Märkte / Aktien

SMI schliesst im Plus

Die Schweizer Börse baut ihre Gewinne ab, hält sich aber über 10'100. Eine Reihe von Abschlüssen sorgt für Kursbewegungen. Gold fällt unter 2000 $.

(AWP/Reuters/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag ein Plus eingefahren. Der SMI (SMI 10537.37 0.17%) notierte bei Eröffnung 0,4% höher. Im frühen Handel baute er die Avancen aus. Damit knüpfte der Leitindex an die moderaten Gewinne vom Vortag an und liess die Hürde von 10’100 klar hinter sich. Noch vor dem Mittag kratzte er an 10’200, schaltete dann aber einen Gang zurück. Die Marke von 10’100 hielt aber bis Börsenschluss in Zürich. Am Vortag hatte der Leitindex um 0,2% angezogen.

In Frankfurt zog der Dax (DAX 13205.75 -0.02%) kräftig an. Der deutsche Leitindex übersprang zwischenzeitlich die Marke von 13’000 Punkten. Auch in New York stiegen die Kurse, nur die Technologiebörse hinkte hinterher. Der S&P 500 (SP500 3357.01 -0.84%) legte bei Börsenschluss in Europa 0,5% zu. Der Dow Jones (Dow Jones 27901.98 -0.47%) zog 1% an. Auf der Stelle trat der Nasdaq Composite.

Analysten hatten etwas Mühe, die Avancen zu erklären. In den USA zeichne sich jedoch ab, dass sich Präsident Donald Trump mit dem Kongress auf ein zusätzliches Konjunkturpaket im Volumen von bis zu zwei Billionen Dollar einigen werde. «Keiner wird die Schuld dafür übernehmen wollen, dass man sich nicht geeinigt hat», meinte ein Analyst.

Die Hoffnung auf ein weiteres US-Konjunkturpaket lebt daher weiter. US-Präsident Donald Trump brachte zudem niedrigere Steuern auf Kapitalerträge ins Spiel, das könnte Börsianern zufolge die jüngste Rally noch befeuern. Niedrigere Steuern auf Kapitalerträge würden eine Menge Jobs schaffen, sagte Trump am Montag auf einer Pressekonferenz im Weissen Haus. «Ich bin nicht so sicher, ob die US-Wirtschaft oder der Staatshaushalt das im Moment wirklich brauchen», zeigte sich ein Analyst allerdings skeptisch. Auftrieb geben auch Konjunkturdaten (ZEW-Index) aus Deutschland.

Gewinnmitnahmen bei Lonza 

Viele der zwanzig SMI-Titel avancierten. News zu Blue Chips waren rar. Grössere Gewinne wiesen die Luxusgüteraktien von Richemont (CFR 63.88 -1.78%) und Swatch Group (UHR 214 -1.2%) aus. Zudem lagen die Finanzaktien erneut im Plus. Deutlich gewannen Swiss Re (SREN 73.16 -1.77%), aber auch die anderen Versicherer – Zurich Insurance (ZURN 339.8 -0.35%) und Swiss Life (SLHN 367.5 -1.1%) – notierten fester. Mit UBS (UBSG 10.975 -1.57%) und Credit Suisse (CSGN 9.84 -1.94%) avancierten ausserdem die Bankwerte.

Im Gesundheitssektor zeigten sich Alcon (ALC 53.14 -1.12%) klar fester. Analysten von JPMorgan trauen der einstigen Novartis-Tochter eine positive Überraschung zu, hiess es im Handel.

Die Genussscheine von Roche (ROG 343.5 1.96%) bremsten den Index. Novartis (NOVN 83.44 1.39%) waren derweil besser aufgelegt. Bei Lonza (LONN 564.8 0.32%), dem grössten Gewinner im Jahresverlauf, setzten Gewinnmitnahmen ein.

Unter verstärkter Beobachtung waren am Berichtstag ausserdem Givaudan (GIVN 4036 -0.54%), nachdem der Konkurrent Firmenich den Jahresabschluss 2019/20 veröffentlicht hat. Der Umsatz legte im per Ende Juni abgelaufenen Geschäftsjahr in Lokalwährungen um 2,8% auf 3,88 Mrd. Fr. zu, wie das Genfer Unternehmen am Dienstag mitteilte. Der bereinigte operative Gewinn auf Stufe Ebitda erreicht 859 Mio. Fr., wobei die entsprechende Marge um 60 Basispunkte auf 22,1% anstieg.

