Märkte / Aktien

SMI geht leichter ins Wochenende

Die Schweizer Börse verliert zu Wochenschluss. Richemont und Swatch Group büssen klar ein. Auch UBS stehen unter Druck. Brent-Öl fällt zwischenzeitlich unter 70 $.

(AWP/Reuters/SPU) Gewinnmitnahmen vor dem Wochenende haben am Freitag die Schweizer Börse belastet. Nach dem Anstieg der vergangenen zwei Wochen tue eine Konsolidierung gut, sagten Händler. Der Swiss Market Index SMI (SMI 8551.02 -2.17%) eröffnete 0,4% tiefer und baute sein Minus um die Mittagszeit weiter aus. Am Nachmittag dämmte er seine Verluste auf das Niveau bei Eröffnung ein. Am Donnerstag war der Leitindex um 0,5% gestiegen.

Die US-Währungshüter haben die Leitzinsen wie erwartet unverändert belassen, halten sich die Tür für eine vierte Zinserhöhung in diesem Jahr aber offen. An Wallstreet handelten die Aktien wegen der Aussicht auf eine straffere Geldpolitik mehrheitlich leichter. Alle drei grossen Indizes in New York verzeichneten bei Börsenschluss in Europa sinkende Kurse. Der Dow Jones (Dow Jones 24423.26 0.14%) verlor 0,7%. Der S&P 500 (SP500 2637.72 0.18%) büsste 0,9% ein, und der Nasdaq Composite gab 1,5% nach.

Richemont belasteten Swatch Group

Im SMI hatte Richemont (CFR 62.12 -2.97%) schwache Zahlen vorgelegt. Die Aktien büssten kräftig ein. Der Luxusgüterhersteller hatte im ersten Halbjahr 2018/19 den Reingewinn zwar um mehr als 130% auf 2,253 Mrd. € gesteigert. Darin enthalten war allerdings ein Sondergewinn von 1,378 Mrd. € aus der Übernahme der Internetplattform Yoox Net-a-Porter. Auch die Anteile von Rivale Swatch Group (UHR 281.4 -3.33%) gaben deutlich nach.

UBS (UBSG 12.165 -3.14%) verloren ebenfalls deutlich. Einerseits hatte die US-Justiz die Grossbank wegen Betrügereien bei der Verbriefung von US-Wohnhypotheken vor der Finanzkrise verklagt, andererseits forderte die Staatsanwaltschaft in Paris eine Busse von 3,7 Mrd. €, weil UBS französischen Kunden geholfen haben soll, Steuern zu hinterziehen. Abgaben verzeichneten zudem Credit Suisse (CSGN 10.815 -2.52%) und Julius Bär (BAER 35.56 -4.15%).

Die Papiere der Schwergewichte um Roche (ROG 247.25 -1.38%) und Nestlé (NESN 83.08 -2.03%) verhinderten durch ihre Avancen ein stärkeres Abrutschen des SMI. Auch Novartis (NOVN 84.92 -2.39%) zeigten sich freundlicher als der Gesamtmarkt.

Im breiten Markt fielen Kuros Biosciences (CYTN 2.79 1.82%) mit weiteren deutlichen Abgaben auf. Am Donnerstag hatte das Biotech-Unternehmen eine Kapitalerhöhung bekannt gegeben. Deutlich waren auch die Verluste bei Bobst (BOBNN 66.5 -4.32%). Der Grund: Die Transformation in Richtung des digitalen Textildrucks verursacht hohe Kosten.

Im Abwind befanden sich auch Aryzta (ARYN 1.249 4.48%) und Autoneum (AUTN 176.1 -5.83%). Bei Aryzta war am Mittwoch der Handel mit den Bezugsrechten für die Kapitalerhöhung angelaufen. Für den Autozulieferer war es derweil eine beunruhigende Nachricht, dass angesichts der schwächelnden Konjunktur der chinesische Automarkt in diesem Jahr Gefahr läuft, erstmals seit Anfang der Neunzigerjahre zu schrumpfen. Orior (ORON 81.6 -0.85%) waren nach dem Ausstieg des Grossaktionärs Ernst-Göhner-Stiftung (EGS) unter Druck.

Zu den Gewinnern gehörten dagegen Implenia (IMPN 32.86 -1.73%). Der Baukonzern hatte einen Auftrag für eine Brücke in Schweden im Umfang von rund 60 Mio. Fr. erhalten

Asien schwächer

In Asien tendierten die Börsen am Freitag negativ. Der japanische Leitindex Nikkei 225 verlor 1,1%, der breitere Topix 0,5%. In Hongkong gab der Hang Seng 2,4% nach, während der chinesische  CSI 300 1,4% tiefer notierte.

Etwas weniger verloren der koreanische Kospi mit –0,3% und der australische ASX 200, der mit –0,1% nur leicht nachgab.

Dollar stärker zum Franken

Der Euro notierte weiter klar unter der Marke von 1.14 $. Die Gemeinschaftswährung kostete bei Börsenschluss in Europa 1.1351 $ und damit etwas weniger. Gegenüber dem Franken gab sie mit 1.1409 Fr. ebenfalls nach. Der Dollar zeigte sich zum Franken stabil bis minimal leichter bei 1.0050 Fr.

Ölpreis klar leichter

Der Ölpreis verlor nach seinem Sinkflug der vergangenen Tage weiter. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 60.51 -2.36%) kostete bei Börsenschluss in Europa 70 $. Zwischenzeitlich war der Preis unter diese vielbeachtete Marke gerutscht. Der Goldpreis notierte ebenfalls klar schwächer bei 1210 $ pro Feinunze.

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