Märkte / Aktien

SMI verbucht klare Gewinne

Der Schweizer Aktienmarkt festigt sich über 10'000. Vor allem zyklische Werte sind erneut gefragt. AMS legen stark zu. Wallstreet handelt fester.

(AWP/SPU) Die Schweizer Börse ist am Mittwoch gut aufgelegt gewesen. Positiv sei, dass möglicherweise wieder etwas Bewegung in den US-chinesischen Handelsstreit komme, hiess es im Handel in Zürich. Ausserdem soll China einem Medienbericht zufolge Massnahmen ergreifen, um die negativen Folgen des Konflikts aufzufangen.

Der Swiss Market Index SMI (SMI 9976 0.11%) stand bei Eröffnung 0,4% höher. Im frühen Handelsverlauf hielt er seine Gewinne. Am Nachmittag schaltete der SMI zwischenzeitlich einen Gang zurück. Dann baute er seine Gewinne wieder aus und schloss gefestigt über der Marke von 10’000. Am Vortag hatte der Leitindex 0,4% verloren.

Die Handelsaktivitäten waren aber etwas geringer als am Vortag. Vor der mit Spannung erwarteten Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag hätten die Anleger einen Gang heruntergeschaltet, sagte ein Händler. Eine leichte Zinssenkung der EZB sei zwar so gut wie sicher. Aber was weiter gehende Massnahmen betreffe, seien die Meinungen zuletzt deutlich auseinandergedriftet. «Das schafft Raum für Überraschungen», sagte ein Börsianer.

In New York präsentierten sich die Aktienmärkte freundlich. Die drei viel beachteten Indizes gewannen bei Handelsende in Europa. Der Dow Jones (Dow Jones 26770.2 -0.95%) notierte 0,3% im Plus. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 2986.2 -0.39%) avancierte ebenfalls 0,3%. Der Nasdaq Composite der US-Technologiebörse stieg 0,6%.

SMI: Banken höher

Die meisten SMI-Titel legten zu. UBS (UBSG 11.45 2.37%) und Credit Suisse (CSGN 12.39 1.85%) verzeichneten erneut Gewinne. Die UBS-Bankaktie knüpfte damit an den Kursgewinn von 3% vom Vortag an. Credit Suisse waren gestern 2% avanciert. Steigende Bondrenditen sorgten für steigende Nachfrage bei den gebeutelten Bankaktien, sagte ein Händler. Höhere Zinsen bedeuteten einen besseren Ertrag.

Gefragt waren auch die arg gebeutelten Anteile von Swatch Group (UHR 264.1 1.19%). Richemont (CFR 73.06 0.38%) stiegen ebenfalls. VRP Johann Rupert versprühte an der GV in Genf Zuversicht. Zudem äusserten sich Händler positiv zu Luxusgüterunternehmen: Die Hoffnung auf eine Entspannung im Zollstreit, die Aussicht auf konjunkturstützende Massnahmen in China und der gute Abschluss des Luxusaccessoires-Herstellers Hermès weckten den Appetit auf die Valoren der beiden Luxusgüterhersteller, hiess es.

Bei den zyklischen Werten fielen die Anteile des Sanitärtechnikkonzerns Geberit (GEBN 479.8 0.06%), des Bauchemiespezialisten Sika (SIKA 161.2 0.62%) und des Elektrokonzerns ABB (ABBN 19.195 2.1%) positiv auf. Berenberg hatte das Rating für Geberit auf «Hold» von «Sell» hochgestuft und das Kursziel auf 430 Fr. nahezu verdoppelt.

Nach Tagen sinkender Kurse traten die defensiven Marktschwergewichten auf der Stelle. So blieben Novartis (NOVN 85.19 -0.37%), Roche (ROG 288 -0.47%) und Nestlé (NESN 102.28 -0.81%) hinter dem Gesamtmarkt zurück.

AMS zogen an

Stark aufgelegt waren AMS (AMS 44.86 1.52%). Der Sensorhersteller konnte von der Lancierung neuer Apple-Produkte ebenfalls profitieren. In Japan verhalf die Vorstellung neuer Telefone und iPads den Aktien von Zulieferern des US-Technologiekonzerns zu kräftigen Kursgewinnen. Im Sog von AMS wurden U-Blox (UBXN 76.25 3.32%) höher bewertet.

Vifor Pharma (VIFN 154.05 -0.23%) erholten sich nach einer Korrektur. Beim Pharmaunternehmen kommt es zu Veränderungen in der Geschäftsleitung. Während Klaus Henning Jensen im Januar 2020 als Chief Medical Officer und Mitglied der Geschäftsleitung neu zum Unternehmen stossen wird, verlässt Chief Commercial Officer Dario Eklund Vifor Ende September.

Am breiten Markt gerieten die Aktien von Schmolz + Bickenbach (STLN 0.249 2.05%) unter Druck. Der Spezialstahlhersteller hatte eine Gewinnwarnung ausgesprochen.

Zudem war Lalique (LLQ 38 -2.06%) im ersten Semester ins Minus gerutscht. Der Luxusgüterhersteller hatte ebenfalls den Ausblick gesenkt.

Asien ohne Trend

Die asiatischen Börsen gaben kein einheitliches Bild ab. In Japan legte der Nikkei 225 0,8% zu, der Hang Seng in Hongkong stieg 1,4%. Auch der indische BSE Sensex avancierte 0,4%. Leicht negativ schlossen Chinas Festlandbörsen.

Euro schwach

Der Euro wies am Mittwoch einen Abwärtstrend auf. Die Gemeinschaftswährung wurden zu Handelsschluss in Europa gegenüber dem Dollar klar tiefer bei 1.0998 $ gehandelt. Damit fiel sie unter die Marke von 1.10. Zum Franken notierte sie mit 1.0926 Fr. ebenfalls schwächer. Der Dollar handelte zur Schweizer Währung mit 0.9935 Fr. etwas fester.

Gold unter 1500 $

Der Goldpreis notierte fester, dennoch konnte sich die Feinunze des Edelmetalls nicht über die Marke von 1500 $ arbeiten. Sie stand bei Börsenschluss in Europa bei 1492 $. Der Ölpreis gab die Gewinne preis und drehte im späten Handel ins Minus. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 58.96 -0.17%) kostete knapp 63 $.

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