Märkte / Aktien

SMI schliesst im Plus

Kurz vor Handelsschluss zieht die Schweizer Börse an und verbucht einen Gewinn. Die Pharmawerte drehen ins Plus. Wallstreet handelt freundlich. Der Euro erholt sich etwas.

(AWP/Reuters/SPU) Die Aufkündigung des Atomabkommens mit Iran durch die USA hat die Anleger in der Schweiz nicht verunsichert. Der Swiss Market Index SMI (SMI 8931.37 0.17%) startete 0,2% höher und pendelte im weiteren Handelsverlauf um seinen gestrigen Schlusskurs. Erst kurz vor Handelsschluss zog der Leitindex merklich bis knapp unter die 9000-Marke an. Am Dienstag hatte der Leitindex 0,3% nachgegeben.

An Wallstreet stiegen die Kurse bei Börsenschluss in Europa leicht. Der Dow Jones (Dow Jones 26246.96 0.71%) notierte 0,1% fester. Auch der Nasdaq Composite legte 0,1% zu. Der S&P 500 (SP500 2904.31 0.54%) avancierte 0,3%.

Roche und Novartis drehten ins Plus

Bei den Schweizer Blue Chips hatte Zurich Insurance den Quartalsbericht veröffentlicht. Europas fünftgrösster Versicherungskonzern wuchs im ersten Quartal stärker als erwartet. Besonders deutlich war der Zuwachs in der neuen Sparte der Lebensversicherungen gewesen. Die anderen Versicherungswerte um Swiss Life (SLHN 358.8 0.31%) und Swiss Re (SREN 88.6 0.59%) schlossen fester.

Die Bankaktien um Credit Suisse (CSGN 14.725 1.2%), UBS (UBSG 15.255 1.03%) und Julius Bär (BAER 49.43 0.73%) avancierten. Die Pharmaschwergewichte Roche (ROG 236.75 0.04%) und Novartis (NOVN 81.58 0.15%) bremsten den Index fast während des gesamten Handelstages, um kurz vor 17:30 Uhr ins Plus zu drehen und fester zu schliessen. Novartis hatte die Zusammenarbeit mit der Firma eines Anwalts von US-Präsident Trump beendet, über die Zahlungen an die Pornodarstellerin Stormy Daniels geflossen waren.

Bei den zyklischen Firmen erholten sich die Aktien von Adecco (ADEN 54.9 -4.89%) und LafargeHolcim (LHN 45.09 1.14%). Die Titel des Personalvermittlers und diejenigen des Zementriesen waren am Dienstag nach enttäuschenden Zwischenberichten unter Druck geraten.

Temenos und AMS im Plus

Auch der breite Markt – gemessen am Index der mittelgrossen Werte SMIM (SMIM 2643.79 0.17%) – arbeitete sich in die Gewinnzone. Während die Aktien des Schliesstechnikers Dormakaba (DOKA 729 0.48%) und des Bankensoftwarespezialisten Temenos (TEMN 159.3 0.89%) an der Spitze lagen, gaben die Titel des Computer- und Gamingzubehörherstellers Logitech (LOGN 44.65 -0.82%) ab. Auch AMS (AMS 65.28 2.22%) gewannen.

Die Aktien von Bucher (BUCN 313.2 0.51%) Industries tendierten deutlich fester. Der Industriekonzern hatte den Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung an der chinesischen Wuxi Deli Fluid Technology bekanntgegeben. Die Transaktion wurde von den Analysten positiv bewertet, wenngleich Angaben zum Kaufpreis und zur Profitabilität des Kaufobjekts fehlten.

Ausserdem fielen klare Verluste bei Vifor Pharma (VIFN 170.85 0.32%) auf. Stark zulegen konnten die Werte des Spezialstahlherstellers Schmolz + Bickenbach (STLN 0.807 2.15%). Kepler Cheuvreux hatte die Empfehlung von «Reduce» auf «Hold» angehoben.

Credit Suisse senkte das Kursziel für Meyer Burger (MBTN 0.63 3.79%) von 1.60 auf 1.40 Fr. Die Einstufung lautet weiterhin «Neutral». Die Aktien des Solarzulieferer verloren klar.

Zurückhaltung in Asien

Die Anleger in Asien verhielten sich nach dem Rückzug der USA aus dem Atomabkommen mit Iran zurückhaltend. In Tokio gab der Nikkei 225 0,6% nach. Der breiter gefasste Topix verlor 0,3%. Der Hang Seng in Hongkong gewann 0,4%. Der Kospi in Seoul notierte leicht schwächer. Der Shanghai Composite notierte marginal im Plus.

Euro erholte sich

Der Euro stoppte den Abwärtstrend vorerst. Die Gemeinschaftswährung kostete um 17:10 Uhr gegenüber der US-Währung 1.1856 $. Am Dienstag war der Euro auf ein neues Jahrestief gefallen. Zum Franken notierte er 0,2% fester – knapp über der Marke von 1.19 Fr. Der Dollar hielt sich zum Franken oberhalb der Parität und kostet 1.0039 Fr.

Ölpreis zog wegen US-Sanktionen an

Öl der Sorte Brent (Brent 78.923 0.26%) lag kurz vor Börsenschluss in Europa pro Barrel (159 Liter) bei 77 $. Trump hatte neue Sanktionen gegen Iran angekündigt. Dadurch könnten Rohöllieferungen im Volumen von mehreren hunderttausend Barrel pro Tag dem Weltmarkt entzogen werden. Dies trieb den Preis in die Höhe. Gold handelte stabil bei 1316 $ pro Feinunze.

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