Märkte / Aktien

SMI schliesst schwächer – Rekorde an Wallstreet

Die Schweizer Börse schwankt deutlich und steigt zwischenzeitlich auf 10'000. Bankakten präsentieren sich stärker. GAM ziehen an. Interroll stehen massiv unter Druck.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch nach einem Auf und Ab schwächer geschlossen. Bis am Nachmittag schien, als würde der Leitindex an seine etwas schwächere Vortagestendenz anknüpfen. Mit dem Beginn der mit Spannung erwarteten Anhörung von US-Notenbankchef Jerome Powell vor dem US-Kongress machte der Swiss Market Index SMI (SMI 9770.39 -0.56%) frühere Verluste wett und drehte in die Gewinnzone. Nach weiteren Avancen erreichte der SMI zwischenzeitlich die Marke von 10’000 Punkten. Doch der Effekt verpuffte rasch, der SMI gab seine Avancen preis und schloss leichter.

An der Wallstreet stiegen die Kurse derweil. In New York fielen im frühen Handel Bestmarken. Der Dow Jones (Dow Jones 26035.49 -0.38%) gewann bei Börsenschluss in Europa 0,2%, zwischenzeitlich stellte er ein neues Rekordhoch auf. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 2906.38 -0.59%) avancierte 0,3% und erreichte im frühen Handel zum ersten Mal die Marke von 3000 Punkten. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite legte 0,4% zu. Er erreichte ein neues Intraday-Allzeithoch bei 8214 Punkten.

SMI-Finanzwerte höher

Fester notierten im Schweizer Leitindex die Aktien der Grossbanken UBS (UBSG 10.225 -0.39%) und Credit Suisse (CSGN 11.095 -0.94%). Im Plus handelten zudem Lonza (LONN 347.2 -0.32%) und LafargeHolcim (LHN 46.33 -1.3%).

Die Indexschwergewichte Novartis (NOVN 87.64 -0.28%), Roche (ROG 273 -0.62%) und Nestlé (NESN 107.96 -1.03%) bewegten sich kaum, nachdem sie sich am Vormittag als belastend erwiesen hatten. Bei den Luxusgüterherstellern liessen Swatch Group (UHR 264.4 -0.26%) die Titel des Konkurrenten Richemont (CFR 75.34 0.21%) hinter sich.

Adecco (ADEN 51.44 -0.5%) – ein Wert, der am Dienstag zu den grössten Verlierern gezählt hatte – fand den Weg ins Plus. Nachdem sich am Vortag die Experten von Goldman Sachs (GS 200.365 -0.91%) vorsichtig über die Aussichten für Adecco geäussert hatten, heisst es nun in einer Branchenstudie der UBS, man sehe für den Dienstleistungssektor mehr Risiken als Chancen für die anstehende Berichtssaison.

Am Ende der Kurstafel standen Swiss Re (SREN 99 -0.52%). Die Titel würden von einem Agenturbericht über eine mögliche Verschiebung des Börsengangs der Tochtergesellschaft ReAssure belastet, hiess es in Börsenkreisen. Auch anderer Versicherer wie Zurich Insurance (ZURN 352 0.23%) oder Swiss Life (SLHN 470 -0.4%) büssten ein.

Sika (SIKA 137.05 -1.9%) gaben nach. Die Aktien des Bauchemiespezialisten hatten schon am Vortag unter der Gewinnwarnung des deutschen Branchenkollegen BASF (BAS 57.85 -0.21%) gelitten. Die Schwäche der Branche setzt sich auch zur Wochenmitte europaweit fort.

GAM legten zu

Im SMIM (SMIM 2499.553 -0.48%) gewannen GAM (GAM 3.634 0.11%) deutlich, nachdem der Vermögensverwalter eine erste Einschätzung über den Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr gegeben hatte. Aufgrund tieferer verwalteter Vermögen hatte das Unternehmen einen Verlust erlitten. Allerdings waren die verwalteten Vermögen bis Ende Juni im Vergleich zum Stand Ende März nicht weiter eingebrochen.

AMS (AMS 39.97 -2.01%) avancierten markant. Die Aktien des österreichischen Chipherstellers profitierten zusammen mit ihren europäischen Branchenkollegen von guten monatlichen Absatzzahlen des taiwanesischen Konkurrenten Taiwan Semiconductor Manufacturing Company. Temenos (TEMN 160.25 -1.11%), ein anderer Tech-Wert im SMIM, traten auf der Stelle. Logitech (LOGN 38.58 -0.34%) schlossen fester.

Gefragt waren zudem Gesundheitswerte wie Sonova (SOON 227.9 0.18%) oder Vifor Pharma (VIFN 155.15 -1.18%). Straumann (STMN 774.2 -1.33%) erholten sich von anfänglichen Verlusten.

Auf der anderen Seite waren  Ems-Chemie (EMSN 581 -0.51%) zu finden. Kepler Cheuvreux erhöhte das Kursziel für die Aktien des Spezialitätenchemieunternehmens von 440 auf 450 Fr. und beliess die Einstufung auf «Reduce». Ems-Chemie gibt am Freitag, 12. Juli, die Ergebnisse des ersten Halbjahres bekannt.

Im breiten Markt brachen Interroll (INRN 1730 -2.04%) trotz starker Halbjahreszahlen ein. Während die Geschäfte in den ersten sechs Monaten sehr gut gelaufen waren, lässt ein tieferer Bestellungseingang eine Verlangsamung in der zweiten Jahreshälfte erwarten.

Baloise (BALN 180.7 -0.22%) konnten nicht profitieren. Der Versicherer blickt auf ein gutes erstes Halbjahr zurück und rechnet mit einer deutlichen Steigerung des Gewinns. Der Grund dafür ist ein einmaliger, positiver Steuereffekt.

Emmi (EMMN 844 0.66%) litten unter einer neu ausgesprochenen Verkaufsempfehlung durch UBS. Der Analyst reduzierte das Kursziel von 880 auf 815 Fr.

Gemischtes Bild in Asien

Die asiatischen Aktienmärkte entwickelten sich unterschiedlich. In Japan rutschten die heimischen Güterpreise der Unternehmen in der Jahresrate erstmals seit Ende 2016 wieder ins Minus, in China stagnierten die Produzentenpreise auf Jahressicht. In Tokio trat der Nikkei 225 (Nikkei 225 20681.08 0.56%) auf der Stelle, der breiter gefasste Topix verlor 0,2%. Der Hang Seng in Hongkong gewann 0,3%, und Chinas Leitindex CSI 300 schloss stabil. Der südkoreanische Kospi rückte 0,5% vor, und der australische S&P/ASX 200 lag 0,3% im Plus.

Dollar schwach

Der Euro zeigte sich am Mittwoch nach den Aussagen von Fed-Chef Powell zum Greenback klar fester, so wurde die Gemeinschaftswährung bei Börsenschluss in Europa zu 1.1247 $ gehandelt. Zum Franken handelte sie mit 1.1135 Fr. stabil. Der Dollar büsste zur Schweizer Währung klar ein und ging um 17.30 Uhr MESZ zu 0.9898 Fr. um.

Ölpreis markant höher

Der Ölpreis steig nach Meldungen über einen Rückgang der US-Ölreserven deutlich. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 60.25 1.12%) kostete gut 66 $. Der Goldpreis notierte fester bei 1409 $ pro Feinunze.

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