Märkte / Aktien

SMI schliesst kaum verändert

Die Schweizer Börse konsolidiert zu Wochenbeginn. Roche und Idorsia stehen im Fokus. Wallstreet fester. Der Ölpreis zieht weiter an.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat zu Beginn der neuen Handelswoche wenig verändert geschlossen. Im frühen Handel zeigte sich der Leitindex SMI (SMI 11'961.34 +0.58%) zunächst noch unentschlossen, am Nachmittag notierte er über weite Strecken im Minus und rutschte bis auf die Marke von 11’700 ab. Im späten Handel fand er mit Rückenwind der Wallstreet in die Gewinnzone. Dennoch blieben Negativfaktoren am Markt bestehen. So sorgten die anhaltenden Inflationssorgen, die Befürchtung um weiter steigende Renditen, Lieferkettenprobleme, eine stockende Konjunkturerholung und die Schieflage des chinesischen Bauträgers Evergrande (3333 0.31 -5.27%) für Vorsicht.

Gleichzeitig setzten die Ölpreise ihre Kletterpartie weiter fort. Vor diesem Hintergrund stelle sich bei Investoren die Frage, ob es in diesem Jahr denn zu einer Jahresendrally kommen werde. «Steigende Zinsen aus Angst vor Inflation bleiben der grösste Risikofaktor für die Börse», kommentierte ein Händler. Etwas Schwung verspricht die in dieser Woche startende Berichtssaison zu bringen. In den USA stehen zahlreiche Grossbanken auf der Agenda, während hierzulande am morgigen Dienstag Givaudan (GIVN 4'221.00 -0.14%) den Startschuss gibt. Wie Marktteilnehmer hervorheben, wird der Fokus vor allem auf den Ausblicken liegen.

Die New Yorker Börsen gaben am Montag positive Impulse. Der S&P 500 (S&P 500 4'464.33 -0.22%) stieg bei Börsenschluss in Europa 0,5%. Auch der Dow Jones avancierte 0,5%. Zu ähnlichen Gewinnen kam es an der Technologiebörse, was ein Plus von 0,6% beim Nasdaq Composite zeigte.

Roche (ROG 360.25 +0.87%) standen im Fokus

Das Kursplus von Roche führten Händler auf die Nachrichten von Freitagabend zurück. Der Pharmakonzern hatte nämlich von der US-Gesundheitsbehörde FDA für seinen Alzheimer-Kandidaten Gantenerumab den Status eines Therapiedurchbruchs erhalten. Die sogenannte Breakthrough Therapy Designation der FDA soll die Entwicklung und den Zulassungsprozess von Medikamenten für schwere oder lebensbedrohliche Erkrankungen beschleunigen. «Das sollte für einen Stimmungsschub sorgen», hiess es in einem kurzen Kommentar bei Jefferies.

Von den beiden anderen Schwergewichten waren Nestlé (NESN 114.82 +0.35%) etwas schwächer und Novartis (NOVN 76.93 +0.61%) gehalten.

Unter den grössten Verlierern waren vor allem Werte zu finden, die im bisherigen Jahresverlauf besonders gut gelaufen sind. So leiden vor allem Kühne+Nagel, Sika (SIKA 311.00 +0.91%), Partners Group (PGHN 1'522.50 +0.23%) und Geberit (GEBN 707.60 +0.97%) unter Gewinnmitnahmen.

Auch Straumann (STMN 1'806.50 +1.23%) spürten dies. Seit Jahresbeginn liegt das Kursplus trotzdem immer noch bei gut 60%. Der Dentalimplantate-Hersteller ist wie der Computerzubehör-Hersteller Logitech (LOGN 81.26 -1.91%) ein Wachstumswert – diese leiden bekanntlich unter steigenden Anleiherenditen besonders.

Vor den Umsatzzahlen neigen Givaudan leicht zur Stärke. Analysten erwarten laut AWP-Konsens ein anhaltend starkes Wachstum.

Stütze des Marktes waren  die Aktien der UBS (UBSG 15.88 +0.6%) und Credit Suisse (CSGN 9.79 +1.92%). Zudem drehten Lonza (LONN 721.80 +0.36%) ins Plus. Der Life-Science-Konzern hält morgen Dienstag seinen Kapitalmarkttag ab.

Gefragt waren Temenos (TEMN 115.20 -13.74%) und AMS. Der Bankensoftware-Spezialist Temenos hatte mit der amerikanischen Mbanq eine strategische Partnerschaft abgeschlossen. Gemeinsam wollen die beiden Unternehmen Service-Dienstleistungen für Genossenschaftsbanken in den USA anbieten.

Die Aktien vom Berner Energieunternehmen BKW (BKW 112.40 -3.44%) waren zum Wochenstart der mit Abstand grösste Gewinner am Schweizer Aktienmarkt. Händler machten dafür vor allem die steigenden Strompreise verantwortlich.

In den hinteren Reihen stachen Idorsia (IDIA 20.56 0%) mit einem Kursverlust hervor, nachdem das Biotech-Unternehmen einen Misserfolg bei einer Studie mitgeteilt hatte.

Noch deutlicher fielen die Titel des Branchenkollegen Relief Therapeutics (RLF 0.10 -4.85%), die in den einstelligen Rappenbereich zurückgefallen sind.

Asien mehrheitlich im Plus

Die asiatischen Märkte starten zum grossen Teil positiv in die Woche, die in den kommenden Tagen beginnende Berichtssaison verlieh den Kursen Aufschwung. Fokussieren werden Anleger dabei hauptsächlich auf die Versorgung der Lieferketten und die steigenden Produktionskosten. In Japan schloss der Nikkei 225 (Nikkei 225 29'068.63 +1.81%) um 1,6% höher. Der breiter gefasste Topix konnte um 1,8% zulegen. In Hongkong stieg der Hang Seng um 1,8%. In Festlandchina lag der Shanghai Composite um 0,1% im Minus und der CSI 300 um 0,1% im Plus.

Euro minimal leichter

Der Euro bewegte sich am Montag nur vergleichsweise wenig. Am Abend kostete die Gemeinschaftswährung 1.1573 $ und damit etwa gleich viel wie am frühen Morgen. Der Euro hält sich damit knapp über dem tiefsten Stand seit 15 Monaten. In der vergangenen Woche war der Euro zeitweise bis auf 1.1529 $ gefallen und damit auf den niedrigsten Kurs seit Juli 2020. Zum Franken hält sich der Euro bei 1.0724 Fr. weiterhin knapp über der 1.07er Marke. Nach Ansicht der Devisenexperten der Valiant (VATN 91.90 +2%) Bank besteht bei dem Paar aber weiterhin die Gefahr, dass sich die Abwärtsbewegung fortsetzt und der Euro dann bis auf 1.0660 Fr. zurückfallen könnte. Der Dollar kam nur leicht auf 0.9264 Fr. zurück.

Ölpreis weiter im Aufwärtstrend

Der Ölpreis setzte den Höhenflug fort. Am Montag erreichten sowohl Nordseeöl aus auch US-Erdöl mehrjährige Höchst. Bei Börsenschluss in Europa kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 84 $. Das ist so viel wie zuletzt im Jahr 2014.

Gold tendierte seitwärts bei einem Preis von 1756 $ pro Feinunze.

Bitcoin (Bitcoin 62'204.00 +1.21%) zog an. So notierte die Cyberdevise um 17.30 Uhr MESZ bei gut 57’500 $.

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