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Schweizer Börse mit bester Woche seit Anfang Jahr

Der Schweizer Aktienmarkt schliesst auch am letzten Handelstag der Woche mit Avancen.

(AWP/Reuters/CF) Die Hoffnung auf eine weiterhin ultralockere Geldpolitik der grossen Notenbanken hat der Schweizer Börse zum Wochenschluss zu einem neuen Allzeithoch verholfen. Marktexperten erklärten, angesichts der zuletzt enttäuschenden Arbeitsmarktdaten dürfte die US-Notenbank Fed bei ihren Beratungen in der kommenden Woche für eine Beibehaltung ihrer Konjunkturhilfen stimmen. Und auch für die Eurozone rechneten Anleger mit weiteren Geldspritzen. Der Swiss Market Index (SMI (SMI 11'995.63 +0.46%)) schliesst am am Freitag leicht fester. Zwischenzeitlich markierte das Börsenbarometer bei 11’873 Zählern einen neuen Rekordstand. Im Wochenverlauf resultierte ein Anstieg von 2,3% und damit das stärkste Plus seit Anfang Jahr.

Tagessieger waren Titel aus dem Gesundheitsbereich – unter anderem der Augenheilkonzern Alcon (ALC 64.68 -0.12%) und der Arzneihersteller Lonza (LONN 644.20 -1.2%). Auf dem dritten Platz der Standardwerte landeten die Aktien des Finanzinvestors Partners Group (PGHN 1'374.50 +0.51%). Zwei Nebenwerte profitierten von positiven Aussagen zum Geschäftsgang. SFS (SFSN 131.20 +1.63%) schnellten in die Höhe, nachdem die Geschäftsleitung den Ausblick für das Gesamtjahr 2021 angehoben hatte. Die in einem ähnlichen Geschäft tätige Bossard (BOSN 260.00 +1.36%) erwartet für das erste Halbjahr einen Umsatzsprung von mehr als 20%, die Aktie avancierten deutlich. Leichte Einbussen verzeichneten Swisscom (SCMN 532.80 +0.79%) und der Aromenhersteller Givaudan (GIVN 4'320.00 +1.58%).

Abgaben verzeichneten auch Logitech (LOGN 116.20 +2.92%). Die Titel waren bereits am Vortag mit Abgaben von mehr als 4% grösster Verlierer. In einer aktuellen Studie äussern sich die Experten von Morgan Stanley (MS 85.68 +1.88%) recht zurückhaltend zu den Papieren und senken das Rating.

Eine Übersicht über die Gewinner und die Verlierer finden Sie hier.

Dax (DAX 15'603.24 +1%) mit höchstem Schlusskurs seiner Geschichte

Die Aussicht auf weitere Geldspritzen der Europäischen Zentralbank (EZB) lockt Anleger in die heimischen Aktienwerte. Dax und Euro Stoxx 50 (Euro Stoxx 50 4'112.33 +0.71%) stiegen am Freitag auf 15.693,27 beziehungsweise 4126,16 Punkte. Der breit gefasste Stoxx 600 (SXXP 455.23 +0.7%) gewann bis zu 0,7% und markierte mit 457,87 Punkten zum fünften Mal in sechs Tagen ein Rekordhoch.

Am Aktienmarkt rückte die Deutsche Bank (DBK 11.01 +0.49%) ins Rampenlicht, nachdem die EZB Insidern zufolge bei der Suche nach einem neuen Aufsichtsratschef für das Geldhaus Druck macht. Die Titel des Instituts verloren deutlich.

CureVac brachen zeitweise sogar fast 14% ein. Die Biotechfirma leide weiter unter den Verzögerungen bei der EU-Zulassung ihres Coronavirus-Impfstoffs, sagten Börsianer. Am Ende lagen die Aktien etwas weniger stark im Minus.

Euro legt moderat zu

Der Euro ist im Handelsverlauf am Freitag unter Druck geraten. Die Gemeinschaftswährung fiel zwischenzeitlich auf das tiefste Niveau seit Mitte Mai dieses Jahres zurück. Aktuell notiert der Euro bei 1,2111 US-Dollar. Börsianer begründeten dies mit einer allgemeinen Stärke des Dollar gegenüber anderen wichtigen Währungen.

Auch zum Franken legte die US-Währung deutlich zu. Das USD/CHF-Währungspaar notierte am frühen Abend bei 0,8986 nach 0,8947 am Morgen. Der Franken verlor allerdings marginal weniger als der Euro, entsprechend legte EUR/CHF auf 1,0884 von 1,0895 am Morgen zu. In der letzten Zeit habe der Franken nach einer längeren Schwächephase zum Euro wieder moderat zugelegt, kommentierte die Commerzbank (CBK 6.16 +0.15%). Die Erholung dürfte aber nur vorübergehend sein, denn mit der wirtschaftlichen Erholung sinke die Nachfrage nach sicheren Häfen, glauben die Analysten aus Deutschland.

Ölpreise steigen auf Mehrjahreshochs

Die Ölpreise haben am Freitag zugelegt und Mehrjahreshochs erreicht. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 74.78 +1.58%) kostete zuletzt 72,85 $. Das waren 33 Cent mehr als am Vortag. Mit 73,09 $ stieg der Brent-Preis zeitweise auf den höchste Stand seit gut zwei Jahren.

Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI (WTI 73.73 +2.95%)) legte um 64 Cent auf 70,94 $ zu. Mit 71,19 Punkten erreichte der WTI-Preis vorübergehend den höchsten Stand seit Oktober 2018.

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