Märkte / Aktien

SMI geht etwas leichter ins Wochenende

Im Schweizer Leitindex erholen sich Sika. Vor allem Biotech-Aktien gewinnen. Der Dow Jones erreicht die Marke von 29'000, kommt aber zurück.

(AWP/Reuters/SPU) Zum Ende der ersten kompletten Handelswoche im neuen Jahr ging es am Schweizer Aktienmarkt leicht abwärts. Der Swiss Market Index SMI (SMI 11110.78 -0.39%) stand bei Eröffnung 0,3% höher. Im frühen Handelsverlauf stabilisierte er sich in der Gewinnzone. Mit der Vorlage der neuesten Daten vom US-Arbeitsmarkt drehte der Leitindex ins Minus. Er schloss etwas leichter bei einem Stand von 10’639.

Die als positiv gewerteten Arbeitsmarktdaten hievten den Dow Jones (Dow Jones 28992.41 -0.78%) erstmals über die 29’000er Marke. Doch der US-Standardwerteindex kam rasch zurück und lag bei Börsenschluss in Europa mit 0,2% im Minus. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 3337.75 -1.05%) notierte unverändert, und der Nasdaq Composite legte 0,2% zu.

Am Markt hiess es, dass Investoren auch trotz der leichten Verluste insgesamt wieder etwas risikofreudiger seien. Als Grund wurde die Entspannung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran genannt. Entsprechend rückten auch die Hoffnungen auf ein stärkeres globales Wirtschaftswachstum wieder in den Vordergrund. Ebenfalls erleichtert wurden die jüngsten Ankündigungen zum Handelsabkommen zwischen den USA und China aufgenommen. Kommende Woche wird der chinesische Vize-Ministerpräsident Liu He in Washington erwartet, um ein erstes Teilabkommen zur Beilegung des Zollstreits zu unterzeichnen.

Sika gewannen

Gesucht waren mit den Aktien von Sika (SIKA 196.55 4.69%) die grössten Verlierer des Vortages. Am Donnerstag hatten Investoren noch verschnupft auf die ersten Umsatzzahlen eines Blue Chip reagiert. Für den CS-Analysten Patrick Laager aber gehören die Papiere des Bauchemiekonzerns zu den attraktivsten unter Schweizer Mid und Large Caps.

Die folgenden Plätze auf der Gewinnerliste wurden von verschiedenen Vertretern der Gesundheitsbranche belegt. So gewannen Lonza (LONN 419.6 -0.19%) und Roche (ROG 345.8 0.04%), während Novartis (NOVN 94.4 -0.17%) ins Minus drehten. Seit Jahresbeginn hat es zu den verschiedenen Werten überwiegend positive Analystenkommentare gegeben. Bei JPMorgan etwa zeigen sich die Experten zuversichtlich für den Medtech-Sektor. Aber auch zu den beiden Pharmaschwergewichten hatte es zuletzt verschiedene Kommentare gegeben.

Zudem machten sich bei den Blue Chips Analystenkommentare bemerkbar. Adecco (ADEN 58.32 -0.17%) konnten ihre anfänglichen Gewinne aber nicht halten. Die Experten von JPMorgan hatten den Personalvermittler mit «Overweight» in die Bewertung aufgenommen.

ABB (ABBN 23.51 -1.63%) verloren leicht. Der Elektrotechnikkonzern streicht in einem Werk im US-Bundesstaat Virginia ein Viertel der Stellen. 113 der insgesamt 467 Mitarbeiter in dem Werk in South Boston würden ihren Job verlieren, erklärte ein ABB-Sprecher am Freitag und bestätigte damit Berichte lokaler Medien.

Schwächer entwickelten sich die Aktien der Banken UBS (UBSG 12.685 -2.61%) und Credit Suisse (CSGN 13.39 -1.29%) sowie die Titel der Luxusgüterhersteller Swatch Group (UHR 244.8 -0.97%) und Richemont (CFR 72.1 -0.17%).

