Märkte / Aktien

SMI geht schwächer ins Wochenende

Die Schweizer Börse dreht nach einem freundlichen Handelsauftakt ins Minus. Novartis und Roche belasten erneut. Luxusgüteraktien legen zu.

(AWP/SPU) Nach den Verlusten der Vortage hat der Schweizer Aktienmarkt zum Wochenausklang die Talfahrt fortgesetzt. Der SMI (SMI 11'485.58 -1.76%) notierte bei Eröffnung wenig bewegt, im frühen Handel drehte er sogar in die Gewinnzone und stabilisierte sich über weite Strecken knapp im Plus. Am Nachmittag war der Abwärtsdruck aber stärker und der Leitindex drehte in die Verlustzone. Am Donnerstag war er um 0,8% getaucht, am Mittwoch um 0,9% und am Dienstag um 0,7%.

Uneinheitlich verlief der Handel an Wallstreet. Nach Gewinnen im frühen Handel, drehten die US-Börsen bis Handelsende in Europa mehrheitlich ins Minus. So gab der S&P 500 (S&P 500 4'464.33 -0.22%) 0,1% nach. Der Dow Jones (Dow Jones 34'299.99 -1.63%) drehte ebenfalls ins Minus und stand bei – 0,4%. Um 0,1% aufwärts ging es mit dem Index der Technologiebörse, dem Nasdaq Composite.

Thema an den Finanzmärkten blieben die geldpolitischen Aussagen der EZB am Vortag. Die Europäische Zentralbank hatte beschlossen, dass der Kauf von Anleihen im Rahmen des Notprogramms im vierten Quartal etwas reduziert werden soll. «Die Europäische Zentralbank hat der Börse gestern nicht wehgetan», kommentierte ein Marktbeobachter. «Wie erwartet etwas weniger Anleihekäufe in den kommenden Monaten mit dem Verweis auf die Sitzung im Dezember, wo es dann darum gehen soll, ob und in welcher Form das PEPP-Programm weiterlaufen soll», hiess es. «Damit ist und bleibt zunächst alles offen, ein Tapering sieht anders aus», sagten Experten. Die Börsenampeln blieben damit zumindest aus geldpolitischer Sicht weiter auf Grün.

Holcim (HOLN 45.72 -1.04%) erneut im Fokus – Roche (ROG 332.60 -1.47%) und Novartis (NOVN 76.12 -0.7%) schwach

Im SMI waren lediglich die Luxusgüteraktien Richemont (CFR 96.76 -2.42%) und Swatch Group (UHR 246.50 -3.48%) gesucht. Die Anleger dürften vor allem froh sein, dass es in China wegen der Coronavirusvariante Delta nicht zu einem grossen Ausbruch und einem breit angelegten Lockdown gekommen ist.

Nach anfänglichen Avancen zeigten sich Holcim etwas schwächer. Der Baustoffhersteller verkauft seine Geschäfte in Brasilien, ihr Wert wird vom Unternehmen auf 1,025 Mrd. $ beziffert. Mit dem Geld will Holcim den Verschuldungsgrad «deutlich» reduzieren und in den Geschäftsbereich Wachstum investieren.

Partners Group (PGHN 1'450.00 -6.99%) tendierten trotz einer bestätigten Kaufempfehlung und einer Kurszielerhöhung durch Goldman Sachs (GS 389.50 -2.58%) etwas schwächer. Die anhaltend starke Transaktionsaktivität im zweiten Quartal sowie der steigende Anteil an direkten Aktienanlagen sollten beim Vermögensverwalter für eine weitere Beschleunigung der Performance Fees sorgen, hiess es.

Auch andere Finanztitel drehten ins Minus. Dazu gehören die Bankaktien UBS (UBSG 14.85 -0.37%) und Credit Suisse (CSGN 9.32 -1.08%) sowie die Versicherer Swiss Re (SREN 80.02 -1.57%), Zurich Insurance (ZURN 382.80 -1.24%) und Swiss Life (SLHN 465.40 -2.23%).

