Märkte / Aktien

SMI schliesst im Minus

Die Schweizer Börse erholt sich von ihrem Tagestief. Finanzwerte steigen weiter. Lonza verlieren klar. Tech-Werte tendieren erneut abwärts. Wallstreet handelt uneinheitlich.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt ist am Dienstag nach seinem euphorischen Wochenauftakt zurückgefallen. Der Swiss Market Index SMI (SMI 11'961.34 +0.58%) notierte bei Eröffnung 0,4% tiefer. Im frühen Handel arbeitete er sich zwar kurzzeitig ins Plus vor, doch dann rutschte er wieder ab. Im weiteren Handelsverlauf entfernte er sich zunehmend von der 10’400-Marke. Im späten Handel konnte sich der SMI gerade noch knapp über der Marke von 10’300 halten. Bis Handelsschluss in Zürich erholte er sich aber von seinem Tagestief. Am Vortag hatten der US-Wahlsieg von Joe Biden sowie der mögliche Durchbruch bei einem Coronaimpfstoff den Schweizer Leitindex deutlich angeschoben. Aufgrund seiner defensiven Ausrichtung konnte der Schweizer Aktienmarkt aber etwas weniger profitieren als andere Börsenplätze.

Aus New York kam kein klares Signal für den hiesigen Markt. Am Abend Schweizer Zeit zeigten sich die drei wichtigen Wallstreet-Indizes unentschlossen und suchten die Richtung. So lag der S&P 500 (S&P 500 4'464.33 -0.22%) 0,3% im Minus. Deutlichere Verluste verbuchte der Nasdaq Composite der US-Technologiebörse mit einem Abschlag von 1,3%. Der Dow Jones notierte 0,6% fester.

LafargeHolcim und SGS gesucht

Im SMI legten SGS (SGSN 2'746.00 -0.51%) klar zu. Der Warenprüfer hatte eine grössere Akquisition kommuniziert sowie Angaben zum Geschäftsverlauf gemacht. Analysten sprachen von «erfreulichen» Nachrichten.

Deutlich fester schlossen zudem LafargeHolcim. Die Aktien des Zementherstellers waren laut Händern von Exane hochgestuft worden.

Finanzwerte präsentierten sich stark, wie die Kursentwicklungen der Versicherer Swiss Life (SLHN 483.80 +1.17%), Swiss Re (SREN 81.26 +1.09%) und Zurich Insurance (ZURN 392.10 +0.44%) sowie der Bankaktien UBS (UBSG 15.88 +0.6%) und Credit Suisse (CSGN 9.79 +1.92%) zeigten. Eine Ausnahme waren Partners Group (PGHN 1'522.50 +0.23%). Die Aktien des Vermögensverwalters verzeichneten hohe Verluste.

Zu den grössten Vortagesgewinnern hatten Richemont (CFR 109.90 +1.2%) und Swatch Group (UHR 251.00 +0.28%) gezählt. Die defensiven Schwergewichte Roche (ROG 360.25 +0.87%) und Nestlé (NESN 114.82 +0.35%) belasteten den SMI erneut. Novartis (NOVN 76.93 +0.61%) waren besser aufgelegt. Alcon (ALC 72.52 -0.14%) verloren, nachdem sie gestern zu einem Kurssprung angesetzt hatten. Der Augenheilspezialist legt heute nach Börsenschluss in den USA Quartalszahlen vor.

Lonza (LONN 721.80 +0.36%) wird Herstellungspartner für den Covid-19-Impfstoffkandidaten Adcovid von Altimmune. Sie ist bereits Herstellungspartner für den Impfstoff von Moderna (MRNA 324.21 -2.31%), die als eines der führenden Unternehmen im Rennen um einen Impfstoff gegen das Coronavirus gilt. Die Aktien gaben dennoch stark nach.

AMS und Logitech unter Druck

Schwach präsentierten sich im SMIM (SMIM 3'348.12 -0.02%) die Tech-Werte. Nach massiven Verlusten am gestrigen Berichtstag gaben die Aktien des Computer- und Gamingzubehörherstellers Logitech (LOGN 81.26 -1.91%) weiter nach. Auch die Chipwerte AMS schlossen tief im Minus.

Nachdem die Valoren des Laborausrüsters Tecan (TECN 545.00 +1.11%) – eines Krisengewinners – am Morgen stark unter Druck geraten waren, bauten sie am Nachmittag ihre Verluste ab.

Nach den markanten Avancen kommen die Aktien des Hörsystemeherstellers Sonova (SOON 359.60 +0.33%) zurück. Auch die Titel des Dentalimplantatspezialisten Straumann (STMN 1'806.50 +1.23%) liegen im Minus.

Die rote Laterne trugen die Valoren des Vakuumventilespezialisten VAT Group (VACN 406.20 +0.79%).

Im SMIM fielen derweil erneut Flughafen Zürich (FHZN 168.30 +0.36%) und die Aktien des Reisedetailhändlers Dufry (DUFN 51.50 +1.46%) sowie die Versicherer Baloise (BALN 142.80 +0.85%) und Helvetia (HELN 106.20 +0.47%) mit stattlichen Gewinnen auf.

Conzzeta profitierten von Nachrichten

Am breiten Markt verloren SoftwareOne (SWON 21.55 0%). Die IT-Firma hatte den Partner InterGrupo mit dem Kauf von 60% der Anteile nun vollständig übernommen. Die Transaktion soll Anfang 2021 abgeschlossen werden.

Conzzeta zogen an. Der Konzern hatte eine Update zu seiner Devestitionsstrategie und zur Geschäftsentwicklung gegeben.

Nach dem steilen Anstieg vom Montag drehten die Aktien des Online-Reiseportals LM Group (LMN 42.10 +2.18%) weiter auf.

Burckhardt Compression (BCHN 414.50 +1.47%) meldete einen Auftrag aus den USA, die Aktien des Industriekonzerns profitierten davon.

Erneut brachen die Valoren des Biotech-Unternehmens Relief Therapeutics (RLF 0.10 -4.85%) ein. Im Handelsverlauf erholten sich die Titel aber ein Stück weit. Die Aktien eines Branchennachbarn – Santhera (SANN 1.40 -1.27%) – zogen stark an.

Asien fest bis freundlich

In Asien handelten die Börsen am Dienstag leicht positiv. Der japanische Nikkei 225 lag 0,3% und der Topix 1,1% im Plus. In Korea gewann der Kospi 0,2%. Der Hongkonger Index Hang Seng (Hang Seng 25'330.96 +1.48%) schloss 0,8% fester. In China handelte der Shanghai Composite derweil im Minus (–0,4%).

Euro pendelt um 1.08 Fr.

Der Euro bewegte sich am Dienstag zum Franken um die Marke von 1.08 $. Um 17.30 Uhr MEZ kostete die Gemeinschaftswährung nach  zwischenzeitlichen Avancen 1.0795 Fr. Das Dollar-Franken-Paar konnte nach starken Avancen am gestrigen Handelstag die heutigen Gewinne nicht halten und lag bei 0.9135. Der Euro gab derweil zum Dollar leicht nach, konnte sich aber über der Marke von 1.18 $ halten.

Ölpreis steigt weiter

Nach der Rally vom Vortag kam es im Ölmarkt zu weiteren Preisaufschlägen. Am Montag hatte der Preis stark von der positiven Stimmung an den Finanzmärkten profitiert. Am Dienstagabend kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent knapp 43 $. Gold erholte sich von einem Teil seiner Verluste und stand bei Börsenschluss in Europa bei 1885 $ pro Feinunze.