Kommentar liess Kühne + Nagel steigen

Im SMIM (SMIM 2850.26 -0.45%) erholten sich Flughafen Zürich (FHZN 170.2 -1.45%) von den jüngsten Einbussen. Vifor Pharma (VIFN 181.1 -0.03%) und Sonova (SOON 256 -0.16%) stiegen. Beim Hörgerätehersteller kommt es auf die nächste Generalversammlung hin zu Veränderungen im Verwaltungsrat. Adrian Widmer soll den zurücktretenden Michael Jacobi ersetzen, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Straumann (STMN 1044 0.43%), ein anderer Gesundheitswert, blieben zurück.

Für Kühne + Nagel (KNIN 155.35 -2.2%) ging es nach einem Analystenkommentar nach oben. Die Analysten von Barclays (BARC 179.14 -1.18%) schreiben in einer Branchenstudie, bei dem Logistiker werde entscheidend sein, die ambitionierten Mittelfristziele in den unverändert volatilen Märkten zu erreichen.

Aktien aus der Technologiebranche wie AMS (AMS 39.59 -1.44%) und auch Temenos (TEMN 160.45 0.5%) zeigten sich fantasielos. Sie konnten nicht den guten Vorgaben aus Asien folgen. Dort waren am Freitag vor allem Apple-Zulieferer gefragt, nachdem der iPhone-Hersteller mit seinen jüngsten Absatzzahlen in China für Zuversicht gesorgt hatte.

Dätwyler (DAE 172 -0.23%) gaben nach. Vontobel (VONN 72.75 -0.75%) senkte das Rating für die Aktien des Industriekonzerns von «Buy» auf «Hold», erhöhte aber das Kursziel von 190 auf 200 Fr.

Biotechs mit Gewinnen

Deutlich bewegten sich die Gesundheitswerte in den hinteren Reihen. Dort zogen Basilea (BSLN 50.75 -2.96%) bei Eröffnung um mehr als 6% an, kamen aber ebenso rasant zurück. Sie schlossen klar im Plus. Das Biopharmaunternehmen erwartet für 2019 einen Umsatz von 134 Mio. Fr., was leicht über der eigenen Prognose liegt.

Auch Idorsia (IDIA 32.4 0.31%) stiegen klar. Das Unternehmen und sein US-Partner Neurocrine Biosciences haben die Lizenzverinbarungen für einen Produktkandidaten geändert.

Cosmo (COPN 84.3 -0.59%) legten zu, nachdem die Biopharmagesellschaft die Rechte an der Vermarktung von Byfavo (Remimazolam) in den USA an Acacia Pharma vergeben hatte.

Asien mehrheitlich im Plus

Die Deeskalation im Nahen Osten sorgte für freundliche Stimmung in Asien. Zudem reist kommende Woche ein Vertreter aus Peking nach Washington, um ein Teilabkommen im Handelskonflikt zu besiegeln. Der Nikkei 225 legte 0,5% zu, der breiter gefasste Topix stieg 0,4%. Der Hang Seng in Hongkong stagnierte. Der Shanghai Composite notierte mit einem leichten Minus von 0,1%. Der koreanische Kospi avancierte 0,9%.

Euro über 1.08 Fr

Der Euro notierte am Freitag nach zwischenzeitlichen Schwankungen im Tagesverlauf stabil. Um 17.30 Uhr MEZ wurde die Gemeinschaftswährung zum Greenback über der Marke von 1.11 $ bei 1.1112 $ gehandelt. Zum Franken ging sie ebenfalls wenig verändert bei einem Preis von 1.0814 Fr. um. Der Dollar gab seine zwischenzeitlichen Avancen zum Franken preis. Der Kurs lautete 0.9735 Fr.

Öl etwas tiefer, Gold etwas höher

Der Ölpreis gab am Freitag leicht nach. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 58.44 -1.53%) lag bei Börsenschluss in Europa bei gut 65 $. Der Goldpreis gewann hingegen leicht und notierte bei 1559 $ pro Feinunze.

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