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SMI schliesst knapp über der 8800-Punkte-Marke

Die Schweizer Börse baute ihre Verluste ab und schloss deutlich im Plus. Lonza und Sika zogen erneut an. Der Dollar legte zum Franken kräftig zu.

(AWP/Reuters/SPU)  Der Schweizer Aktienmarkt notierte am Donnerstag deutlich im Plus. Der Swiss Market Index SMI (SMI 8873.77 0.56%) eröffnete 0,6% tiefer, konnte im frühen Handel aber seine gesamten Einbussen abbauen. Am Mittag schaffte er den Sprung in den grünen Bereich und etablierte sich über der Marke von 8700 Punkten. Am Nachmittag wurde sogar die Marke von 8800 Punkten überschritten.

Wallstreet legte bei ihrer Erholung eine Pause ein. Die Euphorie an den US-Börsen über die Annäherung im Handelsstreit mit China flaute ab. Die drei grossen New Yorker Indizes bewegten sich seitwärts. Der Dow Jones (Dow Jones 24207.16 0.59%) handelte 0,3% im Plus. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 2616.1 0.22%) büsste 0,1% ein, der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite war unverändert gegenüber dem Vortag.

Fast ausschliesslich Gewinner im SMI

Zu den Gewinnern im Schweizer Leitindex zählten erneut Lonza (LONN 273.5 -0.65%). Sika (SIKA 127.3 -0.93%) setzten ihre Aufwärtsbewegung nach dem steilen Kursanstieg von gestern fort.

Die Aktien von UBS (UBSG 13.345 3.09%) bauten ihr Minus ab und gewannen leicht. Als Auslöser für die anfänglichen Verluste wurde eine Studie der französischen Bank Société Générale genannt. Darin wurden die Papiere nicht mehr zum Kauf empfohlen, sondern nur noch mit «Hold» eingestuft. Zugleich wurde das Kursziel markant, von 16 auf 13 Fr., gesenkt. Credit Suisse (CSGN 12.1 3.77%) und Julius Bär (BAER 40.09 3.48%) reihten sich bei den Gewinnern ein.

Die Luxusgüterhersteller Richemont (CFR 67.22 0.6%) und Swatch Group (UHR 301.7 1.14%) notierten nach Handelsschluss leicht im Minus. Händler verwiesen auf neue Daten zur Preisentwicklung im Schlüsselmarkt China. Ökonomen sahen die schwache Entwicklung als Beleg für die derzeit vergleichsweise schlechte Verfassung der chinesischen Wirtschaft. Zudem liegt zu beiden Titeln eine negative Einschätzung von Berenberg vor. Am Ende des SMI-Tableaus liegen Geberit (GEBN 365.7 1.22%).

Gut hielten sich defensive Werte. So notierten die Schwergewichte Nestlé (NESN 83.12 -0.6%) sowie Novartis (NOVN 87.38 0.41%) und Roche (ROG 257.05 0.02%) teilweise deutlich im Plus.

AMS erneut höher

Im SMIM (SMIM 2239.881 1.79%) waren Aryzta (ARYN 1.2105 2.15%) unter den Gewinnern zu finden. Verluste wiesen Clariant (CLN 19.39 1.65%) auf, nachdem die US-Bank JPMorgan das Rating von «Neutral» auf «Underweight» geändert und das Kursziel gesenkt hatte. Er habe dem Chemiesektor gegenüber eine eher vorsichtige Haltung eingenommen, meint der zuständige Analyst. Er hält den Titel ausserdem für hoch bewertet.

Die Titel des österreichischen Chipherstellers AMS (AMS 24.74 8.56%) drehten nach schwachem Start ins Plus. Sie haben im jüngsten Abwärtstrend vier starke Handelstage hinter sich.

Mehr los ist am breiten Markt, wo es Zahlen zu Ascom (ASCN 12.52 -3.4%) gab. Die Valoren kamen unter die Räder, nachdem das Unternehmen seine eigenen Ziele für 2018 verfehlt hatte.

Bossard (BOSN 162.9 2.71%) stiegen, das Industrieunternehmen ist im vergangenen Jahr stark gewachsen.

Swissquote (SQN 51.2 -3.03%) verloren, obwohl die Online-Bank mit einem Rekordergebnis für das Jahr 2018 rechnet. Allerdings fielen die Resultate unterhalb der Analystenerwartung aus.

MCH Group (MCHN 20.1 -4.74%) zogen an. Die Messebetreiberin hatte ihre Tochtergesellschaft Winkler Livecom per Ende 2018 verkauft.

Asien uneinheitlich

In Tokio sank der Nikkei 1,3%. Der breiter gefasste Topix büsste 0,9% ein. Nach drei guten Sitzungen kam es zu Gewinnmitnahmen. Die Erstarkung des Yens belastete die Exporteure. Der Hang Seng in Hongkong tendierte mit 0,1% leicht aufwärts, der Shanghai Composite Index gab indes 0,4% nach. Der Kospi in Seoul verlor marginal 0,1%.

Dollar stark

Der Euro konnte nicht an die starken Kursgewinne vom Vortag anknüpfen und büsste zur US-Währung ein. Die Gemeinschaftswährung war im frühen Handel noch auf 1.1570 $ und damit auf dem höchsten Stand seit Mitte Oktober geklettert. Nach starken US-Wirtschaftsdaten hat der Euro jedoch nachgegeben und wurde bei 1.1517 $ gehandelt. Der Franken fiel zum US-Dollar markant. Der Kurs lautet aktuell 0.9809 Fr. Der Euro handelte zur Schweizer Währung deutlich fester bei 1.1299 Fr.

Ölpreis korrigierte

Der Ölpreis setzte seinen starken Anstieg der vergangenen Handelstage vorerst nicht fort. Ein Barrel der Nordseesorte Brent (Brent 60.83 0.73%) (159 Liter) kostete 61 $. Der Goldpreis stand mit 1290 $ pro Feinunze knapp unter der Marke von 1300 $.

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