Märkte / Aktien

SMI schliesst knapp unter 10’100

Die Schweizer Börse steigt zu Wochenbeginn leicht. Bankaktien ziehen an. Wallstreet tendiert uneinheitlich.

(AWP/SPU) Die Schweizer Börse hat am Montag leicht im Plus geschlossen. Der Swiss Market Index SMI (SMI 10563.23 0.42%) stand bei Eröffnung 0,2% höher. Im frühen Handel arbeitete sich der Leitindex über die Marke von 10’100. Im weiteren Handelsverlauf suchte er die Richtung und pendelte zunächst in einer Range zwischen 10’075 und 10’125. Nach dem Mittag weitete er seine Gewinne aus. Zwischenzeitlich markierte er bei 10’144 ein neues Tageshoch. Im späten Handel kam der SMI aber wieder zurück. In der gesamten Vorwoche hatte er um 0,6% angezogen.

An der New Yorker Börse zeigten sich die Anleger zurückhaltend. Der Dow Jones (Dow Jones 27901.98 -0.47%) Index der Standardwerte notierte bei Börsenschluss in Europa 0,8% fester. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 3357.01 -0.84%) drehte ins Minus und gab 0,2% nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite büsste 1% ein.

Grundsätzlich positiv aufgenommen wurde die Aussicht auf Konjunkturhilfen in den USA. US-Präsident Donald Trump hatte am Samstag bestehende Hilfsmassnahmen in der Corona-Krise per Erlass verlängert. Zuvor war eine Einigung über das Konjunkturpaket im US-Kongress gescheitert. Die Verfügungen von Trump stehen laut Experten allerdings auf wackligen Beinen: Denn alle Massnahmen, die neue Finanzmittel erfordern, bedürfen der Zustimmung des Kongresses. Allerdings hoffen Marktteilnehmer noch auf eine längerfristige Lösung.

Starke SMI-Finanzaktien

Im Fokus waren unter anderem die Unternehmen, welche diese Woche Zahlen vorlegen werden. Hierzulande gewinnt nach einer vergleichsweise ruhigen Woche nämlich die Halbjahresberichterstattung noch einmal an Fahrt, wobei das Hauptaugenmerk auf dem kommenden Donnerstag liegen dürfte. Dann veröffentlichen mit den Versicherern Zurich Insurance (ZURN 341 0%) und Swiss Life (SLHN 369.6 -0.54%) sowie dem Telekom-Konzern Swisscom (SCMN 501 0.08%) gleich drei prominente Vertreter aus dem SMI ihre Halbjahresergebnisse.

An der SMI-Spitze standen die Bankaktien um Credit Suisse (CSGN 9.888 -1.46%) und UBS (UBSG 11.01 -1.26%). Auch die Versicherer Swiss Re (SREN 73.48 -1.34%), Swiss Life und Zurich Insurance legten zu. Eine Erklärung für die starken Avancen der Finanztitel haben Händler keine. Einer von ihnen vermutet, dass ein grösserer Investor im Rahmen einer Sektorrotation Mittel in Finanztitel umgeleitet hat. Der Trend zu Banken- und Versicherungstiteln zeigt sich übrigens europaweit.

Abgesehen davon zählten die Zykliker Adecco (ADEN 50.98 -3.08%), LafargeHolcim (LHN 43.69 -0.59%) und ABB (ABBN 23.66 -0.17%) zu den grössten Gewinnern. LafargeHolcim profitierten auch von einer bestätigten Kaufempfehlung und einem erhöhten Kursziel durch die Citigroup (C 45.53 -1.06%). Bei Adecco scheint sich laut Händlern die Meinung durchzusetzen, dass die Zahlen von letzter Woche auf den zweiten Blick doch ziemlich ansprechend waren.

Roche (ROG 344.45 2.24%) gaben leicht nach. Zum Pharmapapier lag auf der positiven Seite eine US-Zulassung vor. Dazu gab es aber auch noch negative Studienergebnisse, was den Anstieg bremsen dürfte. Mit Novartis (NOVN 83.53 1.49%) und Nestlé (NESN 109.54 0.13%) bremsten auch die Aktien der beiden anderen Schwergewichte.

