Märkte / Aktien

SMI schliesst fester

Die Schweizer Börse findet zu Beginn der neuen Handelswoche den Weg ins Plus. Novartis steigen, Roche bauen Minus ab. Der Euro rutscht unter 1.07 Fr.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat zum Wochenstart erst spät den Weg ins Plus gefunden und letztlich fester geschlossen. Der Swiss Market Index SMI (SMI 10090.91 0.23%) verlor bei Eröffnung noch 0,2%. Im frühen Handel baute er sein Minus ab. Noch am Vormittag arbeitete sich der SMI in den grünen Bereich, zeigt sich im weiteren Handelsverlauf aber kaum bewegt. Erst mit Eröffnung der Wallstreet festigte sich der Leitindex in der Gewinnzone.

Nach der starken Vorwoche fehlten über lange Strecken im Handel die Impulse, die den Markt weiter nach oben bringen könnten. Nach wie vor ein Thema ist die Ausbreitung des Coronavirus. In den vergangenen Tagen war die Zahl der Neuansteckungen zurückgegangen. «Wenn sich das bestätigt, dürften neue Kursrekorde in Griffweite rücken», sagte ein Händler. Doch bis dahin dürfte der Markt mit angezogener Handbremse unterwegs sein.

Die Firmenbilanzen, die im Laufe der Woche veröffentlicht werden, dürften frischen Wind in den Markt bringen, hiess es. Höhepunkt des Ergebnisreigens ist der Donnerstag, wenn mit Clariant (CLN 17.925 0.17%), Credit Suisse (CSGN 10.25 3.06%), Nestlé (NESN 107.9 0.2%) und Zurich Insurance (ZURN 348.3 1.46%) gleich vier SLI-Firmen ihre Ergebnisse präsentieren. Dabei dürfte die Anleger interessieren, mit welchen Folgen des Virus die Firmenlenker für ihr Geschäft rechnen.

Die Anleger an der US-Börse zeigten sich grundsätzlich zuversichtlich. Die drei wichtigen Indizes an der Wallstreet bewegten sich bei Börsenschluss in Europa aufwärts. Der Dow Jones (Dow Jones 27791.44 1.3%) gewann 0,3%. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 3360.47 0.27%) stieg 0,4%. Und die US-Technologiebörse, gemessen am Nasdaq Composite, avancierte 0,6%.

Roche bauten Verlust ab

In der Schweiz waren Lonza (LONN 562.6 -1.47%) gesucht. Die Titel des Pharmazulieferers profitierten von einem positiven Kommentar in der Wochenendpresse, hiess es.

Zudem gewannen die Aktien der Luxusgüterhersteller Swatch Group (UHR 193.2 0.49%) und Richemont (CFR 57.44 0.17%).

Mit den Anteilen von Sika (SIKA 204.1 -0.44%), LafargeHolcim (LHN 43.91 0.94%) und Adecco (ADEN 45.43 0.87%) erfreuten sich auch zyklische Werte grösseren Interesses.

Die Aktien der Banken gaben einen Teil ihre frühen Avancen preis: Credit Suisse und UBS (UBSG 11.195 1.68%) schlossen dennoch im Plus. Bei der CS hielten laut Händlern die Käufe an, die am Freitag nach anfänglichen Verlusten im Zusammenhang mit dem Abgang von Konzernchef Tidjane Thiam eingesetzt hatten.

Die GS von Roche (ROG 313.65 -0.17%) schlossen kaum verändert, nachdem sie ihre frühen Verluste mehrheitlich wettgemacht hatten. Der Pharmakonzern hatte in seiner Alzheimer-Forschung einen Rücksetzer erlitten. In einer Phase-II/III-Studie mit dem Prüfkandidaten Gantenerumab wurden die Ziele nicht erreicht. Die Papiere von Rivale Novartis (NOVN 75.49 -0.01%) legten derweil klar zu und stützen den Gesamtmarkt.

Julius Bär zogen an

Im SMIM (SMIM 2530.962 -0.37%) fielen Julius Bär (BAER 41.62 2.66%) positiv auf. Während UBS das Kursziel auf 50 von 52 Fr. reduzierte und das Rating «Neutral» bestätigte, gab sich Morgan Stanley (MS 50.58 0.46%) optimistisch. Die US-Bank erhöhte die Empfehlung für den Vermögensverwalter auf «Overweight» von «Equal weight» und das Kursziel auf 60 von 51 Fr.

