Märkte / Aktien

SMI schliesst unter 12’600

Die Schweizer Börse weitet ihr Minus aus. Der Markt büsst auf breiter Front ein. Aus dem Gesundheitssektor kommen Nachrichten. Wallstreet ist schwach.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat sich am Montag deutlich schwächer gezeigt. Der Leitindex SMI notierte bei Eröffnung noch 0,2% höher, drehte aber im frühen Handel ins Minus. Er weitete in der Folge seine Abgaben aus und rutschte unter die Marke von 12’700. Am späten Nachmittag fiel sogar die Marke von 12’600. Erstmals seit dem 26. November 2018 bewegt sich die Rendite der zehnjährigen Obligationen der Eidgenossenschaft wieder im positiven Bereich. Verantwortlich für den Renditeanstieg sind die weltweit steigende Inflation und das bevorstehende Ende der ultralockeren Geldpolitik der wichtigen Zentralbanken.

Aus New York kam derweil keine Unterstützung. Im Gegenteil. Die drei wichtigen Wallstreet-Indizes lagen allesamt klar im Minus. Der breit gefasste S&P 500 büsste 1,5% ein. Der Dow Jones verlor 1,3%. Noch deutlicher waren die Einbussen an der Technologiebörse. Der Nasdaq Composite notierte 1,8% tiefer.

Die Marktteilnehmer seien wegen der anhaltenden Inflations- und gestiegenen Zinssorgen verunsichert, hiess es in Marktkreisen. Da nun aber die Bilanzsaison anlaufe, könnten diese Sorgen bald etwas in den Hintergrund rücken. Von Alarmstimmung könne deshalb noch nicht die Rede sein. Die Credit Suisse etwa rät dazu, Aktien derzeit im Portfolio wegen der Zins- und Pandemie-Risiken neutral zu gewichten. Laut deren Experten bieten Aktien in Erwartung eines robusten globalen Wachstums auf Sicht von sechs Monaten weiterhin Aufwärtspotenzial.

Finanzwerte und Novartis gesucht

Finanzwerte präsentierten sich überwiegend fester. So legten die Bankaktien Credit Suisse (+1,3%) zu. Auch UBS und die Versicherer wie Swiss Re, Swiss Life und Zurich Insurance wiesen Gewinne von bis zu 0,6% aus. Erneut schwach waren Partners Group mit einem Minus von 4%.

Den SMI stützten vor allem Novartis (+0,8%) dank zwei positiven Nachrichten. Das Biotech-Unternehmen Molecular Partners (+23%, an der Spitze bis zu 40%), das mit Novartis zusammenspannt, hatte in der Phase-II-Studie mit dem Coronakandidaten Ensovibep die Ziele erreicht. Ensovibep habe die Viruslast klar reduziert, teilten die beiden Unternehmen am Montag mit.

Novartis erhielten zudem Schützenhilfe von Citigroup. Die US-Bank hatte die Abdeckung des Pharmariesen mit dem Rating «Buy» und dem Kursziel 95 Fr. wieder aufgenommen.

An der SMI-Spitze standen Swisscom.

Roche drehten ins Minus (–1,5%). Der Pharmakonzern hatte vom Schweizerischen Heilmittelinstitut (Swissmedic) die Zulassung für Tecentriq zur Behandlung von nicht kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) erhalten.

Belastet wurde der Markt, wie schon die letzten Tage, vom Schwergewicht Nestlé (–2%). Der Grund dafür dürfte weiter in Gewinnmitnahmen liegen, sagte ein Händler. Der Titel war 2021 ähnlich stark wie der Gesamtmarkt gestiegen.

Verluste fuhren erneut die Aktien des Life-Science-Konzerns Lonza (–4,9%) ein. Auch Alcon waren schwach (–4,2%). Die Gesellschaft hatte die angekündigte Übernahme der US-amerikanischen Medizintechnikfirma Ivantis abgeschlossen. Deren Produkte würden nun das eigene Angebot im Bereich der Glaukombehandlung (Grüner Star) erweitern, teilte der Schweizer Spezialist für Augenheilkunde am Montag mit.

Am SMI-Ende schlossen Sika mit –5,5%. Der Bauchemiespezialist legt morgen Dienstag Umsatzzahlen vor.

Idorsia sprangen nur kurz hoch

Im Fokus der Anleger standen die im breiten Markt gehandelten Valoren von Idorsia. Sie eröffneten 10% im Plus, drehten aber im Handelsverlauf ins Minus. Das Biotech-Unternehmen hatte von der US-Gesundheitsbehörde FDA die erhoffte Zulassung für das Schlafmittel Daridorexant erhalten. Es ist die erste Marktzulassung für Idorsia. Das Mittel, das in den USA unter dem Namen Quviviq vermarktet wird, gilt in Marktkreisen als potenzieller Blockbuster.

