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SMI schliesst nach weiterem Rekordtag höher

Der Schweizer Aktienmarkt wird am Donnerstag etwas höher erwartet. Im Fokus stehen nach Zahlen Straumann und Zurich Insurance.

(AWP) Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag seine Rekordjagd fortgesetzt und nach einem an Unternehmenszahlen reichen Tag erneut höher geschlossen. Dabei gab es im Schweizer Leitindex SMI (SMI 11'942.74 -0.21%) den vierten Tag in Folge eine neue Höchstmarke. Die neueste Bestmarke wurde kurz nach dem Mittag erreicht und liegt bei etwas über 12’443 Punkten. Händler gaben allerdings zu bedenken, dass die Luft auf diesem hohen Niveau immer dünner werde. Dennoch sei eine grössere Korrektur nicht in Sicht, wohl auch aus Mangel an Alternativen. Es zeigten sich aber bei manchen Unternehmen trotz guter Firmenergebnisse Gewinnmitnahmen, was auf eine gewisse Sättigung hindeute.

Die genau im Rahmen des Schätzungen ausgefallenen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA gaben dem Schweizer Leitindex am heutigen Börsentag keine grossen Impulse. Demnach hatten 375’000 Menschen in den USA in der letzten Woche neu einen Antrag auf Arbeitslosenhilfe gestellt. Ebenfalls kaum Bewegung lösten die US-Produzentenpreise vom Juli aus, auch wenn sie etwas höher ausfielen als erwartet.

Der SMI schloss 0,33% höher bei 12’429,17 Punkten. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, stieg um 0,61% auf 2016,53 und der breit gefasste SPI (SXGE 15'406.49 -0.23%) um 0,32% auf 15’912,80 Punkte. Von den 30 Blue Chips schlossen 23 höher und sieben tiefer.

Als grösste Gewinner unter den wichtigsten Schweizer Aktien gingen die Papiere der Zurich Gruppe (+3,8%) aus dem Handel. Das am Morgen vorgelegte Halbjahresergebnis hat die Anleger überzeugt: Der Versicherer konnte den Gewinn stärker als erwartet steigern und stellte angesichts der starken Ergebnisse weiterhin «attraktive Dividenden» in Aussicht. Gleichzeitig dürfte laut Händlern aber auch ein Short Squeeze eine Rolle gespielt haben: So seien offenbar mächtige Marktakteure von den Zahlen auf dem falschen Fuss erwischt worden, hiess es am Markt. Die Branchennachbarn Swiss Re (SREN 82.08 +1.28%) und Swiss Life (SLHN 486.40 +0.98%) konnten von der Zurich-Stärke ebenfalls profitieren und legten 0,8 bzw. 0,5% zu.

Am zweitbesten schlossen Straumann (STMN 1'862.50 +2.5%) (+3,0%) ab. Die Aktien des Dentaltechnikers legten am Tag der Publikation ihrer Halbjahresresultate allerdings eine regelrechte Achterbahnfahrt hin: Nach einem positiven Start kam es schnell zu Gewinnmitnahmen im grösseren Stil. Nach einigen Stunden am unteren Ende des SLI erholten sie sich jedoch nach dem Mittag und fanden ab dem Zeitpunkt der Öffnung der US-Börsen endgültig zum Aufwärtstrend zurück. Das Jahreshoch vom vergangenen Freitag (1726,50 Fr.) konnten sie mit einem Intraday-Hoch bei 1697 Franken allerdings nicht knacken.

Beim Computerzubehörhersteller Logitech (LOGN 83.22 +0.51%) (+1,1%) spornten laut Händlern positive Rückmeldungen der Credit Suisse (CSGN 9.79 +1.14%) viele Marktteilnehmer zum Kauf an.

