Märkte / Aktien

SMI schliesst bei 11’100

Die Schweizer Börse setzt ihre Rekordjagd fort. Lonza und Novartis sind gefragt. Die Bankaktien liegen im Plus. AMS verlieren.

(AWP/Reuters/SPU) Die Schweizer Börse ist am Dienstag auf Rekordkurs geblieben. Der Swiss Market Index SMI (SMI 10163.6 -0.94%) stieg bei Eröffnung 0,4%. Im weiteren Handel stabilisierte er sich auf diesem Niveau. Am Nachmittag erreichte der SMI mit 11’111 Punkten ein neues Hoch. Gestern hatte er nach einem über weite Strecken ruhigen Handel und einem Schlussspurt 0,4% fester geschlossen. Zudem stieg der Dax (DAX 12901.34 -0.71%) in Frankfurt auf ein Allzeithoch.

Das Coronavirus, das in China schon mehr als tausend Menschen das Leben gekostet hat, und seine Folgen blieben zwar Thema. Doch das Interesse der Marktteilnehmer an dem Virus scheint zunehmend abzuklingen, hiess es am Markt. Stärker im Blick steht die Bilanzsaison. Und den Börsenzug wolle auch keiner voreilig verlassen, hiess es in einem Kommentar von IG Markets. «Vor allem, wenn er auf absehbarer Zeit wieder Fahrt aufnimmt.»

Erneut freundlich präsentierte sich auch die Wallstreet. Die drei grossen Indizes an den US-Börsen legten bei Börsenschluss in Europa zu und schrieben neue Rekordwerte. Der Dow Jones (Dow Jones 27892.7 -0.01%) stieg 0,3%. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 3373.43 -0.2%) avancierte 0,6%. Avancen von 0,8% verzeichnete der Nasdaq Composite.

Avancen auf breiter Front im SMI

Im SMI legten nahezu alle der zwanzig Valoren zu. Lonza (LONN 555.4 -1.66%) am stärksten. Auch Novartis (NOVN 77.25 -0.69%) waren gefragt. Der Pharmariese hatte von der US-Arzneimittelbehörde FDA das beschleunigte Zulassungsverfahren für Capmatinib gegen fortgeschrittenen Lungenkrebs erhalten.

Die anderen als defensiv geltenden Schwergewichte hinkten dem Markt hinterher. Roch zeigten sich wenig verändert. Nestlé (NESN 108.7 -0.35%), der Nahrungsmittelkonzern legt am Donnerstag Zahlen vor, belasteten den SMI.

Die Aktien der Grossbank Credit Suisse (CSGN 10.43 -0.33%), die auch am Donnerstag Rechenschaft über 2019 abgibt, bauten die Gewinne aus. UBS (UBSG 11.215 -1.1%) setzten den Aufwärtstrend vom Vortag ebenfalls fort.

ABB (ABBN 23.85 -1.2%) legten zu. Am Nachmittag wurde bekannt, dass der Elektrotechnikkonzern ein Werk in Ungarn schliesst. Im Zuge der Schliessung der Fabrik in Ózd streiche das Unternehmen rund 1000 Stellen, wie ABB am Dienstag mitteilte. Der Konzern begründete den Schritt mit der rückläufigen Nachfrage.

Nach wie vor zeigten sich Anleger bei den Titeln der Luxusgüterhersteller Swatch Group (UHR 202.6 -0.54%) und Richemont (CFR 59.9 -0.23%) wegen der Chinasorgen eher zurückhaltend.

Die Anteile von Adecco (ADEN 47.25 -0.65%) gaben ihre frühen Gewinne preis. Der niederländische Konkurrent Randstad hatte für das vierte Quartal 2019 solide Zahlen vorgelegt. Der Personalvermittler, der Adecco nach eigenen Angaben an der Weltspitze abgelöst hat, konnte seine Betriebsgewinnmarge auf 4,6% halten.

AMS erst hoch, dann runter

Unter den sonstigen Blue Chips büssten AMS (AMS 16.255 -4.07%) in einem volatilen Handelsverlauf und einem positiven Start ein. Der Sensorenhersteller hatte im vierten Quartal 2019 besser als erwartet abgeschnitten und sich zudem positiv für den Verlauf im Auftaktquartal 2020 geäussert.

