Märkte / Aktien

SMI schliesst im Minus

Die Schweizer Börse verliert. Der SMI schliessst mit 9556,31 Punkten aber immer noch über dem Tagestief. Novartis und Alcon belasten den Leitindex.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat sich am Mittwoch mit Verlusten präsentiert. Die Partystimmung der Börsianer hatte sich nach dem neuen Allzeithoch des SMI (SMI 9824.54 1.4%) vom Vortag damit vorerst leicht eingetrübt.

Der Berichtstag hielt international gesehen einige wichtige Termine bereit. Neben dem neuesten Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank wird am Abend das Protokoll der letzten Sitzung der amerikanischen Notenbank veröffentlicht. Politisch gesehen dürften die Schlagzeilen am Abend einmal mehr Grossbritannien gelten. Kurz vor dem Beginn des EU-Sondergipfels zum Brexit schien es wenig Zweifel zu geben, dass der Termin für den britischen EU-Austritt noch einmal deutlich verschoben wird.

An der Wallstreet zeigten sich die Anleger zurückhaltend. So notierten die drei vielbeachteten Indizes in New York uneinheitlich. Der Dow Jones (Dow Jones 24465.16 -0.04%) verlor 0,1%. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 2955.45 0.24%) handelte 0,2% fester. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite avancierte 0,5%.

Novartis zogen den SMI nach unten

Der Swiss Market Index SMI notierte bei Eröffnung 0,3% tiefer. Im frühen Handel baute er seinen Verlust fast komplett ab. Die Erholung verpuffte aber noch vor dem Mittag. Im Leitindex rangierten heute wieder zwanzig Werte. Übergangsweise waren gestern sowohl Julius Bär (BAER 39.05 3.64%) als auch Alcon (ALC 60.7 1.91%) im SMI gehandelt worden. Die Aktien der Zürcher Privatbank werden nun im SMIM (SMIM 2408.875 1.79%) geführt.

Angeführt wurden die Blue Chips von den Aktien des Life-Science-Konzerns Lonza (LONN 500.8 3.77%), die sich mit den Avancen weiter über der Marke von 300 Fr. festigten.

Auf der Gewinnerseite waren zudem LafargeHolcim (LHN 37.98 2.93%) und SGS (SGSN 2223 1%) zu finden.

Nestlé (NESN 103.82 0.84%) konnten nicht wirklich von einer Neueinschätzung von Barclays (BARC 103.26 -0.9%) mit dem Rating «Overweight» profitieren.

Novartis (NOVN 83.11 1.13%) fielen mit einem Minus markant zurück, unter anderem belastet von einer Abstufung durch Morgan Stanley (MS 40.13 -0.42%) auf «Underweight».

Auch der SMI-Neuling und Börsenstar des Vortages Alcon büsste ein. Angesichts des unerwartet starken Börsenstarts mit einem Eröffnungskurs von 55 Fr., den der Titel im Tagesverlauf um über 5% auf gut 58 Fr. ausbaute, war ein kleiner Rückschlag gut verkraftbar. Bereits äusserten sich verschiedene Banken mit ihrer Einschätzung zu Alcon. So stufte Morgan Stanley die Aktie mit «Overweight» ein, Berenberg mit «Hold» und UBS (UBSG 9.638 1.39%) mit «Neutral».

Schwächer notierten zudem die Luxusgüterwerte um Richemont (CFR 53.5 2.57%) und Swatch Group (UHR 181.35 1.2%). Die Valoren der Grossbanken UBS und Credit Suisse (CSGN 8.144 2.06%) präsentierten sich leichter.

Gurit zogen an

Im SMIM standen Sunrise (SRCG 82.2 0.06%) im Fokus. Der Telecomkonzern hatte kurz nach Mittag berichtet, dass die Aktionäre einen Antrag zur Erhöhung des genehmigten Kapitals abgelehnt hatten. Grossaktionär Freenet (FNTN 15.895 0.28%), der rund ein Viertel der Sunrise-Titel besitzt, war für das Scheitern verantwortlich.

Dufry (DUFN 26.14 3.65%) gewannen. Die Aktien des Reisedetailhändlers müssen im SLI Platz für Alcon machen. Gewinne fuhren auch die Titel des Industriekonzerns Georg Fischer (FI-N 749 4.32%) und des Spezialchemieunternehmens Ems-Chemie (EMSN 682 0.07%) ein.

AMS (AMS 13.575 1.5%) verloren deutlich. Derweil zeigten sich die anderen Techwerte um Logitech (LOGN 56.14 2.48%) und Temenos (TEMN 142.15 3.01%) fester.

Im breiten Markt machten Gurit (GUR 1402 1.59%) mit Kursgewinnen nach guten Umsatzzahlen zum ersten Quartal auf sich aufmerksam.

Derweil verloren Valora (VALN 181.4 0.78%) deutlich. Der Broker Baader Helvea hatte zuvor das Rating von «Buy» direkt auf «Sell» zurückgenommen.

Cosmo (COPN 77 -0.52%) legten zu. Hier half der Abschluss eines Vertriebsvertrags für ein neues Endoskopiegerät mit Medtronic.

Verluste in Fernost

Die schlechte Stimmung im amerikanischen und im europäischen Handel am Vortag griff auf die asiatischen Aktienmärkte über. In Tokio sank der Nikkei 225 um 0,6%, der breiter gefasste Topix verlor 0,7%. Der Hang Seng in Hongkong gab 0,4% ab, und Chinas Leitindex CSI 300 büsste 0,1% ein. Der südkoreanische Kospi gewann dagegen 0,4%, der australische S&P/ASX 200 lag 0,1% im Plus.

Euro uneinheitlich

Der Euro gab kein einheitliches Bild ab. Zum Greenback büsste er ein, hielt sich aber weiter über der Marke von 1.12 $. Die Gemeinschaftswährung kostete zur US-Währung 1.1245 $. Gegenüber dem Franken legte sie auf 1.1279 Fr. zu. Der Dollar notierte mit 1.0030 Fr. wieder über der Parität.

Gold fester

Der Goldpreis hielt sich über der Marke von 1300 $ und lag zu Börsenschluss in Europa bei 1307 $ pro Feinunze. Der Ölpreis zeigte sich fester. Die Nordseesorte Brent (Brent 35.52 2.42%) kostete gut 71 $ pro Barrel (159 Liter).