Märkte / Aktien

SMI schliesst im Minus

Der Schweizer Leitindex sucht zu Wochenbeginn über weite Strecken die Richtung. Autoneum sacken ab. Conzzeta ziehen an.

(AWP/SPU) Am Schweizer Aktienmarkt herrschte zum Start einer ereignisreichen Woche zunächst Zurückhaltung. Der Swiss Market Index SMI (SMI 10205.46 -2.92%) verlor bei Eröffnung 0,1%. Im frühen Handel verharrte er knapp im Minus, aber über der Marke von 10’400. Noch vor dem Mittag drehte er ins Plus. Eine Richtungsänderung war dies aber nicht. Der SMI pendelte im weiteren Handel um den Schlusskurs von Freitag. Bei Handelsende resultierte dann ein Verlust von 0,3% und ein Schlussstand von 10’435.

Auch in New York hielten sich die Anleger bedeckt. Die drei grossen Wallstreet-Indizes bewegten sich bis Handelsende in Europa kaum. So notierte der Dow Jones (Dow Jones 25766.64 -4.42%) 0,2% im Minus. der S&P 500 (SP500 2978.76 -4.42%) trat auf der Stelle. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite bewegte sich ebenfalls seitwärts.

Laut Händlern war die Nervosität erhöht. Immerhin kämen die grossen Themen des Jahres 2019 in dieser Woche geballt auf den Tisch, hiess es.  So folgen dem Zinsentscheid der US-Notenbank Fed am Mittwoch einen Tag später die EZB und auch die SNB (SNBN 5050 -3.81%). Die Notenbanken hätten in diesem Jahr die Märkte massgeblich beeinflusst. So hat das Fed seinen Kurs revidiert und auch die EZB eine anhaltend lockere Politik in Aussicht gestellt. Daraus leiten laut Händlern einige Akteure nun das Signal ab, dass es 2020 zu einem gewissen Abschwung kommen werde. Ausserdem finden im Laufe der Woche in Grossbritannien Neuwahlen statt. Am kommenden Sonntag läuft dann noch eine Deadline für die Einführung von weiteren US-Strafzöllen auf chinesische Importe ab.

Im SMI schlossen Swisscom (SCMN 534.2 -3.19%) und LafargeHolcim (LHN 45.94 -0.61%) mit leichten Gewinnen. Bei LafargeHolcim wirkte sich ein Analystenkommentar von JPMorgan positiv aus. Die Aktien des Zementherstellers bleiben demnach der Top Pick im Sektor. Die Experten loben vor allem die Selbsthilfemassnahmen.

Tendenziell stabil bis freundlich entwickelten sich die Grossbankaktien UBS (UBSG 11.07 -5.3%) und Credit Suisse (CSGN 11.39 -5.98%). Sie hatten am Freitag bereits vom starken US-Arbeitsmarktbericht profitiert.

Roche (ROG 322.45 -2.63%) reagierten verhalten auf Studiendaten. Am derzeit laufenden Fachkongress ASH (American Society of Hematology) hatte der Pharmakonzern am Wochenende eine Reihe neuer Daten zu Medikamenten präsentiert. Auch Novartis (NOVN 85.05 -1.61%) und Nestlé (NESN 101.76 -2.81%) verloren leicht.

Anfängliche Avancen konnten die Titel der Luxusgüterhersteller Richemont (CFR 66.02 -4.07%) und Swatch Group (UHR 227.8 -3.11%) nicht halten.

Adecco (ADEN 53.26 -3.13%) und Lonza (LONN 397.9 -2.69%) lagen am Ende des SMI-Tableaus.

AMS nach Erfolg tiefer

Im SMIM (SMIM 2617.712 -3.02%) präsentierten sich die Aktien von AMS (AMS 35.07 -5.68%) schwach. Der Sensorspezialist war bei der geplanten Übernahme des Münchner Lichtkonzerns Osram einen wichtigen Schritt weitergekommen und hatte die Mindestannahmeschwelle von 55% überschritten.

Mit Temenos (TEMN 145.3 -4.44%) und Logitech (LOGN 37.88 -2.62%) gehörten weitere Vertreter der Technologiebranche zu den Verlierern.

Noch stärker abwärts ging es im breiten Markt für die Aktien des Autozulieferers Autoneum (AUTN 99.15 -4.85%). Das Unternehmen warnt vor einem schwachen Gesamtjahr. Die Probleme in Nordamerika seien grösser als bisher gedacht.

Derweil stiegen Conzzeta (CON 999 -4.86%) kräftig. Der Mischkonzern wird künftig kein solcher mehr sein, sondern ein Industriekonzern, der auf die Blechbearbeitung fokussiert.

Straumann (STMN 923.4 -3.97%) geben nach. UBS senkt das Rating für die Aktien des Dentalimplantatherstellers von «Buy» auf «Neutral», erhöht aber das Kursziel von 890 auf 965 Fr.

Eher positiv nahmen Investoren die Nachricht von Vontobel (VONN 66.95 -2.55%) auf, sich künftig als reines Buy-Side-Investmenthaus auszurichten.

Die Aktien von Schmolz + Bickenbach (STLN 0.1868 -3.01%) legten kräftig zu. Die Finma hatte den Weg freigemacht für die Kapitalerhöhung zur Sanierung des Stahlkonzerns.

Die Papiere des Milchverarbeiters Hochdorf (HOCN 73.4 4.86%) rückten vor. Das Unternehmen hatte am Sonntag den Verkauf der Pharmalys-Beteiligung für 100 Mio. Fr. bekanntgegeben.

Nach positiven Studiendaten zogen die Titel von ObsEva (OBSV 3.16 -3.95%) zunächst massiv an, auf 7.10 Fr. Vom Tageshöchst rauschten die Titel aber bis Handelsende ohne erkennbaren Grund abwärts.

Zurückhaltung in Asien

Die asiatischen Aktienmärkte waren Montag trotz guter Freitagsvorgaben von Wallstreet nur zaghaft in die neue Handelswoche gestartet. Grund für die Zurückhaltung waren magere Exportdaten aus China. Die chinesischen Ausfuhren sanken im November das vierte Mal in Folge.

In Tokio notierten der Nikkei 225 und der breiter gefasste Topix 0,3 und 0,4% über dem Schlussstand vom Freitag. In Hongkong präsentierte sich der Hang Seng praktisch unverändert, das Gleiche gilt mit einem Plus von 0,1% für den Shanghai Composite.

Euro stabil

Der Euro bewegte sich am Montag nur wenig. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde bei Handelsende in Europa zum Dollar mit 1.1071 $ gehandelt. Auch zum Franken zeigte sie sich bei einem Stand von 1.0940 Fr. kaum bewegt. Der Dollar kostete mit 0.9881 Fr. etwas weniger.

Ölpreis tiefer

Nach den deutlichen Avancen vom Freitag wurde der Ölpreis zu Wochenanfang kaum verändert gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent (Brent 51.62 -2.71%) (159 Liter) lag um 17.30 Uhr MEZ bei rund 64 $. Die Opec+ hatte sich vor dem Wochenende auf eine Kürzung der Fördermenge geeinigt. Der Goldpreis zeigte sich etwas fester bei einem Preis von 1462 $ pro Feinunze.