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SMI schliesst klar schwächer – Euro rutscht auf neues Jahrestief

Im Bann der Türkei-Krise: Die Schweizer Börse gibt nach. Vor allem Banken büssen ein. Aryzta rutschen unter 9 Fr. Der Euro fällt unter die Marke von 1.14 Fr.

(AWP/Reuters/SPU) Die Schweizer Börse hat am Freitag klar im Minus geschlossen. Der Swiss Market Index SMI (SMI 8767.15 -1.11%) eröffnete bereits 0,5% niedriger und gab anschliessend weiter nach. Die Marke von 9000 Punkten konnte er bis Börsenschluss jedoch halten. Am Donnerstag war der Leitindex um 0,3% gesunken.

Wie an der Zürcher Börse wuchs auch an den anderen europäischen Finanzmärkten die Furcht vor den Auswirkungen der Wirtschaftsturbulenzen in der Türkei. Dax (DAX 11274.28 -2.17%) und EuroStoxx50 fielen klar. Der Leitindex der Istanbuler Börse verlor stark und verbuchte den grössten Rückgang seit 2003. Die Ausläufer des Börsenbebens in der Türkei waren auch jenseits des Atlantik spürbar. Die US-Indizes Dow Jones (Dow Jones 25191.43 -0.5%) verlor bei Börsenschluss in Europa 0,7%. Der Nasdaq Composite und der S&P 500 (SP500 2740.69 -0.55%) gaben jeweils 0,5% nach.

Banken unter Druck

Im Schweizer Leitindex büssten vor allem die Aktien der Banken ein. So verloren UBS (UBSG 13.51 -1.96%), Credit Suisse (CSGN 12.78 -2.14%) und Julius Bär (BAER 43.73 -2.32%) überdurchschnittlich. Marktteilnehmer verwiesen auf die Schwäche des gesamten Sektors auch an anderen europäischen Börsen. Auslöser war die Währungskrise in der Türkei und deren mögliche Folgen für die privaten und öffentlichen Fremdwährungsschulden.

Neben Swatch Group (UHR 319.5 -2.02%) verloren erneut die Aktien von Adecco (ADEN 47 -2.35%), die gestern wegen der schwachen Halbjahreszahlen schon unter Druck geraten waren. Kepler Cheuvreux, Vontobel (VONN 59.85 -4.47%) und Goldman Sachs (GS 218.56 -1.37%) senkten das Kursziel für den Titel.

Mit vergleichsweise «leichten» Abgaben verhinderten die Schwergewichte Novartis (NOVN 86.3 -0.28%) und Roche (ROG 243.25 -0.45%) ein noch stärkeres Abrutschen des SMI. Nestlé (NESN 82.78 -0.29%) gaben zunehmend deutlich ab.

Einzig die Aktien des Pharmazulieferers Lonza (LONN 305.4 -3.51%) stemmten sich gegen den Trend.

Aryzta weiter schwach

Nach der Präsentation der Halbjahreszahlen büssten Dätwyler (DAE 146.4 -4.19%) klar ein. Zwar hatte das Industrieunternehmen Umsatz und Gewinn deutlich steigern können, doch die Erwartungen hatte es dennoch verfehlt.

Derweil legten Conzzeta (CON 901 -2.7%) markant zu. Der Mischkonzern hatte sich im ersten Semester klar gesteigert.

Die Titel des Backwarenkonzerns Aryzta (ARYN 8.808 -5.51%) kannten auch am Freitag derzeit nur eine Richtung – nach unten. Der Titel rutschte sogar unter die Marke 9 Fr. Zuletzt war der Kurs vor allem von den Sorgen über eine zu hohe Verschuldung, bzw. eine bevorstehende Kapitalerhöhung belastet. Dann kam in der laufenden Woche eine Gewinnwarnung des US-Konkurrenten Hostess Brands hinzu.

Die Aktien von Rieter (RIEN 130 -4.2%) fielen klar. UBS senkte das Kursziel auf 170 von 210 Fr. Händler sorgten sich, dass die Währungskrise der Türkei den Textilmaschinenhersteller negativ beeinflussen könnte. Bei Rieter hiess es, die Türkei sei ein wichtiger Markt. «Rieter ist von der Abschwächung der Lira nicht direkt betroffen, da Rieter nicht in Lira, sondern vorwiegend in Euro und Franken fakturiert», sagte eine Sprecherin gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Asien mit Abgaben

In Japan profitierte der Nikkei 225 am Freitag nicht von den guten Wirtschaftsdaten. Er notierte 0,7% tiefer. Die japanische Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal stärker als erwartet worden war. Auch der breiter gefasste Topix verlor 0,6%.

In China gab der CSI 300, der die dreihundert wichtigsten Aktien an den Börsen in Schanghai und Shenzhen umfasst, 0,2% nach, nachdem er am Donnerstag noch deutlich zugelegt hatte. Sowohl der Hang Seng an der Hongkonger Börse als auch der koreanische Kospi notierten 0,7% tiefer.

Euro klar unter 1.14 Fr.

Der Euro knüpfte an die Kursverluste vom Vortag zu Dollar und Franken an. Die Gemeinschaftswährung fiel unter 1.15 $. Um 17.30 Uhr MESZ lag die Notierung bei 1.1415 $. Auch zum Franken rutschte der Wert der Gemeinschaftswährung spürbar ab und lag mit 1.1348 Fr. auf dem tiefsten Stand in diesem Jahr. Der Dollar notierte gegenüber dem Franken minimal leichter bei 0.9940 Fr.

Gold und Öl fester

Der Goldpreis konnte sich nicht wesentlich von der Marke bei 1200 $ lösen. Die Feinunze kostete bei Börsenschluss in Europa 1216 $. Der Ölpreis notierte klar fester. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete gut 73 $.

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