Uneinheitlich zeigten sich die beiden Pharma-Schwergewichte, die gestern im Handel noch gemeinsam die positive Marschrichtung vorgegeben hatten. Während Novartis (NOVN 76.69 +0.48%) mit plus 0,5% erneut im positiven Bereich aus dem Handel gingen, gab Branchenkonkurrent Roche (ROG 357.95 -1.65%) (-0,1%) ein Gegengewicht. Nestlé (NESN 112.96 -1.77%) (-0,3%) schlossen ebenfalls tiefer.

Auch die Banken zeigten sich uneinheitlich. Während UBS (UBSG 15.94 +0.13%) 0,1% höher schlossen, gingen die Aktien der CS mit minus 0,5% tiefer aus dem Handel. Julius Bär (BAER 65.00 +0.81%) lagen mit einem Minus von 0,3% ungefähr in der Mitte.

Grösste Verlier bei den Standardwerten waren neben CS noch AMS (-0,5%) und Alcon (ALC 74.68 +3.64%) (-0,3%), ohne dass dazu allerdings fundamentale News vorhanden gewesen wären.

Am breiten Markt gehörten unter anderem Autoneum (AUTN 149.50 -1.64%) (+5,8%) ohne News zu den grössten Gewinnern und wiesen auch ein überdurchschnittliches Handelsvolumen auf. Hier könnten Anleger auf bisher vernachlässigte Aktien abgezielt haben, heisst es am Markt.

Höher schlossen auch Comet (COTN 340.00 -0.44%) (+1,8%), die im ersten Halbjahr einen Gewinnsprung hingelegt haben. Am breiten Markt wurden zudem Cicor (+1,9%) und die Berner Kantonalbank (+0,7%) nach guten Halbjahresergebnissen belohnt, während Bell nach Vorlage der Zahlen unverändert schloss. Die Glarner Kantonalbank (GLKBN 27.70 -1.77%) (-1,0%) und die Basler Kantonalbank (-1,6%) beendeten den Tag nach ihren Halbjahreszahlen hingegen schwächer.

Aktien New York: Nach jüngstem Rekordlauf etwas tiefer

Nach einem weiteren Rekordhoch zum Börsenstart am Donnerstag hat den US-Leitindex Dow Jones Industrial schnell die Kraft verlassen. Nach der ersten halben Stunde sank er um 0,30% auf 35 379,68 Punkte. Der S&P 500 (S&P 500 4'464.33 -0.22%) verlor 0,24% auf 4436,82 Punkte. An der Nasdaq ging es für den technologielastigen Auswahlindex Nasdaq 100 (Nasdaq 100 15'410.72 +0.72%) um 0,42% nach unten auf 14 964,76 Zähler.

Zur Wochenmitte hatten die Anleger mit Erleichterung darauf reagiert, dass die bereits recht hohe Inflationsrate in den Vereinigten Staaten nicht weiter gestiegen ist. Die Standardwerte-Indizes hatten ihre Rekordjagd fortgesetzt. Am Donnerstag wurde nun bekannt, dass die US-Erzeugerpreise überraschend deutlich angezogen haben. Das dürfte die Inflationserwartungen in den USA weiter anheizen. Die Erzeugerpreise beeinflussen die Verbraucherpreise, an denen die US-Notenbank Fed ihre Geldpolitik ausrichtet.

Unter den Einzelwerten fielen die Aktien von Ebay um rund eineinhalb Prozent. Die Online-Handelsplattform hatte zwar im zweiten Quartal deutliche Geschäftszuwächse verbucht, doch der in Aussicht gestellte Nettoumsatz verfehlte die Erwartungen.

Die Papiere von Palantir schnellten um fast 11% nach oben. Die Datenanalysefirma hatte sowohl mit ihren Umsatzzahlen als auch mit der Umsatzprognose positiv überrascht.

Die Anteile von Micron (MU 67.57 +0.46%) Technology büssten mehr als 7% ein, nachdem sich Analyst Shawm Kim von der Bank Morgan Stanley (MS 101.75 +0.34%) negativ zu den Aktien des Speicherchipherstellers geäussert hatte. Seiner Meinung nach geht der Markt für Dram-Chips aktuell in eine spätzyklische Phase über und verliert entsprechend an Schwung.