Deutlich im Plus schlossen die Aktien des Vakuumventileherstellers VAT Group (VACN 177.6 -1.28%). Freundlich präsentierten sich unter anderem die Chemieaktien Ems-Chemie (EMSN 795 -1.61%) und Clariant (CLN 18.175 -1.41%).

Sonova (SOON 216.2 0.19%) standen etwas fester. Der Konkurrent des Gehörspezialisten Cochlear hatte seine Gewinnprognose wegen des Coronavirus gesenkt.

Die Valoren des Softwareproduzenten Temenos (TEMN 136.35 -2.19%) verloren vor der für Mittwochabend erwarteten Veröffentlichung der Geschäftszahlen.

DKSH kamen zurück, Comet schritten weiter voran

Am breiten Markt zogen Also (ALSN 247 -1.59%) an. Der IT-Dienstleister kooperiert im Cloud-Gaming-Geschäft künftig mit dem auf mobile Technologien spezialisierten Anbieter Mondia und der im Cloud Gaming tätigen Ludium Lab.

Ein Gewinnsprung verhalf Peach Property (PEAN 40 2.04%) zu einem Kursplus.

Nach dem Kurssprung aufgrund starker Zahlen kam es bei den Aktien des Expansionsspezialisten DKSH indes zu Gewinnmitnahmen. CEO Stefan Butz zeigt sich im FuW-Interview zuversichtlich für die nahe Zukunft.

Anders sah es bei Comet (COTN 143.4 -1.38%) aus. Die Aktien der Technologiegruppe setzten ihre starken Avancen aus dem gestrigen Handelstag fort.

Spekulative Käufe schoben zudem die Aktien von TX Group (TXGN 69.3 4.05%) (Herausgeberin von FuW) an. US-Investor William Browne vom Value Fund Tweedy Browne hatte im FuW-Interview die Möglichkeit eines Börsenrückzugs ins Spiel gebracht.

Asiens Börsen folgten US-Vorgaben

Die guten Vorgaben aus New York vom Montag beflügelten auch die asiatischen Börsen. Praktisch alle Aktienmärkte verzeichneten Gewinne. Die japanischen Börsen waren jedoch wegen eines Feiertages geschlossen. Positiv an der Börse wirkte sich zudem aus, dass zahlreiche Betriebe in China nach der verlängerten Feiertagspause den Betrieb wieder aufgenommen hatten. Auch betonte Chinas Staatspräsident Xi Jinping bei einem Fernsehauftritt, dass sich die Coronavirus-Epidemie nur kurzfristig auf die chinesische Wirtschaft auswirken sollte. Der Hang Seng in Hongkong stieg 1,5%. Die beiden chinesischen Festlandindizes Shanghai Composite und Shenzhen Composite avancierten um 0,7 respektive 0,5%. Der südkoreanische Leitindex Kospi kletterte 1,1%.

Euro weiter unter 1.07 Fr.

Der Euro fiel am Dienstag erstmals seit etwa vier Monaten unter die Marke von 1.09 $. Im Tagestief kostete die Gemeinschaftswährung 1.0892 $ und damit so wenig wie letztmalig Anfang Oktober. Bis zum Handelsende in Europa erholte sich der Euro etwas und stieg auf 1.0915 $. Auch zum Franken schwächelte der Euro und fiel mit einem zwischenzeitlichen Tagestief von 1.0657 Fr. erstmals seit fast drei Jahren unter 1.0660 Fr. Bis 17.30 Uhr MEZ stabilisierte er wieder etwas auf 1.0667 Fr. Gegenüber dem Dollar blieb der Franken praktisch unverändert, das Währungspaar notierte bei 0.9770 Fr.

Ölpreis erholt

Der Ölpreis stieg am Dienstag klar und setzte damit nach der jüngsten Talfahrt zu einer Erholung an. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 44.8 -0.82%) kostete bei Börsenschluss in Europa gut 54 $. Der Goldpreis lag etwas tiefer bei 1563 $ pro Feinunze.