Basilea sind im Plus mit 1,9%. Das Biotech-Unternehmen hatte 2021 mit 148 Mio. Fr. mehr Umsatz erzielt als im Jahr zuvor (127,6 Mio). Das geht aus den am Montag veröffentlichten, ungeprüften Zahlen hervor. Damit liege das Ergebnis über der eigenen Prognose.

Im SMIM legten reisenahe Titel zu. Flughafen Zürich stiegen 1,7%. UBS hat den Titel auf «Buy» von «Neutral» hochgestuft. Dufry konnten ihre Gewinne jedoch nicht halten.

Grosse Gewinner von 2021 wie Straumann (–7,4%), Kühne + Nagel (–7%) oder VAT Group (–6%) erfuhren Gewinnmitnahmen.

Stark unter Druck standen Pharmazulieferer wie PolyPeptide (–12,7%), Dottikon ES (–7,2%) und Bachem (–5,4%).

Meyer Burger (-5,0%) gerieten nach einem negativen Kommentar der Credit Suisse unter Verkaufsdruck.

Noch grösser waren die Einbussen indes bei weiteren Industrietiteln wie Sensirion (-9,0%), Belimo (-7,5%) oder Inficon (-7,1%).

Asiens Börsen mehrheitlich im Plus

Die Börsen in Asien zeigten sich am Montag mehrheitlich freundlich. Der Hongkonger Hang Seng stieg um 0,9%, und auf dem chinesischen Festland lag der CSI 300 um 0,4% im Plus. In Taiwan notierte der Taiex 0,4% über dem Schlusskurs von Freitag. Der koreanische Kospi verlor hingegen 1%. In Japan war die Börse feiertagsbedingt geschlossen.

Euro unter Druck

Der Euro büsste am Montag einen guten Teil seiner zum Wochenschluss erzielten Gewinne zum Dollar wieder ein. Nachdem die Gemeinschaftswährung am Freitag noch bis auf 1.1365 $ geklettert war, ist es nun zu einer Gegenbewegung gekommen. Der Euro wurde am Abend zu 1.1324 $ gehandelt. Auch gegenüber dem Franken konnte sich der Dollar befestigen und kostete um 17.30 Uhr MEZ 0.9253 Fr. nach 0.9208 noch am Morgen. Damit setzte er sich wieder klar über der Marke von 0.92 fest, unter die er am Freitag gefallen war. Der Euro dagegen tendierte gegenüber dem Franken mit 1.0480 Fr. deutlich höher als im frühen Handel.

Ölpreis stabil auf hohem Niveau – Bitcoin schwach

Der Ölpreis stabilisierte sich am Montag auf erhöhtem Niveau. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete bei Börsenschluss in Europa rund 82 $.

Gold notierte wieder unter 1800 $ und kostete 1794 $ pro Feinunze.

Bitcoin gab in seinem Abwärtstrend weiter nach. Die Cyberdevise kostete weniger als 40’000 $.

Leser-Kommentare

Walter Münnich Münnich 10.01.2022 - 16:51

hallo F+W,
ich vermisse das Laufband mit den aktuellen Kursen !
schade – keine gute Einsparung.
Liebe Grüße aus Graz
Walter Münnich

Jan Schwalbe 10.01.2022 - 17:16

Danke für das Feedback – ist keine Einsparung – sondern das Laufband war für viele Nutzer wenig informativ bzw. willkürlich – aber ja, ich verstehe ihre Kritik. Was meines Erachtens toll ist: Die Seite ist super schnell; der Zugriff auf alle Kurse deshalb viel einfacher und die Übersicht der Kurse in den einzelnen Märkten aufgeräumter.

Herbert Gantenbein Gantenbein 10.01.2022 - 17:48

Gebe Herrn Münnich recht. Nicht immer sind “Neuerungen” auch wirklich neu und gut! Schade drum. Aber wir haben ja keine Wahl (wie bei den Banken und anderen Serviceleistungen auch…) … wir müssen das Beste draus machen und uns daran gewöhnen… Wünsche noch ein gutes, gesundes und erfolgreiches (Börsen-) Jahr !! Liebe Grüsse aus der Romandie, Herbert Gantenbein

Emanuel Nüesch Nüesch 10.01.2022 - 19:11

Stimmt. Aber nicht weiter so.