Ölpreise leicht gefallen

Die Ölpreise sind am Donnerstag etwas gefallen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 71,12 $. Das waren 30 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI (WTI 83.43 +1.79%)) fiel um 31 Cent auf 68,94 $.

Belastet wurden die Ölpreise durch den gestiegenen Dollarkurs. Ein höherer Dollarkurs macht Rohöl für Anleger in anderen Währungsräumen teurer.

Die Ölpreise haben trotz der leichten Verluste aber die Gewinne der vergangenen beiden Handelstage weitgehend gehalten. Marktbeobachter verwiesen auf Aussagen der US-Investmentbank Goldman Sachs (GS 412.16 -0.37%), wonach die ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus wahrscheinlich nur moderate Auswirkungen auf die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft haben dürfte.

Eine neue Nachfrageprognose der Internationalen Energieagentur (IEA) konnte die Ölpreise nicht belasten. Der Interessenverband führender Industriestaaten hatte am Vormittag die Prognose für die weltweite Nachfrage nach Rohöl wegen der jüngsten Entwicklung der Corona-Krise gesenkt. «Die Ausbreitung der Delta-Variante des Virus könnte die Erholung der Nachfrage zum Entgleisen bringen», hiess es im Monatsbericht. Die IEA rechnet im laufenden Jahr nur noch mit einer weltweite Nachfrage von durchschnittlich 96,2 Mio. Barrel pro Tag, nach zuvor 96,4 Mio. Barrel.

In der vergangenen Woche hatte die Sorge vor schärferen Massnahmen im Kampf gegen die Corona-Krise die Ölpreise noch belastet. Vor allem Meldungen über Einschränkungen der Mobilität in China hatten am Ölmarkt immer wieder die Spekulation über einen Rückgang der Nachfrage angeheizt. China ist einer der wichtigsten Ölimporteure der Welt.

Devisen: Euro und Franken schwächer – Preisdaten aus den USA stützen Dollar

Der Euro ist am Donnerstag leicht gefallen. Am Nachmittag wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1727 $ gehandelt. Am Morgen hatte sie noch etwas höher notiert (1,1741).

Sogar noch etwas stärker gefallen ist der Franken zum $. Das USD/CHF-Währungspaar notierte zuletzt bei 0,9236 nach 0,9216 am Morgen. Für das EUR/CHF-Paar ergab sich 1,0831 nach 1,0821 am Morgen.

Die zu Handelsbeginn veröffentlichten Daten zu den Erzeugerpreisen aus den USA stützten den Dollar. Sie stiegen im Jahresvergleich im Juli um 7,8 Prozent. Volkswirte hatten hingegen mit einem leichten Rückgang der Rate auf 7,2 Prozent gerechnet. Die Erzeugerpreise beeinflussen die Verbraucherpreise, an denen die US-Notenbank Fed ihre Geldpolitik ausrichtet.

Die Daten dürften die Inflationserwartungen in den USA weiter anheizen. Die Daten verstärken die Erwartungen der Finanzmärkte, dass sie die US-Notenbank deutlich früher als die EZB aus ihrer lockeren Geldpolitik aussteigen dürfte. Dies stützte den Dollar.

Zu den Verlieren zählte hingegen der australische Dollar, der zu allen anderen wichtigen Währungen nachgab. In Australien hat sich die Corona-Krise verschärft und bedroht die konjunkturelle Entwicklung des Landes. Nach Melbourne und Sydney müssen auch die Bewohner der australischen Hauptstadt Canberra in einen harten Lockdown.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,84743 (0,84689) britische Pfund und 129,61 (129,68) japanische Yen fest.

Die Feinunze Gold gab deutlich nach und wurde am Nachmittag in London mit 1746 $ gehandelt. Das waren etwa 5 $ weniger als am Vortag./