Märkte / Aktien

SMI schliesst bei 10’400 – Wallstreet erholt

Die Schweizer Börse avanciert am Mittwoch kräftig. Viele Valoren legen zu. Versicherer sind besonders stark.

(AWP/Reuters/SPU) Die Schweizer Börse hat sich am Mittwoch klar erholt. Der SMI (SMI 10325.44 -2.03%) lag bei Eröffnung 0,3% im Plus. Im frühen Handel baute er seinen Gewinn aus und festigte sich über der Marke von 10’300. Am Nachmittag legte er weiter zu und erreichte 10’400. Über dieser Marke konnte der SMI auch schliessen. Gestern hatte der Leitindex 0,5% nachgegeben.

Auch von der Wallstreet kamen freundliche Signale. Die Hauptindizes der USA lagen bei Handelsende in Europa allesamt deutlich im Plus. So notierten in New York der S&P 2,1% im Plus und der Dow Jones (Dow Jones 27147.7 -1.84%) 1,9% fester. Der Nasdaq Composite avancierte 2,5%. Somit kam es zu einer Erholung. Ein erneuter Ausverkauf bei Technologiewerten hatte Wallstreet am Dienstag zugesetzt. Zu den Verlierern gehörten die grossen Technologiekonzerne wie Amazon (AMZN 2960.47 0.19%), Apple (AAPL 110.08 3.03%), Facebook (FB 248.15 -1.73%) und die Google-Mutter Alphabet (GOOGL 1430.14 -1.44%). Der Börsenwert von Tesla war am Dienstag um rund 80 Mrd. $ gefallen. Das ist mehr als die Marktkapitalisierung von Ford (F 10.01 1.62%) und General Motors (GM 30 -4.76%) zusammen.

Schwergewichte stützten

Im SMI schloss die Mehrheit der Valoren im Plus. Stärker präsentierten sich die Versicherer. Vor allem Swiss Re (SREN 69.6 -4.92%) gewannen nach den zuversichtlichen Aussagen zur Prämienentwicklung markant. Auch Swiss Life (SLHN 353.9 -4.17%) und Zurich Insurance (ZURN 331.4 -3.72%) avancierten. Auch die Bankaktien von Credit Suisse (CSGN 9.174 -6.31%) und UBS (UBSG 10.305 -6.15%) legten zu.

Die Gesundheitswerte um Roche (ROG 338 -1.49%) und Novartis (NOVN 81.58 -1.63%) stützten den Markt trotz leicht negativer Nachrichten. Die französische Wettbewerbsbehörde verhängt gegen Roche und Novartis eine kumulierte Geldbusse von 444 Mio. €. Als Grund nennt die Behörde missbräuchliche Praktiken der beiden Firmen im Bereich «Behandlungen für die altersbedingte Makula-Degeneration». Den beiden Basler Pharmagiganten sowie Genentech, der US-Tochter von Roche, wird konkret vorgeworfen, den Verkauf des Medikaments Lucentis auf Kosten des billigeren Mittels Avastin gefördert zu haben, wie die Behörde am Mittwoch auf ihrer Website mitteilte.

Auch die schwergewichtigen Titel von Nestlé (NESN 108.42 0%) avancierten.

Tendenziell fest bis freundlich entwickelten sich zyklische Werte. Dazu zählen die Bauchemievaloren von Sika (SIKA 217.1 -2.91%), die Aktien des Sanitärtechnikers Geberit (GEBN 522.8 -1.06%) oder des Zementherstellers LafargeHolcim (LHN 41.68 -4.43%).

Richemont (CFR 61.42 -3.67%) wurden tiefer gehandelt. Der Luxusgüterhersteller überprüft die Zusammenlegung der Aktien mit den an der Börse Johannesburg gehandelten Hinterlegungszertifikate. Auch die Titel des Mitbewerbers Swatch Group schlossen im Minus. In der Branche gab es Neuigkeiten. So droht die Übernahme von Tiffany durch LVMH (MC 394.5 -4.91%) zu scheitern.

Tech-Titel drehten ins Plus

Im SMIM (SMIM 2566.85 -2.79%) fielen erneut technologielastige Aktien wie AMS (AMS 17.475 -3.98%), Temenos (TEMN 129.25 -4.15%) oder Logitech (LOGN 65.54 1.17%) auf. Nach einem schwachen Handelsstart drehten die Werte ins Plus.

Die Aktien des Logistikers Kühne + Nagel (KNIN 174.1 -1.86%) setzten ihren Aufwärtstrend fort. Mit Swiss Prime Site (SPSN 84.4 -1.92%) und PSP (PSPN 110.4 -0.99%) waren auch Immobilienaktien fester.

Etwas tiefer notierten hingegen die Valoren des Reisedetailhändlers Dufry (DUFN 27.74 -9.35%) sowie Flughafen Zürich (FHZN 125.5 -3.91%).

Im breiten Markt fielen die Titel des Energiekonzerns BKW (BKW 99.8 -0.8%) auf, die sich nach weiteren Gewinnen über der Marke von 100 Fr. pro Papier festigten.

SFS (SFSN 88.6 -1.23%) legten zu. Das Geschäft habe sich im dritten Quartal belebt, teilte der Metallverarbeiter anlässlich des Investorentags am Mittwoch mit.

Zur Rose (ROSE 230.5 -1.71%) stiegen ebenfalls. Die Versandapotheke sieht sich für einen möglichen Einstieg von Amazon in den Medikamentenmarkt gut gewappnet. «Wir geben Gas, wir bauen unseren eigenen Online-Gesundheitsmarktplatz auf», sagte der Chef der Zur Rose-Gruppe Walter Oberhänsli der Deutschen Presse-Agentur. Die Plattform soll noch in diesem Jahr in Deutschland starten.

Asien mit Verlusten

Der schlechten Vorgaben aus den USA vom Dienstag drückten die Stimmung auch am Mittwoch in Fernost. In Japan notierte der Nikkei 225 1% tiefer, der breit gefasste Topix lag ebenfalls 1% unter dem Vortagesschluss. Der koreanische Kospi (Kospi 2390.99 -0.86%) verlor 1%. In Schanghai gab der chinesische Leitindex CSI 300 1,3% ab, während der Hang Seng in Hongkong um 0,8% tiefer schloss.

Dollar schwach

Der Dollar neigte am Mittwoch zur Schwäche. Sowohl der Euro als auch der Franken stiegen zum Greenback deutlich. Zum Dollar lag die europäische Gemeinschaftswährung bei 1.1820 $ und damit wieder über der Marke von 1.18 $. Der Dollar notierte zum Franken klar tiefer, bei 0.9125 Fr. Zur Schweizer Währung wurde der Euro tiefer bei 1.0790 Fr. gehandelt.

Ölpreis erholt

Der Ölpreis holte am Mittwoch einen Teil der heftigen Verluste der ersten beiden Handelstagen der Woche auf. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 41.74 0.19%) kostete wieder mehr als 40 $, der Preis bei Börsenschluss in Europa lautete 40.50 $. Am Dienstag war der Preis erstmals seit Juni unter die Marke von 40 $ gefallen. Damit büsste der Brent-Preis im Vergleich zum Nach-Corona-Crash-Hoch von 46.50 $ Ende August bisher rund 15% ein.

Etwas fester präsentierte sich der Goldpreis mit einem Kurs von 1944 $ pro Feinunze.

Leser-Kommentare