Während AMS (AMS 16.55 -1.87%) klar stiegen (der Chiphersteller legt morgen Dienstag Zahlen vor), blieben die Aktien der anderen Technologiefirmen Logitech (LOGN 65.56 -2.93%) und Temenos (TEMN 135.25 -2.45%) hinter dem Gesamtmarkt zurück.

Grundsätzlich freundlich präsentierten sich die Anteile der Industrietitel wie Bucher (BUCN 315.8 -0.13%) Industries oder OC Oerlikon (OERL 8.245 2.04%).

DKSH und Comet klar im Plus

Von guten Ergebnissen beflügelt wurden im breiten Markt die Aktien von DKSH (DKSH 58.15 -0.26%) und Comet (COTN 142.6 -0.42%). Der Asienspezialist DKSH hatte 2019 etwas mehr Umsatz erzielt, aber wegen eines Einmaleffekts weniger verdient. Die Aktionäre sollen gleichwohl in den Genuss einer um 5 Rappen höheren Dividende von 1,90 Fr. pro Aktie kommen.

Comet hatte 2019 weniger Umsatz, aber einen stabilen Gewinn erwirtschaftet. Doch konnte die Technologiefirma die Ebitda-Marge auf 10,8% von 9,8% im Vorjahr steigern. Damit lag diese deutlich über der erwarteten Bandbreite von 7,0 bis 8,5%.

Weiter unter Druck standen Idorsia (IDIA 26.04 -1.14%). Die Gewinnmitnahmen, die nach der Ergebnisvorlage letzte Woche eingesetzt hatten, schienen wohl noch nicht ganz ausgestanden zu sein, heisst es am Markt.

Asien mehrheitlich im Minus

Die asiatischen Aktienmärkte sind mit leichten Kursverlusten in die neue Handelswoche gestartet. Die jüngsten Meldungen zum Coronavirus lasteten auf der Stimmung. Mit über neunhundert Todesfällen hat die Krankheit inzwischen mehr Opfer gefordert als die Sars-Epidemie.

Die chinesische Zentralbank wird den Finanzinstituten nun spezielle Refinanzierungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen, um die wirtschaftlichen Konsequenzen des Coronavirus einzugrenzen. Auf Unternehmensebene sorgte derweil die Meldung, dass Apple-Zulieferer Foxconn die Produktion in China teilweise wieder aufnehmen darf, für leichte Entspannung.

In Tokio büsst der Nikkei 225 0,6% an Boden ein, während der marktbreite Topix 0,8% verliert. Der Hang Seng in Hongkong notiert 0,7% schwächer. Die beiden chinesischen Festlandindizes Shanghai Composite und Shenzhen Composite tendieren mehr oder weniger seitwärts. Der südkoreanische Leitindex Kospi büsst 0,5% ein.

Euro unter 1.07 Fr.

Der Euro knüpfte am Montag an seine Schwäche der vergangenen Tage an. Am Abend kostete die Gemeinschaftswährung im Tief 1.0912 $ und damit so wenig wie zuletzt vor etwa vier Monaten. Auch gegenüber dem Schweizer Franken schwächte sich der Euro zum Wochenstart ab. Die Gemeinschaftswährung fiel unter die Marke von 1.07 Franken und geht am späten Nachmittag bei 1,0673 Fr. um. Der Dollar hielt sich am Montag zum Franken praktisch unverändert. Er kostete am Abend 0.9778 Fr.

Ölpreis tiefer

Der Ölpreis notierte am Montag im Minus. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 45 0.04%) kostete bei Börsenschluss in Europa knapp 54 $. Nach wie vor blieben die Sorge vor konjunkturellen Auswirkungen des Coronavirus und mögliche Massnahmen der Opec+ zur Stützung der Ölpreise die bestimmenden Themen. In der Opec+ sind Mitgliedsstaaten des Ölkartells und verbündete Förderländer wie Russland organisiert.

Der Goldpreis notierte minimal fester bei 1575 $ pro Feinunze. Bitcoin (Bitcoin 11777 -0.75%) verlor, nachdem die älteste und wichtigste Cyber-Devise zeitweise auf ein Fünfmonatshoch von 10’200 $ gestiegen war.