Märkte / Aktien

SMI schliesst nach Ausverkauf knapp 3% tiefer

Die Schweizer Börse kann sich dem Sog der weltweiten Märkte nicht entziehen. Die Marke von 8700 Punkten fällt. Wallstreet auf Zickzack-Kurs.

(AWP/Reuters/SPU) Die Korrektur an den Börsen weltweit hat am Donnerstag auch die Schweizer Börse belastet. Der Swiss Market Index SMI (SMI 9015.43 0.35%) eröffnete mit einem Minus von 1,5% markant tiefer, gab in der Folge noch stärker nach und unterschritt klar die Marke von 8700 Punkten. Die Umsätze waren überdurchschnittlich. «Wenn man auch noch nicht von Panik sprechen sollte, die Leute sind schon etwas nervöser geworden», sagte ein Händler. Am Mittwoch hatte der Leitindex 0,8% tiefer geschlossen. Damit gewann die Talfahrt der vergangenen Handelstage an Geschwindigkeit.

Anleger zogen sich auch aus dem deutschen Aktienmarkt zurück. Der Dax (DAX 11472.22 1.3%) verlor klar, nachdem er am Mittwoch bereits gut 2% eingebüsst hatte. Der EuroStoxx 50 markierte den niedrigsten Stand seit Dezember 2016.

Der Handel an Wallstreet zeichnete sich durch Nervosität aus. Der Dow Jones (Dow Jones 25286.49 -0.4%) fiel in den ersten Handelsminuten zwar 0,6%, drehte kurz darauf aber ins Plus und büsste bei Börsenschluss in Europa dann wieder deutlich 1% ein. Auch der S&P 500 (SP500 2722.18 -0.15%) und der Nasdaq Composite schwankten stark.

Klare Verluste im SMI

Der Schweizer Leitindex sah fast ausschliesslich Verlierer an diesem Handelstag: Die grössten Verluste im SMI verbuchten Finanzaktien wie UBS (UBSG 13.86 0.51%), Credit Suisse (CSGN 12.765 0.24%) und Julius Bär (BAER 44.94 0.63%). Versicherertitel verloren ebenfalls klar.

Die Pharmawerte Novartis (NOVN 89.34 0.29%) und Roche (ROG 251.65 0.84%) liessen erst am Nachmittag mächtig Federn und zogen den somit Leitindex weiter nach unten. Der Lebensmitteltitel Nestlé (NESN 84.92 -0.33%) tendierte ebenfalls sehr schwach.

Auch die beiden Luxusgüterhersteller Richemont (CFR 67.96 0.44%) und Swatch Group (UHR 325.8 1.24%) büssten stark ein. Die US-Bank Morgan Stanley (MS 44.68 1.25%) hatte den Luxusgütersektor herabgestuft. Begründet wurde dieser Schritt mit der Annahme, dass die Konsumentenstimmung in dem wichtigsten Markt China wohl den Höhepunkt erreicht habe.

Am Nachmittag schafften sogar zwei Werte den Sprung in den grünen Bereich. Es handelte sich um die Aktien des Bauchemiekonzerns Sika (SIKA 129.7 1.73%) und des Pharmazulieferers Lonza (LONN 312.3 -0.95%), die nahezu unverändert schlossen.

Ceva mit Kurssprung

Gegen den Trend im SMIM (SMIM 2351.227 0.36%) stemmten sich Straumann (STMN 672.5 0.37%). Zudem tendierten Sonova (SOON 160.6 0.06%) fester. Die Titel hatten jüngst deutliche Verluste eingefahren.

Im breiten Markt gerieten Tech-Aktien wie AMS (AMS 30.85 3.35%) und Temenos (TEMN 130.3 -0.53%) zunächst unter massiven Druck, der am Nachmittag aber etwas nachliess. Der AMS-Konkurrent Dialog Semiconductor verzeichnete dank eines 600 Mio. $ schweren Lizenzabkommens mit Apple (AAPL 192.23 -1%) den grössten Kurssprung seit sechzehn Jahren.

Ein unerwartetes Übernahmeangebot verhalf den Aktien von Ceva Logistics (CEVA 29.55 -0.17%) bei Eröffnung zu einem Kursplus von 17%. Die Avancen fielen im Handelsverlauf noch wesentlich höher aus. Der Logistikkonzern hatte ein Übernahmeangebot erhalten, das der Verwaltungsrat jedoch ablehnt.

Nach einem anfänglichen Taucher grenzten die Titel des Vermögensverwalters Partners Group (PGHN 698 0.36%) ihre Verluste ein. Kursverluste verbuchten auch die Aktien aus dem Technologiebereich, die dem Negativtrend der US-Branche folgten. Kudelski (KUD 6.93 -1.98%), Sensirion (SENS 47.75 -2.95%), Inficon (IFCN 467.6 0.65%) und U-blox sackten ab. Meyer Burger (MBTN 0.622 -0.32%) legten gegen den Trend zu.

Kurssturz auch an Asiens Börsen 

Asiens Märkte konnten sich dem Sog der US-Börsen vom Mittwoch nicht entziehen. In Tokio handelte der Nikkei 225 3,9% im Minus. Der breiter gefasste Topix büsste 3,5% ein. Auch der chinesische CSI 300 verlor rund 4,5%. In Schanghai tauchten die Kurse sogar mehr als 5%. Ebenfalls zu einem Ausverkauf kam es in Hongkong mit –3,9% und Seoul mit –4,4%.

Der Euro stärker

Der Euro knüpfte an die Kursgewinne an. Er stieg zum Dollar und zum Franken weiter. Die Gemeinschaftswährung notierte bei Börsenschluss in Europa bei 1.1561 $. Zum Franken lautete der Kurs: 1.1442 Fr./€. Gegenüber dem Franken handelte der Dollar fester, die US-Währung kostete um 17.30 Uhr MESZ 0.9898 Fr.

Öl massiv schwächer

Der Ölpreis sank kräftig. Nach Einschätzung von Marktbeobachtern wurden die Notierungen unter anderem durch starke Kursverluste an den US-Aktienmärkten belastet. Das Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete noch gut 81 $. Gold (Gold 1202.17 0.14%) verteuerte sich angesichts der schwachen Aktienmärkte signifikant auf ein Zweimonatshoch von 1216 $.

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