Märkte / Aktien

SMI schliesst klar höher

Nach den jüngsten Einbussen verzeichnet die Schweizer Börse zu Wochenbeginn höhere Kurse. Der Dollar steigt zum Franken.

(AWP/Reuters/SPU) Kursgewinne auf breiter Front haben am Montag den Schweizer Aktienmarkt geprägt. Nach den jüngsten Kursabschlägen sei der Markt reif für eine technische Erholung gewesen, hiess es im Handel. Ob die Gewinne allerdings nachhaltig seien, werde sich noch weisen. «Nach wie vor hängt vieles davon ab, ob es wirklich zu Fortschritten in den Verhandlungen bei den Handelsgesprächen zwischen den USA und China kommt», sagte ein Händler. Zu Beginn einer neuen Gesprächsrunde im Handelsstreit demonstrierten die USA und China Zuversicht. Ein anderes wichtiges Thema für Investoren ist der Brexit.

Das Geschäft in der Schweiz verlief zum Wochenstart relativ ruhig: Der Umsatz sei unterdurchschnittlich, sagten Händler. «Impulse sind Mangelware.» Grossunternehmen legen erst im weiteren Verlauf der Woche ihre Ergebnisse vor. Den Höhepunkt bilden dabei der Nahrungsmittelriese Nestlé (NESN 95.85 0.8%) und die Grossbank Credit Suisse (CSGN 13.68 0%), die ihre Bilanzen am Donnerstag veröffentlichen.

Der Leitindex Swiss Market Index SMI (SMI 9571.22 -0.26%) notierte bei Eröffnung 0,5% höher und legte im weiteren Handel stärker zu. Zwischenzeitlich – in der Mittagszeit – rutschte er etwas ab, erholte sich aber rasch. Die Marke von 9100 Punkten kam mit der Erholung wieder in Reichweite. Am Freitag hatte der Leitindex zum Schluss um 0,4% verloren und bei 9003 Punkten geschlossen.

An Wallstreet zeigten sich die Anleger nicht ganz so optimistisch wie in der Schweiz. In New York bauten die drei grossen Indizes ihre anfänglichen Gewinne ab. Bei Börsenschluss in Europa notierte der Dow Jones (Dow Jones 26559.54 0.42%) sogar leicht im Minus. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 2905.03 0.16%) bewegte sich kaum von der Stelle. Einen kleinen Gewinn von 0,1% verzeichnete lediglich der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite.

Nur Gewinner im SMI

Alle Schweizer Blue Chips eröffneten und schlossen im Plus. Vor allem die Aktien der Banken um Julius Bär (BAER 48.02 2.08%), Credit Suisse und UBS (UBSG 13.44 0.6%) gewannen. Urs Rohner, der CS-Verwaltungsratspräsident, bestätigte erneut, dass das Investment Banking nicht mehr weiter verkleinert werden soll. Es bleibe wichtig, auch zur Unterstützung grosser Kunden in der Vermögensverwaltung, sagte er in einem Interview mit der «Schweiz am Wochenende».

Auch zyklische Werte wie Geberit (GEBN 421.3 0.48%), Adecco (ADEN 60.06 1.28%) und SGS (SGSN 2658 0.64%) standen in der Gunst der Anleger.

Eher verhalten präsentierten sich die Schwergewichte. Durch die leichten Avancen von Novartis (NOVN 77.03 -2.17%), Roche (ROG 263.4 -1.09%) und Nestlé wurde dem SMI ein Teil seines Aufwärtsdrangs genommen. Kaum vom Fleck kamen zudem Lonza (LONN 297.4 2.16%).

Ems-Chemie zogen an

Am breiten Markt setzten Ems-Chemie (EMSN 623 0.32%) die Avancen von letzter Woche fort. Zudem stiegen AMS (AMS 35.01 -0.99%). Auch Straumann (STMN 836.8 0%) legten zu. Die Aktien des Dentalimplantatspezialisten profitierten von einer positiven Einschätzung der Vontobel-Analysten. Das neue Kursziel lautet 910 statt 900 Fr., die Einstufung bleibt bei «Kaufen».

Panalpina (PWTN 206 0%) gewannen. Die dänische Konkurrent DSV (DSV 575.4 -0.24%) ist in seinen Bemühungen um die Übernahme von Panalpina zu Konzessionen bereit. DSV wäre bereit, der Ernst-Göhner-Stiftung (ESG), dem Hauptaktionär von Panalpina, bei weichen Themen entgegenzukommen.

Kuros Biosciences (CYTN 2.43 1.25%) schossen in die Höhe. Das Biotech-Unternehmen hatte mit der US-Gesellschaft SeaSpine einen Liefervertrag unterschrieben.

Comet (COTN 102.5 1.69%) stiegen. Der Freiburger Röntgenspezialist hatte 2018 zwar weniger Umsatz und Gewinn erzielt als im Jahr zuvor. Die Stagnation überraschte allerdings nicht.

Ein Auftrag über 2,1 Mio. Fr. von einem Spital in Singapur verhalf den Aktien von Ascom (ASCN 14.3 0.28%) zu einem Gewinn.

Airopack (CSS 0.288 -4%) brachen ein. Der Verpackungshersteller erhält von seinen wichtigsten Kreditgebern keine Refinanzierung für die gesamte Gruppe. Eine provisorische Nachlassstundung ist eröffnet worden.

Verhaltener Wochenbeginn  in Asien

Zu Wochenbeginn dominierten weiter Sorgen um die Weltkonjunktur sowie die Entwicklungen im Handelskonflikt die Märkte in Fernost. In Hongkong konnte der Hang Seng das Niveau halten und notierte praktisch unverändert. Der chinesische Shanghai Composite legte derweil 0,8% zu, der Taiex in Taiwan 0,7%. Der Kospi in Seoul notierte unverändert. Die Börsen in Tokio blieben wegen eines Feiertags geschlossen.

Dollar fester

Der Dollar handelte zur Schweizer Valuta nach Gewinnen über dem Paritätskurs, um 17.30 Uhr MEZ bei 1.0044 Fr. Im asiatischen Handel war es in dem Währungspaar zu einem kurzzeitigen Mini-Crash gekommen. Der Euro konnte zur US-Währung die Marke von 1.13 $ nicht halten. Die Gemeinschaftswährung kostete bei Börsenschluss in Europa 1.1278 $. Zum Franken bewegte sie sich leicht nach oben. Der Euro-Franken-Kurs lautete 1.3027 Fr.

Goldpreis im Minus

Der Ölpreis bewegte sich abwärts. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 71.98 0.39%) kostete bei Handelsschluss gut 61 $. Gold (Gold 1276.02 0.11%) notierte mit leichten Verlusten. Eine Feinunze des Edelmetalls lag bei 1310 $.

Leser-Kommentare

Hans Geisser 12.02.2019 - 23:38

Es wird spannend man weis nie wann ein gewitter kommt