Märkte / Aktien

SMI schliesst dank Roche klar über 10’800

Die Schweizer Börse liegt im Plus. Roche ziehen an, Novartis stützen. Wallstreet notiert etwas schwächer. Bitcoin korrigiert markant.

(AWP/SPU) Die Schweizer Börse hat sich zum Wochenbeginn aufwärts bewegt. Der Leitindex SMI (SMI 10'877.06 +0.24%) lag bei Eröffnung noch unverändert. Im frühen Handel suchte er die Richtung und pendelte zwischen Gewinn- und Verlustzone. Dann drehte er ins Plus. Am späten Nachmittag markierte er ein neues Tageshöchst, deutlich über der Marke von 10’800. Es waren vor allem die Bons von Pharamschwergewicht Roche (ROG 316.65 +1.47%), die den Leitindex im Plus hielten.

In New York gaben die Aktienkurse mehrheitlich nach. Die drei Hauptindizes der Wallstreet lagen bei Handelsende in Europa im Minus. So verlor der S&P 500 (S&P 500 3'762.30 -0.76%) 0,4%. Der Dow Jones (Dow Jones 30'814.26 -0.57%) büsste 0,3% ein. Einen Rückgang von 0,7% verzeichnete der Nasdaq Composite der US-Technologiebörse. Zu den grössten Verlierern zählten Twitter (TWTR 45.18 -1.33%). Die Aktien des Kurznachrichtendienstes fielen deutlich, nachdem das Unternehmen den Account von US-Präsident Donald Trump gesperrt hatte. Im Sog von Twitter büssten auch die Titel von Facebook (FB 251.36 +2.33%) ein. Das Online-Netzwerk hatte Trumps Account ebenfalls gesperrt.

Dennoch sei Stimmung weiterhin gut, hiess es am Markt. Die Anleger hofften, dass mit den Impfungen gegen Covid-19 das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben wieder normaler werde. Daher habe auch der am Freitag veröffentlichte enttäuschende US-Arbeitsmarktbericht den Aufwärtstrend kaum gebremst. Die Investoren hielten sich aber etwas zurück, weil sie auf konkretere Angaben zu dem vom designierten US-Präsidenten Joe Biden in Aussicht gestellten Konjunkturstützungspaket warten wollten.

Das bereits kürzlich verabschiedete Konjunkturprogramm und die Aussicht auf weitere fiskalische Anreize der Biden-Administration sollten den Weg für eine Verbesserung der Lage aber ebenfalls ebnen, hiess es in einem Kommentar der Credit Suisse (CSGN 12.35 -0.48%). «Auch wenn es zwischenzeitlich immer mal wieder zu kleinen Rücksetzern kommen kann, ist der Aufwärtstrend – ganz nach dem Motto Buy the Dips – immer noch intakt, und die Rekordjagd geht weiter», sagte ein Händler.

Credit Suisse im Plus – Schwergewichte stützten

Gesucht waren vor allem die GS von Roche. Der Basler Pharmakonzern hatte in der EU die Zulassung für das Grippemittel Xofluza erhalten. Novartis (NOVN 85.30 +2.13%) legten ebenfalls zu.

Schwächer waren die Anteile des schwergewichtigen Nahrungsmittelkonzerns Nestlé (NESN 100.88 +0.44%).

Marktteilnehmer scheinen positive Impulse von der Bilanzsaison zu erwarten, die hierzulande mit den Umsatzzahlen des Bauchemiekonzerns Sika (SIKA 244.70 -2.43%) am Dienstag beginnt. Am Donnerstag folgt dann der Sanitärkonzern Geberit (GEBN 559.20 -1.06%) mit Umsatzangaben. Die Aktien beider Unternehmen gehörten am Montag zu den Gewinnern.

Gewinne verzeichneten die Titel der Grossbank Credit Suisse. CS hatte am Freitag wegen Altlasten aus dem Hypothekenstreit vor mehr als einem Jahrzehnt für das vierte Quartal einen Verlust in Aussicht gestellt, was die Aktie deutlich nachgeben liess. UBS (UBSG 13.47 -0.44%) konnten nicht mithalten und verloren.

LafargeHolcim (LHN 51.26 -1.16%) konsolidierten den Kurssprung vom vergangenen Freitag. Die Papiere des Zementriesen waren nach Ankündigung einer Übernahme, die von Analysten wohlwollend kommentiert wurde, stark im Wert gestiegen.

