassierte wegen der Aussichten aber die Jahresprognose. Die Aktien gaben nach.

Negativ fielen die Reaktionen beim Apotheken- und Gesundheitskonzern Galenica (GALE 68.4 -1.3%) aus. Er erlebt in der Coronakrise ein Auf und Ab. Während die Apotheken im März einen Ansturm zu bewältigen hatten und andere Geschäftsteile einen hohen Umsatz erzielten, nahmen die Verkäufe seit Anfang April stark ab.

Dormakaba (DOKA 573.5 2.96%) wurden von einer Aufhebung der Verkaufsempfehlung durch UBS gestützt.

Uneinheitlicher Handel in Asien

Die asiatischen Aktienmärkte gab im Gründonnerstagshandel ein gemischtes Bild ab. Der Optimismus von Wallstreet war nicht vorbehaltlos übernommen worden, besonders in Japan nicht, wo der covid-19-bedingte Notstand erst ausgerufen worden war und man sich allmählich der Konsequenzen bewusst wird. In Tokio schlossen der Nikkei 225 und der breiter gefasste Topix 0,1 und 0,6% tiefer. In Hongkong verzeichnete der Hang Seng eine Avance von 0,7%, und der Shanghai Composite hatte sich ein Plus von 0,3% erarbeitet.

Dollar klar schwächer 

Der Dollar notierte sowohl zum Euro als auch zum Franken am Donnerstag deutlich tiefer. Die Gemeinschaftswährung handelte zum Dollar bei Börsenschluss in Europa merklich fester über der Marke von 1.09 bei 1.0930 $. Zum Franken gab der Dollar nach und stand bei 0.9663 Fr. Der Euro hielt sich zur Schweizer Währung stabil bei einem Preis von 1.0560 Fr.

Öl- und Goldpreis höher

Der Ölpreis setzte seine Erholung am Donnerstag trotz der anhaltenden Nachfrageschwäche fort. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 39.25 -1.08%) kostete bei Börsenschluss in Europa gut 34 $. Führende Ölförderländer beraten seit dem Nachmittag über eine Förderkürzung und wollen damit eine Lösung im Preiskrieg zwischen Saudi-Arabien und Russland herbeiführen. Das Treffen war ursprünglich für Montag angesetzt worden. Gold (Gold 1700.96 0.24%) notierte klar fester bei einem Preis von 1682 $ pro Feinunze.

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