Dufry und Flughafen Zürich gesucht

Im SMIM (SMIM 2641.89 0.33%) fielen erneut Aktien aus dem Reise- und Tourismussektor auf, so stiegen Dufry (DUFN 30.22 -2.26%) und Flughafen Zürich (FHZN 130.8 -2.9%) klar.

Auch die Tech-Werte um AMS (AMS 18.525 1.34%), Temenos (TEMN 137.5 0.29%) und Logitech (LOGN 65.4 2.4%) legten zu. Die Aktien des Computer- und Gamingzubehörherstellers profitierten von einem sehr positiven Kommentar der CS-Analysten.

Sehr viel los war am breiten Markt, wo eine Reihe von Unternehmen Resultate vorgelegt hatten. Besonders kräftig war der Kurszuwachs bei Swissquote (SQN 76.1 1.33%). Viele Neukunden und ein hohes Handelsvolumen resultierten in einem Gewinnsprung bei der Onlinebank.

Basilea (BSLN 49.22 1.61%) legten zu nach einem Semesterbericht, der über den Erwartungen ausfällt.

Bei Dätwyler (DAE 208 2.21%) kam es nach einem klaren Umsatzrückgang, der vor allem auf Devestitionen zurückzuführen ist, zu Verlusten.

Molecular Partners (MOLN 16.2 0.12%) profitierten von einem Auftrag des BAG für ein Covid-19-Medikament.

Positive Signale hinsichtlich einer Erholung des Geschäfts liessen die Aktien des Backwarenkonzerns Aryzta (ARYN 0.6945 -1.07%) avancieren.

Bei Newron (NWRN 1.98 1.02%) sorgten ein Forschungs- und Finanzupdate für steigende Kurse.

Die hohe Nachfrage nach Penny Stocks scheint abzuebben. Es kam teilweise zu massiven Einbrüchen. Diverse führen die Jahres-Gewinnerliste aller an der SIX gehandelten Aktien an, namentlich Relief Therapeutics (RLF 0.467 -8.07%) (knapp +70’000%), Perfect Holding (PRFN 0.0895 -1.65%) (über +1000%), Blackstone Resources (BLS 1.9 1.06%) (rund +550%) und New Value (NEWN 0.472 -3.67%) (rund +170%).

Asien im Plus

Die Börsen in Asien legten am Dienstag zu. Der japanische Nikkei gewann 1,9%, der Topix schloss 2,5% höher. Auch der Hang Seng in Hongkong avancierte 2,5%. Im Plus notierten auch der Shanghai Composite (+0,1%), der koreanische Kospi (+1,5%) und der australische S&P/ASX 200 (+0,5%).

Euro stärker

Der Eurokurs stieg am Dienstag und näherte sich zum Dollar wieder 1.18 $. Besser als erwartet ausgefallene Konjunkturdaten aus Deutschland stützten ihn. Am Abend wurde die Gemeinschaftswährung bei 1.1785 $ gehandelt. In der Nacht hatte sie noch im Tief bei 1.1723 $ notiert.
Ebenfalls etwas fester notierte der Euro zum Franken. Das Währungspaar Euro-Franken lag am späten Nachmittag mit 1.0788 Fr. knapp unter der Marke von 1.08. Der Dollar zeigte sich zur Schweizer Währung kaum verändert bei einem Stand von 0.9150 Fr.

Gold büsste klar ein

Der Goldpreis gab am Dienstag nach und fiel unter die Marke von 2000 $. Die zunehmende Risikofreude der Investoren wegen der Aussicht auf weitere Coronahilfen in den USA drückte den Gold (Gold 1953.96 0.5%)preis. Das Edelmetall verbilligte sich um knapp 4% auf 1950 $ je Feinunze, weil Investoren Gewinne mitnahmen. «Der Rückgang war unvermeidlich», sagte StoneX-Analystin Rhona O’Connell. Der Goldpreis war vergangene Woche auf den Rekordwert von 2072.50 $ geklettert.

Der Ölpreis stieg derweil etwas und knüpfte damit an die leichten Kursgewinne vom Vortag an. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 43.56 0.79%) handelte bei Börsenschluss in Europa zu gut 45 $.

Leser-Kommentare