Zu den grössten Verlierern gehörten zwei weitere Vertreter aus dem Gesundheitssektor, Lonza (LONN 567.8 0.85%) und Alcon (ALC 53.32 -0.78%).

Technologiewerte gaben nach

Im SMIM (SMIM 2644.215 0.41%) fielen die sehr volatilen Aktien des Reisedetailhändlers Dufry (DUFN 29.84 -3.49%) mit starken Gewinnen auf. Auch Flughafen Zürich (FHZN 131.6 -2.3%) schlossen im Plus.

Die deutlichsten Einbussen verzeichneten derweil Logitech (LOGN 65.32 2.28%), und auch weitere Technologietitel wie AMS (AMS 18.64 1.97%) und Temenos (TEMN 137.25 0.11%) hatten einen schweren Stand. Nach der Hausse des Sektors gebe es hier nun Gewinnmitnahmen, hiess es zur Begründung.

News waren am Montag Mangelware. Es gibt noch eine Meldung zur Partners Group (PGHN 882.2 2.99%), die sich mit 49% am italienischen Maut-Unternehmen Telepass beteiligen könnte.

Anleger wetteten auf Pennystocks

Am breiten Markt war ebenfalls wenig los. Meyer Burger (MBTN 0.221 -0.36%) vermeldet eine Devestition, und Kardex (KARN 173 -0.57%) beteiligt sich an einem deutschen Start-up.

Evolva (EVE 0.241 -2.03%) stiegen kräftig. Das Biopharmaunternehmen Evolva hatte am Nachmittag die US-Zulassung für seinen Wirkstoff Nootkaton erhalten.

Im Blickfeld waren ausserdem die Überflieger von letzter Woche, Blackstone Resources (BLS 1.9 1.06%) und Relief Therapeutics (RLF 0.475 -6.5%). Der Börsenwert von Relief beträgt nach dem steilen Anstieg wegen der Covid-Hoffnungen nun schon fast 1,3 Mrd. Fr. und stellt damit manche gestandene Traditionsfirma in den Schatten.

Zudem schossen die Aktien von Perfect Holding (PRFN 0.0875 -3.85%) nach oben.

Plus in Asien

Die asiatischen Aktienmärkte starteten gehalten bis freundlich in die neue Handelswoche. Der Shanghai Composite avancierte 1,3%, während der Shenzhen Composite 1% höher schloss. Der südkoreanische Leitindex Kospi kletterte 1,5%, sein australisches Pendant S&P/ASX 200 legte sogar 1,6% zu.

Minimal im Minus (–0,1%) bewegte sich der Hang Seng in Hongkong: In der Sonderverwaltungszone hatte sich die Stimmung nach der Verhaftung des regimekritischen Medienmoguls Jimmy Lai verschärft. Die Börsen in Japan blieben am Montag feiertagsbedingt geschlossen.

Franken etwas schwächer

Der Franken gab am Montag sowohl zum Euro als auch zum Dollar leicht nach. Zum Schweizer Franken notierte die US-Währung mit 0.9144 Fr. und damit fester als im frühen Handel. Das Euro-Franken-Paar legte im Tagesverlauf auf 1.0790 Fr. zu, am Abend lag er bei einem Kurs von 1.0760 Fr. zu. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde zum Dollar zu 1.1770 $ gehandelt. Am Morgen hatte sie noch bei 1.18 $ notiert.

Die Talfahrt der türkischen Währung ging unterdessen weiter. Nachdem die Lira bereits in der vergangenen Woche Tiefststände erreicht hatte, markierte der Kurs zum Wochenauftakt neue Rekordtiefs im Handel mit dem Dollar und dem Euro. Marktbeobachter erklärten die aktuelle Kursschwäche der türkischen Währung mit neuen Spannungen zwischen der Türkei und Griechenland im Streit um Erdgas (Erdgas 1.823 -3.75%) im östlichen Mittelmeer.

Goldpreis kurzzeitig bei 2050 $

Die Aussicht auf eine fortgesetzte Nachfrageerholung in Asien trieb den Ölpreis etwas an. Bei Börsenschluss in Europa kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 43.44 0.51%) knapp 45 $. Der Goldpreis festigte sich über der Marke von 2000 $ bei 2038 $, zwischenzeitlich erreichte er 2050 $ pro Feinunze.

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