Märkte / Aktien

SMI geht mit Gewinnen ins Wochenende

Die Schweizer Börse festigt sich zum Wochenschluss über 11'200. Credit Suisse geben weiter nach. Ems-Chemie gewinnen.

(AWP/SPU) Zum Wochenschluss hat sich der Schweizer Aktienmarkt freundlich gezeigt. Der SMI (SMI 11'181.35 -0.51%) trat bei Eröffnung noch auf der Stelle und hielt sich somit über 11’200. Im frühen Handelsverlauf drehte er ins Plus und festigte sich über dieser Marke. Der Handel war freundlich, aber ruhig. Ein Angriff auf das Allzeithoch von 11’270 blieb an diesem Freitag aus. Dennoch blieb auf Wochensicht ein Gewinn von rund 1,1%.

Gemischte Signale für den hiesigen Aktienmarkt kamen aus New York. Die drei wichtigen Wallstreet-Indizes tendierten bei Handelsende in Zürich in unterschiedliche Richtungen. Der S&P 500 (S&P 500 4'120.30 +0.02%) gewann 0,1% und erreichte Intraday ein neues Allzeithoch. Der Dow Jones (Dow Jones 33'745.40 -0.16%) avancierte 0,2%. Im Minus lag die Technologiebörse. So büsste der Nasdaq Composite 0,2% ein.

Insgesamt sei die Stimmung aber gut, heisst es im Handel. Und diese wurde einhellig Fed-Chef Jerome Powell zugeschrieben. Der oberste Währungshüter der Vereinigten Staaten hatte am Donnerstag auf einer digitalen Podiumsdiskussion auf dem Frühjahrstreffen des Internationalen Währungsfonds erneut erklärt, dass die US-Notenbank an der ultralockeren Geldpolitik festhalten werde. Die zuletzt gestiegene Inflation sei auf Engpässe in den Lieferketten zurückzuführen und dürfte seiner Meinung nach nur vorübergehend sein.

Lonza an der Spitze

Im SMI führten die Aktien des Pharmazulieferers Lonza (LONN 536.40 -2.19%) die Gewinnerliste an. Ebenfalls fester tendierten Givaudan (GIVN 3'764.00 -1.03%) und LafargeHolcim (LHN 57.04 -0.07%). In beiden Fällen hatten sich einerseits Analysten im Vorfeld der anstehenden Zahlen zuversichtlich geäussert. Der Baustoffkonzern machte zudem mit der Nachricht von sich reden, er solle künftig wieder Holcim Ltd heissen. Dies schlägt der Verwaltungsrat der Generalversammlung vom 4. Mai vor.

Bei Givaudan weckte ein Kommentar der UBS (UBSG 14.83 -0.74%) die Hoffnung auf einen guten Zahlenkranz in der kommenden Woche. Der Genfer Konzern ist damit dann auch der erste Blue Chip, der sich über den Geschäftsgang im ersten Quartal zu Wort meldet. Erst in der Woche darauf gewinnt die Bilanzsaison dann auch hierzulande deutlich an Fahrt.

Bis der Uhrenhersteller Richemont (CFR 92.20 -1.09%) Zahlen im Mai vorlegt, dauert es zwar noch etwas, doch auch hier macht sich schon eine gewisse Fantasie bemerkbar. So hatten sich gerade erst am Vortag verschiedene Analysten zuversichtlich über die anstehenden Jahreszahlen geäussert. Aber auch Branchenkollege Swatch Group (UHR 279.30 +0.58%) wird zum Wochenschluss verstärkt gesucht. Derzeit findet die Branchenmesse Watches & Wonders virtuell statt.

Anderer Zykliker waren ebenfalls gefragt. So legten ABB (ABBN 29.33 -0.68%), Sika (SIKA 272.50 -1.09%) oder Geberit (GEBN 618.60 -0.67%) zu.

Am SMI-Ende rangierten Credit Suisse (CSGN 9.83 +0.35%). Morgan Stanley (MS 80.18 -0.67%) war am Morgen den zahlreichen anderen Analysehäusern gefolgt und hatte die Bewertung sowie das Kursziel für die Aktien der Grossbank gesenkt. UBS schlossen leicht im Plus.

Die Papiere des Versicherers Zurich Insurance (ZURN 384.40 -0.29%) wurden nur optisch belastet. Sie wurden an diesem Tag ex Dividende (20 Fr.) gehandelt.

Ems-Chemie profitierten

Im SMIM (SMIM 3'162.10 -0.82%) waren Ems-Chemie (EMSN 828.00 -1.55%) gesucht, nachdem der Spezialchemiekonzern zum Jahresauftakt 2021 deutlich gewachsen war. Währungsbereinigt hatte der Nettoumsatz bereits auf das Niveau vor der Pandemie zurückgefunden.

Klare Avancen verzeichneten die Aktien des Vakuumventilherstellers VAT Group (VACN 274.60 -2.62%).

Der Personalvermittler Adecco (ADEN 65.44 -1.48%) profitierte laut Händlern von der Konkurrenz. Der Personaldienstleister Michael Page hatte am Morgen einen optimistischen Ausblick gegeben und stellt für 2021 einen Betriebsgewinn in Aussicht, der rund fünfmal so hoch ausfallen dürfte wie 2020.

Zudem gehörten Werte aus dem Gesundheitsbereich zu den Gewinnern, wie Kursveränderungen in Straumann (STMN 1'232.50 -1.08%), Sonova (SOON 260.10 -0.31%), Vifor Pharma (VIFN 128.60 -1.38%) und Galenica (GALE 60.65 -0.9%) zeigten.

Auf der anderen Seite waren die Valoren des Chipherstellers AMS (AMS 18.59 -0.88%) zu finden.

Gemischtes Bild in Asien

Die Märkte in Asien zeigten sich am Freitag uneinheitlich. Die Börsen in Japan folgten den positiven Vorgaben aus den USA. Der Nikkei 225 kletterte 0,3% nach oben, der Topix legte um 0,4% zu. In China handelten die Indizes hingegen im Minus. Der CSI 300, der die Kursentwicklung an den beiden grössten Börsen Festlandchinas abbildet, korrigierte um 1,7%. Der Shanghai Composite verlor 1,1%. Auch der Hang Seng in Hongkong gab 1,4% nach. Die Korrektur des südkoreanischen Kospi fiel mit 0,3% etwas leichter aus. Der ASX 200 verlor in Sydney knapp 0,2%.

Euro etwas tiefer

Der Euro geriet am Freitag etwas unter Druck. Am Abend kostete die Gemeinschaftswährung zum Dollar 1.1884 $. Im frühen Handel war sie noch über 1.19 $ gehandelt worden. Auch zum Schweizer Franken gab die Gemeinschaftswährung leicht nach, hielt sich aber um 17.30 Uhr MESZ mit 1.1003 Fr. noch über der Marke von 1.10, unter die sie im frühen Geschäft vorübergehend gesunken war. Der Dollar notierte derweil mit 0.9258 Fr. etwas fester zur Schweizer Valuta.

Ölpreis leicht im Minus

Der Ölpreis fiel am Freitag geringfügig. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 63.12 -0.24%) kostete bei Börsenschluss in Europa 63 $. Gold (Gold 1'732.91 -0.63%) handelte tiefer bei 1743 $ pro Feinunze.

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