Die Schwergewichte Nestlé (NESN 109.96 -1.38%) legten etwas zu, während Novartis und Roche abgaben und den Markt erneut nach unten zogen.

Der Nahrungsmittelriese stellt sich auf steigende Einkaufspreise ein, wie Finanzchef Francois-Xavier Roger am Vortag an einer Anlegerkonferenz sagte. Nestlé gibt die höheren Einkaufskosten jeweils an den Handel und die Verbraucher weiter. Angesichts von Preisvereinbarungen gebe es dabei allerdings eine Verzögerung, insbesondere in Europa.

Tech-Werte im Plus – K+N im Minus

Tech-Werte im SMIM (SMIM 3'288.97 -2.83%) tendierten aufwärts, wie Avancen in AMS, Temenos (TEMN 128.60 -3.05%) und Logitech (LOGN 83.42 -7.25%) zeitgen. Zudem waren Gesundheitsvaloren wie Straumann (STMN 1'697.50 -4.26%), Sonova (SOON 353.00 -2.78%) und Tecan (TECN 507.00 -5.06%) gesucht. Eine Ausnahme bildeten Vifor Pharma (VIFN 117.80 -1.46%).

Kühne + Nagel (KNIN 325.00 -3.1%) gaben nach. Die Titel des Logistikers gehören mit trotzdem noch rund 70% Plus im laufenden Jahr allerdings mit Abstand zu den Best-Performern 2021.

Deutlichste Verlierer im SMIM waren die Schoggi-Werte von Barry Callebaut (BARN 2'084.00 -3.43%) sowie Lindt & Sprüngli (LISN 107'100.00 -2.46%). Auch die Aktien des Personalvermittlers schlossen klar tiefer.

SoftwareOne (SWON 20.90 -5.86%) bewegten sich kaum. Der IT-Dienstleister hatte am Morgen eine Übernahme in Grossbritannien angekündigt, ohne finanzielle Details zu nennen.

Derweil kommt es am Schweizer Aktienmarkt im vierten Quartal zu einem Neuzugang. Der Luxusuhrenhändler Chronext will dann den Schritt auf das Börsenparkett wagen.

Cassiopea (SKIN 34.90 -0.29%) büssten deutlich ein. Eine Studie mit einem Mittel gegen Haarausfall war nicht so ausgegangen, wie das Pharmaunternehmen erwartet hatte.

Asien im Plus

In Asien ging es für die Börsen am Freitag nach oben. In Tokio stieg der Nikkei 225 um 1,3% und der breiter gefasste Topix ebenfalls 1,3%. Der Hongkonger Hang Seng gewann 1,5%. Auf dem chinesischen Festland kletterte der CSI 300 1% hinauf, vor allem Technologieaktien gewannen an Wert. Der koreanische Kospi stieg 0,4%, und in Taiwan legte der TWSE 0,6% zu.

Euro über 1.18 $

Der Euro notierte am Freitag weiter stabil über der Marke von 1.18 $. Um 17.30 Uhr kostete die Gemeinschaftswährung zum Dollar 1.1833 $ und damit in etwa so viel wie am Vorabend. Zum Franken notierte sie nach leichten Avancen bei 1.0851 Fr. Der Dollar wurde zum Franken etwas fester bei 0.9172 Fr. gehandelt.

Ölpreis klar fester

Der Ölpreis stieg am Freitag deutlich. Ein Rückgriff Chinas auf seine nationalen Ölreserven bewegte die Märkte. Am Abend kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 78.15 -1.52%) knapp 73 $.

Gold (Gold 1'733.89 -0.93%) erreichte zeitweise die Marke von 1800 $, aber konnte sie nicht halten. Das Edelmetall kostete bei Börsenschluss in Europa 1795 $ pro Feinunze.

Bitcoin (Bitcoin 41'889.00 -1.13%) zeigte sich schwächer bei einem Preis von rund 45’000 $.

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