Märkte / Aktien

SMI schliesst leicht im Plus

Die Schweizer Börse startet wenig verändert in die neue Handelswoche. Finanzaktien sind fester. Nestlé belasten optisch.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat zum Wochenstart Mühe gehabt, eine klare Richtung zu finden. Am Montag bewegte sich der SMI (SMI 10'702.50 -1.65%) in einer Handelsspanne zwischen knappen Gewinnen und Verlusten hin und her. Bei Handelende in Zürich stand der Leitindex knapp im Plus. Dabei sollte die aktuelle Nachrichtenarmut nicht darüber hinwegtäuschen, dass in dieser Woche eine ganze Reihe potenziell markttreibender Termine auf der Agenda steht. So haben beispielsweise die Inflationsdaten aus den USA ebenso das Zeug, den Markt in die eine oder die andere Richtung zu treiben, wie die EZB-Zinsentscheidung am Gründonnerstag. Immerhin gehören Inflations- und Zinssorgen zu den anhaltenden Unsicherheitsfaktoren am Markt. Händler sprechen denn auch von der Woche der Wahrheit.

«Anleger erwarten einige Ereignisse, die die Richtung an der Börse deutlich beeinflussen dürften», kommentierte ein Börsianer. Dabei dürfte der Entscheid der EZB zu den wichtigsten zählen. «Die EZB steht genau wie das Fed unter Druck, etwas gegen die weiter steigende Inflation zu unternehmen.» Während man allerdings beim Fed das Tempo der Zinswende zumindest verbal von Woche zu Woche anzuziehen scheine, sei man in Frankfurt noch zurückhaltend. «Das aber könnte sich in dieser Woche ändern.» Darüber hinaus fängt die Berichtssaison an. In den USA machen wie immer Banken den Anfang, was sich auch auf die hiesigen Institute auswirken dürfte. Der Ukrainekrieg bleibt ein weiterer Unsicherheitsfaktor. Und auch die Präsidentschaftswahl in Frankreich spielt eine Rolle. Amtsinhaber Emmanuel Macron liegt in Umfragen zwar vor Marine Le Pen, er kann sich eines Sieges bei der Stichwahl in zwei Wochen aber noch nicht sicher sein.

Die New Yorker Börsen zeigten sich schwächer. Der S&P 500 verlor bei Handelsende in Zürich 1,2%. Der Dow Jones büsste 0,6% ein. Ein Minus von 1,8% wies der Nasdaq Composite der US-Technologiebörse auf.

Der Ölpreis startete mit deutlichen Abschlägen in die Handelswoche. Am Abend kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 99 $. Belastet wurden die Erdölpreise derzeit vor allem durch die konjunkturelle Lage in China. Dort sorgen seit einiger Zeit scharfe Coronabeschränkungen für wirtschaftliche Bremsspuren.

Pharmaschwergewichte stabilisieren SMI

Im SMI büssten Nestlé (NESN 112.84 -0.60%) ein. Der Nahrungsmittelkonzern wurde an diesem Tag ex Dividende (2.80 Fr. je Aktie) gehandelt.

Dass sich der Markt vergleichsweise gut hielt, ist war allem den erneuten Avancen der Pharmaschwergewichte Novartis (NOVN 80.91 -0.91%) und Roche zu verdanken. Beide Titel waren bereits in der vergangenen Woche verstärkt gesucht und haben mit Kursgewinnen von jeweils mehr als 7% zu den Top-Favoriten unter den Blue Chips gehört.

Finanzwerte schlossen fester. An der Spitze standen mit Zurich Insurance (ZURN 405.40 -3.98%), Swiss Re (SREN 71.60 -4.30%) und Swiss Life (SLHN 445.70 -4.23%) Versicherungsaktien. Auch die Grossbanken UBS (UBSG 14.95 -4.59%) und Credit Suisse (CSGN 5.31 -4.36%) notierten im Plus. Händler verwiesen auf die bevorstehenden Zahle der US-Konkurrenten in dieser Woche. Mit den zahlreichen Belastungsfaktoren wie Russlandsanktionen und Inflationssorgen wachse die Unsicherheit um die Geschäftsentwicklung der Branche.

Die Aktien des Luxusgüterkonzerns Richemont (CFR 96.88 -4.03%) verloren.

Erneut unter den grössten Verlierern waren AMS Osram (AMS 7.33 -4.71%) zu finden. Sie hatten bereits in der Vorwoche nach einem Investorentag prozentual zweistellig an Wert verloren.

Abwärts ging es für den SLI-Neuling VAT Group (VACN 219.20 -3.69%). Aber auch Logitech (LOGN 48.62 -1.62%) und Temenos (TEMN 78.76 -1.25%) gaben nach. Händler verweisen auf die schwache US-Börse Nasdaq. Im Fall des Bankensoftwarespezialisten Temenos gab es am Morgen zudem noch einige zurückhaltende Analystenkommentare.

In den hinteren Reihen zogen Bossard (BOSN 183.60 +0.22%) an. Die Gruppe hatte im ersten Quartal 2022 den Wachstumskurs fortgesetzt und zeigt sich für den weiteren Geschäftsverlauf zuversichtlich.

Die Kursverluste bei Rieter (RIEN 103.20 -2.82%) und bei Emmi (EMMN 933.00 +1.30%) waren eher optischer Natur. Auch diese beiden Unternehmen wurden zum Wochenstart ex Dividende gehandelt. Bei Rieter beträgt sie 4 und bei Emmi 14 Fr. je Aktie.

Asiens Börsen überwiegend tiefer

Die asiatischen Aktienmärkte starteten mehrheitlich mit Abgaben in die neue Handelswoche. Auf der Stimmung lasteten unter anderem die höheren Zinsen und die Erwartung einer rascheren Verschärfung der Geldpolitik. Auch schürten die Lockdowns in China und wachsende Coronazahlen die Sorgen um eine konjunkturelle Eintrübung. In Tokio verlor der Nikkei 225 0,6%, während der breiter gefasste Topix 0,4% im Minus schloss. Die Titel auf dem chinesischen Festland büssten besonders an Terrain ein. Der CSI 300 sank 3,3%, während der Shanghai Composite um 2,8% schwächer notierte. Der Hang Seng in Hongkong fiel 3,1%. In Australien zeigte sich der S&P/ASX 200 praktisch unverändert. Der südkoreanische Leitindex Kospi in Seoul verlor 0,3%.

Euro um 1.09 $ und unter 1.02 Fr.

Der Euro notierte am Montag zum Dollar leichter. Mit 1.0887 $ lag der Kurs am Abend wieder etwas tiefer. Zum Schweizer Franken kostete die Gemeinschaftswährung derweil mit 1.0135 Fr. Das war klar weniger als noch am Freitagabend. Der Dollar notierte bei 0.9309 Fr. und damit ebenfalls tiefer zum Franken.

Gold fester – Bitcoin klar leichter

Gold festigte sich nach leichten Avancen über der Marke von 1900 $. Es kostete 1954 $ pro Feinunze.

Bitcoin knüpfte an die Verluste des Wochenendes an. Am Abend stand die Cyberdevise unter 41’000 $.