Märkte / Aktien

SMI schliesst unter 9900

Der Schweizer Aktienmarkt verliert wegen der Schwergewichte. Sika, Bossard und Sensirion büssen ein. Der Dow Jones erreicht 27'000. Der Ölpreis steigt weiter.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag nach einer langen Phase der Unentschlossenheit schwächer geschlossen. Gestützt werde die Stimmung auf der einen Seite von neu angefachte Zinshoffnungen, hiess es im Markt. Andererseits seien die Anleger vor dem Anlaufen der Bilanzsaison nach eher negativen Geschäftsprognosen einiger Firmen vorsichtig geworden. Der Swiss Market Index SMI (SMI 10056.83 -0.08%) stand bei Eröffnung unverändert. Im weiteren Handelsverlauf pendelte der Leitindex lange um seinen gestrigen Schlusskurs. Erst am späten Nachmittag fand er eine Richtung – und zwar abwärts. Der SMI schloss unter der Marke von 9900 Punkten.

In New York war das Bild am Aktienmarkt freundlicher, die Wallstreet lieferte im frühen Handel neue Rekordstände. Der Dow Jones (Dow Jones 26935.07 -0.59%) konnte sich bei Börsenschluss in Europa über der erstmals geknackten Marke von 27’000 Punkten halten und lag 0,7% im Plus. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 2992.07 -0.49%) tendierte 0,2% fester. Der Index der Technologiebörse Nasdaq  Composite drehte zwischenzeitlich ins Minus, wies aber bei Handelsende in Zürich  ein Plus von 0,2% auf.

Sika unter Druck

Bei den SMI-Werten standen Swiss Re (SREN 102.25 -0.34%) im Fokus, die Bewegung der Aktie hielt sich aber in Grenzen. Der Rückversicherer setzt den geplanten Börsengang der Tochtergesellschaft ReAssure wegen der aktuellen Marktsituation und der schwächeren Nachfrage der Investoren aus. Er halte aber am Ziel fest, die Beteiligung an der britischen Tochter zu reduzieren und zu dekonsolidieren. Am Vortag war am Markt eine mögliche Verschiebung des Börsengangs bereits gerüchteweise herumgereicht worden. In der Folge hatte der Kurs der Swiss-Re-Aktie am Mittwoch 2,5% verloren.

Von den Schweizer Blue Chips standen die Aktien von Sika (SIKA 149.25 -0.99%) nach Herabstufungen deutlich unter Druck. Sie konnten sich aber im Verlauf von den anfänglichen Tiefstkursen wieder lösen. UBS (UBSG 11.425 -0.65%) und Vontobel (VONN 54.25 0.09%) hatten die Empfehlung für den Bauchemiekonzern auf «Sell» von «Neutral» beziehungsweise auf «Hold» von «Buy» reduziert.

Die Aktien der Schwergewichte tendierten schwächer. Die Titel der Pharmakonzerne Novartis (NOVN 86.26 0.44%) und Roche (ROG 285.05 0.72%) büssten ein, nachdem die US-Regierung ein Gesetz betreffend einer Einschränkung der Rabattgewährung im Pharmamarkt zurückgezogen hatte. Auch Nestlé (NESN 106.26 -0.9%) belasteten den Index.

Zu den Gewinnern zählten die Aktien des Luxusgüterkonzerns Richemont (CFR 74.86 -0.24%). Auch Lonza (LONN 345.8 -0.09%) schlossen fester.

Die beiden Grossbanktitel Credit Suisse (CSGN 12.865 -0.27%) und UBS zeigten sich fester. Händler erwähnten die Zinsspekulationen und den damit verbundenen Rückgang der Anleiherenditen als Verkaufsargumente.

Fallende Kurse wegen Gewinnwarnungen

Bei den SMIM-Werten fielen die Aktien von Barry Callebaut (BARN 2042 0.1%) positiv auf. Der Schokoladehersteller hatte sein Wachstum weiter beschleunigt und in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2018/19 die Verkaufsmengen deutlich gesteigert und die Erwartungen der Analysten übertroffen.

Mit klaren Verlusten machten im SMIM (SMIM 2587.371 -0.13%) zudem OC Oerlikon (OERL 10.25 -0.77%) auf sich aufmerksam. Auch andere Industrieavaloren wie Georg Fischer (FI-N 877.5 -0.9%), Dormakaba (DOKA 638.5 -0.55%) oder Schindler (SCHP 224.5 -0.53%) wiesen Verluste auf.

AMS (AMS 47.55 0.74%) setzten den Aufwärtstrend vom Vortag fort. Auch die Titel des Unterhaltungselektronikherstellers Logitech (LOGN 40.6 -1.48%) schossen im Plus.

Eine Gewinn- und Umsatzwarnung von Sensirion (SENS 42.5 10.97%) setzten die Aktien des Sensorspezialisten kräftig unter Druck.

Bossard (BOSN 136.2 -0.95%) gaben klar nach, nachdem der Verbindungstechnikspezialist schwache Quartalszahlen vorgelegt hatte.

Nach dem gestrigen Kurssturz verloren die Aktien des Logistiktechnikers Interroll (INRN 1848 -1.81%) heute weiter.

Gewinne in Asien

An den asiatischen Aktienmärkten setzte sich am Donnerstag die Tendenz aus den USA vom Mittwoch nur teilweise fort. Der Nikkei 225 gewann 0,5%, auch der breiter gefasste Topix avancierte 0,5%. Der Hang Seng in Hongkong stieg 0,8%. Deutlich zulegen konnte der koreanische Kospi (Kospi 2091.62 0.6%) mit einem Plus von 1,4%. Derweil schloss der Shanghai Composite mit –0,1% minimal leichter.

Euro stabil 

Der Euro baute die Kursgewinne ab und notierte um 17.30 Uhr MESZ auf dem Niveau vom Vortag. Die Gemeinschaftswährung handelte zur US-Valuta bei 1.1255 $. Der Dollar notierte gegenüber dem Franken etwas fester bei 0.9890 Fr. Der Euro ging zum Schweizer Währung mit 1.1129 Fr. kaum verändert um.

Ölpreis höher

Der Ölpreis avancierte nach den starken Gewinnen vom Vortag weiter, auch wenn er sich vom Tageshöchst klar entfernte. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 64.45 -0.15%) kostete bei Börsenschluss in Europa gut 67 $. Der Goldpreis handelte leichter bei 1411 $ pro Feinunze.

Leser-Kommentare