Swiss Re (SREN 84.50 -0.42%) konnten nicht von einer Einschätzung der Commerzbank (CBK 5.67 -1.32%) profitieren, die die Aktie des Rückversicherers mit einem von 85 auf 100 Fr. erhöhten Kursziel zum Kauf empfiehlt.

Die Titel der Luxusgüterhersteller Richemont (CFR 82.30 -1.25%) und Swatch Group (UHR 249.00 -1.19%) tendierten in unterschiedliche Richtungen.

Tech-Werte schwächer

Die Aktien des Dentalimplantatherstellers Straumann (STMN 1'022.00 -1.4%) büsssten ein. Stifel senkte die Empfehlung von «Buy» auf «Hold».

Schwächer präsentierten sich aber vor allem die Tech-Werte AMS (AMS 21.83 -0.37%), Logitech (LOGN 90.62 -1.65%) und Temenos (TEMN 108.85 -3.46%).

Sulzer (SUN 98.25 -1.65%) schlossen fester, nachdem das Winterthurer Industrieunternehmen einen Zukauf bekanntgegeben hatte.

Zur Rose (ROSE 359.50 +3.45%) gewannen klar und markierten ein neues Allzeithoch. Konkurrent Shop Apotheke (SAE 154.60 -2.52%) hatte 2020 den Umsatz um 38% gesteigert. Dabei fiel das Wachstum im vierten Quartal über den Erwartungen aus.

Interroll (INRN 2'545.00 -0.78%) gaben erneut stark nach. Bereits am Freitag hatten die Aktien des Logistikers aufgrund eines CS-Kommentars klar nachgegeben.

Die Aktien der Titlis-Bahnen (TIBN 46.60 -0.85%) standen unter Druck. Die Tourismusfirma hatte 2019/20 nach Angaben vom Freitag unter der Coronakrise gelitten und rote Zahlen geschrieben.

Am breiten Markt fielen Cosmo (COPN 81.50 -3.32%) Pharmaceuticals trotz positiver Nachrichten. Das Biopharmaunternehmen hatte in der klinischen Phase-II-Studie positive Ergebnisse mit dem Medikament Rifamycin-MMX 600mg zur Behandlung des Reizdarmsyndroms mit Durchfall erzielt und will nun baldmöglichst die Phase-III-Studie beginnen.

Relief Therapeutics (RLF 0.31 -2.22%) stiegen klar. Der Relief-Partner NeuroRx war mit der US-Firma Quantum Leap Healthcare Collaborative eine Vereinbarung zur Beteiligung an klinischen Studien mit dem Medikament Zyesami (Aviptadil) eingegangen.

Anleger in Asien zurückhaltend

Die asiatischen Aktienmärkte starteten verhalten in die neue Handelswoche. Keine Impulse kamen am Monat aus Tokio, wo die Börsen feiertagsbedingt geschlossen blieben. Der Hang Seng in Hongkong stagnierte, während der chinesische Festlandaktienindex CSI 300 1% an Boden verlor. Der australische Leitindex S&P/ASX 200 notierte 0,9% schwächer. Sein südkoreanisches Pendant, der Kospi (Kospi 3'093.65 -1.86%), lag knapp 0,1% im Minus.

Euro klar unter 1.22 $

Der Euro knüpfte am Montag an die Kursverluste der vergangenen Woche an und sank zum Dollar weiter. Die Gemeinschaftswährung fiel zum Greenback unter die Marke von 1.22 $ und handelte bei Börsenschluss in Europa bei 1.2150 $. Zum Franken zeigte sie sich sogar etwas fester bei 1.0830 Fr. Der Dollar wurde zur Schweizer Währung deutlich höher gehandelt, zu 0.8915 Fr.

Ölpreis tiefer

Der Ölpreis sank am Montag. Der starke Preisanstieg seit dem Jahreswechsel war damit vorerst gestoppt. Am Abend kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 54.80 -2.91%) gut 55 $. Gold (Gold 1'828.34 -0.96%) zeigte sich kaum verändert bei 1850 $ pro Feinunze.

Bitcoin fällt nach Rekordjagd deutlich zurück

Die Digitalwährung Bitcoin (Bitcoin 36'857.00 -5.4%) verlor zum Wochenstart deutlich an Boden. Der Kurs der ältesten und bekannteste Kryptowährung sackte auf der Handelsplattform Bitstamp bis auf 31’200 $ ab und baute damit die Verluste vom Wochenende aus. Am Freitag hatte der Bitcoin nach einer wilden Rekordjagd in den vergangenen Wochen noch bis zu 42’000 $ gekostet

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